Katze chippen lassen
Diesen Fehler machen viele Besitzer
Wer seine Katze chippen lässt, möchte sicherstellen, dass sie im Ernstfall wiedergefunden wird. Doch viele Katzenbesitzer vergessen einen wichtigen Schritt.
© Hauke-Christian Dittrich/dpa
Hauskatze: Eine Katze sitzt auf einer Hofeinfahrt. (Symbolbild)
Von Katrin Jokic
Wenn eine Katze plötzlich verschwindet, ist die Sorge groß. Vor allem Freigänger können sich weit von ihrem Zuhause entfernen, aber auch Wohnungskatzen entwischen gelegentlich durch offene Türen oder Fenster. Ein Mikrochip soll dabei helfen, entlaufene Tiere ihren Besitzern zuzuordnen. Doch was viele nicht wissen: Allein das Chippen reicht dafür nicht aus.
Katze gechippt, aber nicht registriert: Warum das zum Problem wird
Beim Chippen setzt ein Tierarzt einen kleinen Transponder unter die Haut der Katze. Dieser enthält eine individuelle, in der Regel 15-stellige Identifikationsnummer, die mithilfe eines speziellen Lesegeräts ausgelesen werden kann.
Wird eine entlaufene Katze gefunden und beispielsweise in ein Tierheim gebracht, können die Mitarbeiter prüfen, ob sie einen solchen Chip trägt. Allerdings sind auf dem Mikrochip selbst weder der Name noch die Adresse oder Telefonnummer des Besitzers gespeichert.
Damit das Tier seinem Halter zugeordnet werden kann, muss die Chipnummer zusätzlich in einem Haustierregister hinterlegt sein. Dort wird sie mit den persönlichen Kontaktdaten des Besitzers verknüpft.
Fehlt diese Registrierung, können Tierheim oder Tierarzt zwar die Chipnummer auslesen, den Besitzer darüber aber nicht ohne Weiteres ermitteln. Die Katze ist dann zwar gekennzeichnet, kann jedoch möglicherweise nicht nach Hause zurückvermittelt werden.
Viele Katzenbesitzer vergessen die Registrierung
Dass dies kein Einzelfall ist, zeigen Zahlen der Tierschutzorganisation TASSO. Laut einer Auswertung waren im Jahr 2025 rund 93.500 Katzen bei der Organisation als vermisst gemeldet. Jede vierte davon wurde erst im Zuge der Vermisstenmeldung registriert.
Ein möglicher Grund: Viele Besitzer gehen davon aus, dass ihre Katze beim Tierarzt automatisch registriert wird, sobald sie einen Mikrochip erhält. Das ist jedoch nicht grundsätzlich der Fall.
Einige Tierarztpraxen übernehmen die Anmeldung bei einem Haustierregister, andere nicht. Katzenbesitzer sollten deshalb ausdrücklich nachfragen, ob ihr Tier tatsächlich registriert wurde.
Katze registrieren: Bei TASSO und FINDEFIX kostenlos möglich
Die gute Nachricht: Die Registrierung einer Katze ist unkompliziert und kostenlos. Dafür stehen unter anderem zwei bekannte Haustierregister zur Verfügung:
- TASSO: Unter www.tasso.net können Katzenbesitzer ihr Tier kostenlos registrieren.
- FINDEFIX: Auch das Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes bietet unter www.findefix.com eine kostenlose Registrierung an.
Für die Anmeldung werden unter anderem die Chipnummer der Katze sowie Name, Adresse und Kontaktdaten des Halters benötigt. Besonders wichtig ist eine aktuelle Telefonnummer, damit der Besitzer im Fundfall schnell erreicht werden kann.
Wer nicht sicher ist, ob seine Katze bereits registriert wurde, sollte dies überprüfen. Bei TASSO ist beispielsweise eine Abfrage der Transpondernummer möglich.
Auch nach einem Umzug oder einem Wechsel der Telefonnummer dürfen Katzenbesitzer die Daten nicht vergessen: Sind die hinterlegten Kontaktinformationen veraltet, kann das die Rückvermittlung erheblich erschweren.
Auch Wohnungskatzen sollten gechippt und registriert werden
Nicht nur Freigängerkatzen profitieren von einer Kennzeichnung und Registrierung. Auch reine Wohnungskatzen können unerwartet entwischen – etwa durch eine offene Haustür oder ein ungesichertes Fenster.
Der Mikrochip bietet dabei eine dauerhafte Möglichkeit, das Tier zu identifizieren. Er funktioniert allerdings nicht wie ein GPS-Tracker: Eine Katze lässt sich damit weder live orten noch auf einer Karte verfolgen.
Entscheidend ist deshalb die Kombination aus Mikrochip und Registrierung. Erst wenn die Chipnummer mit den Kontaktdaten des Halters verknüpft ist, kann sie im Ernstfall dabei helfen, eine vermisste Katze wieder nach Hause zu bringen.
