Baden-Württemberg
Drei Tage Warnstreiks bei SWEG: Busse und Züge betroffen
Verdi fordert Schutz vor Kündigungen und erhöht den Druck: Von Mittwoch bis Freitag sollen SWEG-Busse in zahlreichen Städten nicht fahren. Auch der Zugverkehr ist betroffen.
© Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo der Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) ist an einem Linienbus angebracht. Bei einem Streik bleiben einige Busse im Depot. (zu dpa: «Drei Tage Warnstreiks bei SWEG: Busse und Züge betroffen»)
Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte der SWEG zu weiteren Warnstreiks auf. Gestreikt werde bei den SWEG-Busbetrieben von Mittwoch (30. September) bis einschließlich Freitag (2. Oktober) in Lahr, Offenburg, Schutterwald, Kehl, Endingen, Emmendingen, Weil am Rhein, Müllheim, Dörzbach, Lauda, Wiesloch, Sinsheim und Gammertingen, teilte die Gewerkschaft mit. Bei den bestreikten Linien sei damit zu rechnen, dass wieder weitestgehend keine Busse fahren.
Da Verdi dieses Mal auch zu einem Warnstreik bei der SWEG Schienenwege GmbH aufgerufen habe, fahren laut der SWEG zudem voraussichtlich keine Züge auf den folgenden Strecken: Bad Krozingen – Münstertal, Achern – Ottenhöfen, Biberach – Oberharmersbach und Hechingen – Gammertingen. Auch der Zugverkehr anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen sei betroffen, da etwa die Schwäbische Alb-Bahn auf der Strecke Gammertingen – Engstingen – Schelklingen und die DB Regio auf der Strecke Endingen – Gottenheim voraussichtlich nicht fahren können, teilte die SWEG mit.
Bereits zweimal sind die Busbetriebe in den vergangenen Wochen jeweils für zwei Tage bestreikt worden – laut Verdi „ohne eine Reaktion des Arbeitgebers“. Nun werde zu weiteren Warnstreiks aufgerufen, um die SWEG an den Verhandlungstisch zu bringen, hieß es. Die Fahrerinnen und Fahrer fordern einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen wegen Neuausschreibungen. Zudem laufe bundesweit die Entgeltrunde zum Eisenbahntarifvertrag, auch hier sei die SWEG laut Verdi betroffen. Eine Einigung sei bislang nicht erzielt worden.
Unternehmen hält Warnstreiks für unverhältnismäßig
Die SWEG hatte den Streikaufruf als unverhältnismäßig und verantwortungslos kritisiert. Verdi bringe eine unnötige Schärfe in die laufenden Verhandlungen, kritisierte Konzerngeschäftsführer Thilo Grabo in Lahr.
