Medaille für „Auf gut Schwäbisch“
„Fast so viele Kolumnen, wie man Sterne am Himmel sieht“
Freude über eine Auszeichnung für die von Leserinnen und Lesern gestaltete Dialektkolumne „Auf gut Schwäbisch“. Initiator Jan Sellner erhielt dafür jetzt die Friedrich-E.-Vogt-Medaille der Mundartgesellschaft Württemberg.
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„Für Verdienste um die Mundart“: Redakteur Jan Sellner (zweiter von rechts) wurde von der Mundartgesellschaft Württemberg für für die Dialektkolumne "Auf gut Schwäbisch" ausgezeichnet, vertreten hier durch Jörg Beirer und Manuela König, 1. Vorsitzende der Mundartgesellschaft. Rechts: Laudatorin Julia Braun von der Uni Tübingen.
Zum 15. Mal hat die Mundartgesellschaft Württemberg die 1985 gestiftete Friedrich-E.-Vogt-Medaille für Verdienste um die Mundart vergeben. Preisträger dieses Mal ist Jan Sellner, Leitender Redakteur Marke der Stuttgarter Zeitung. Im April 2009 hat er die bei Leserinnen und Lesern sehr beliebte tägliche Dialektkolumne „Auf gut Schwäbisch“ ins Leben gerufen. Er betreut sie bis heute gemeinsam mit seinem Kollegen Tom Hörner.
Bei der von der schwäbischen Liedermacherin Elena Seeger umrahmten Feier in der Volksbank in Reutlingen lobte die 1. Vorsitzende der Mundartgesellschaft, Manuela König, die Zeitungskolumne als eine Leser-Plattform, „die in ihrer Beliebtheit und Kontinuität inzwischen Kultstatus hat“. Zur Begründung für die Auszeichnung sagte der Kabarettist Jörg Beirer: „Die Kolumne isch so gmachd, dass dr Läser nemme los kommd. A Sprichle, a Rezeptle, a Gschichdle, seltene Wörter. Ällweil ebbes Nuis, Frischs, des so viel Leid erreichd ond a Freid machd ond an Wäärd hodd.“
Laudatorin Julia Braun von der Arbeitsstelle „Sprache in Südwestdeutschland“ des Tübinger Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft, würdigte „Auf gut Schwäbisch“ als wichtigen Beitrag zur Sprachenvielfalt. Es öffne Räume und mache deutlich, dass Heimat nicht Abgrenzung bedeutet. Zu der Zahl der bisher erschienenen 5285 Kolumnen sagte Braun: „Das ist ungefähr die Zahl an Sternen, die man sehen kann, wenn man in einer klaren Nacht in den Himmel schaut.“
Die Medaille erinnert an den Mundartautor und Dialektforscher Friedrich E. Vogt. Zu den früheren Preisträgern zählen Trudel Wulle und Walter Schultheiß, Manfred Rommel, Titus Häussermann, Dominik Kuhn, Christoph Sonntag, Henning Petershagen und Hubert Klausmann.
