Barcelona

Drei Tote durch Starkregen – Bevölkerung soll zu Hause bleiben

Böse Erinnerungen an die schreckliche Flut von Valencia im Jahr 2024: Rund um Barcelona herrschen aktuell katastrophale Zustände.

Menschen halten sich an der Mündung des Flusses Besòs nördlich von Barcelona auf, der nach einer Nacht mit sintflutartigen Regenfällen in ganz Katalonien angeschwollen und mit Sedimenten beladen ist.

© Jordi Boixareu/ZUMA Press Wire/dpa

Menschen halten sich an der Mündung des Flusses Besòs nördlich von Barcelona auf, der nach einer Nacht mit sintflutartigen Regenfällen in ganz Katalonien angeschwollen und mit Sedimenten beladen ist.

Von Michael Maier

Durch Starkregen sind im Nordosten Spaniens nahe der Metropole Barcelona zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach den heftigen Niederschlägen am Wochenende wurde laut Feuerwehr am Sonntag zudem mindestens ein Mensch in der Provinz Barcelona vermisst. Ein Mensch kam ums Leben, als eine Mauer auf einem Campingplatz in der Stadt Tordera einstürzte, wie der Chef der Feuerwehr der Region Katalonien, David Borrell, sagte. Ein weiterer Mensch ertrank demnach in einer überfluteten Garage in Montornès del Vallès. Einsatzkräfte halfen Menschen, die wegen Überschwemmungen etwa in Granollers nördlich von Barcelona in ihren Fahrzeugen festsaßen.

Ministerpräsident Pedro Sánchez, der am Montag Neuwahlen ausgerufen hat, sagte, die Lage in Katalonien bleibe „sehr kompliziert“. Er forderte die Menschen auf, nicht unbedingt notwendige Fahrten zu vermeiden. Ob der unbeliebte Premier einen (Wahlkampf-)Besuch vor Ort wagen könnte, war zunächst unklar. Die Bewohner entlang der über die Ufer getretenen Flüsse Ridaura und Daro wurden jedenfalls aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Infolge von Unwettern war am Samstag bereits eine 102-jährige Frau in der zentralen Region Kastilien-La Mancha ums Leben gekommen.

Erneute Unwetterwarnung für Barcelona

Im Zuge der Unwetterlage erließen die katalanischen Behörden für die besonders betroffenen Gebiete Alt Penedès, Anoia und Baix Llobregat eine eindringliche Warnung: Die Bevölkerung wurde aufgefordert, nicht ins Freie zu gehen, möglichst nicht Auto zu fahren und vor allem Unterführungen zu meiden. Eine zweite offizielle Warnung wurde ebenfalls herausgegeben, nachdem bereits in der Nacht zum Montag wieder Warnmeldungen verschickt worden waren. Obwohl es sich dabei um keine formelle Ausgangssperre im rechtlichen Sinne handelte, kommt der Appell einer solchen faktisch sehr nahe – untermauert durch die Aktivierung des Katastrophenschutzplans Inuncat und die Aufrechterhaltung der Gefahrenstufe durch den Wetterdienst Meteocat.

Auch das Rodalies-Netz, das Vorortbahnnetz der Region Barcelona, war von den Unwetterfolgen schwer betroffen. Die Linie R8 war zwischen Granollers Centre und Cerdanyola Universitat vollständig lahmgelegt, während die R7 durch Busse ersetzt werden musste. Acht weitere Linien verkehrten nur mit reduzierter Geschwindigkeit. Damit war ein Großteil des Pendlerverkehrs in und um Barcelona zum Erliegen gekommen. In Orten wie Sant Sadurní d'Anoia, Font-rubí und Sant Martí Sarroca wurden in nur 30 Minuten über 40 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen, mancherorts sogar über 100 Liter. In Gavà, Collbató und Piera mussten Einsatzkräfte Menschen retten und gesperrte Straßen sichern, während in Martorell, Sant Just Desvern und El Prat de Llobregat Seniorenheime evakuiert werden mussten.

Mit Agenturmaterial: afp/mm/ck/mic

Verwüstungen in der Provinz Barcelona.

© IMAGO/Lorena Sopena Lopez

Verwüstungen in der Provinz Barcelona.

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Erstellt:
5. Oktober 2026, 11:08 Uhr
Aktualisiert:
5. Oktober 2026, 11:12 Uhr

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