Kerosinmangel

Flugbenzin in Frankfurt wird knapp – Preise fürs Fliegen ziehen massiv an

Die Lufthansa lässt ihre Flieger mit mehr Sprit abheben, als eigentlich nötig. Preise für das Fliegen haben massiv angezogen.

Lufthansa-Maschinen am Flughafen Frankfurt: Getankt wird schon vor der Landung

© Boris Roessler/dpa

Lufthansa-Maschinen am Flughafen Frankfurt: Getankt wird schon vor der Landung

Von Christian Gottschalk

Das Tanken ist bei Flugzeugen eine kleine Wissenschaft an sich. Natürlich muss jeder Flieger erst einmal genügend Kerosin an Bord haben, um die Strecke zu schaffen, die vor einem liegt. Und natürlich braucht es noch ein paar Tonnen extra, für den Fall dass Umwege geflogen werden müssen, oder dass die Landung gar auf einem Ersatzflughafen stattfinden muss. Allerdings: Die Tanks immer gleich bis zum Anschlag zu füllen ist auch nicht recht. Je mehr Gewicht das Flugzeug herumschleppen muss, desto mehr Sprit verbraucht es auch. Jede eingesparte Tonne macht den Flug günstiger. Daher ist es überaus ungewöhnlich, wenn die Lufthansa schon vor dem Abflug nach Frankfurt ihre Flieger volltanken lässt. Der Grund: Auf dem größten deutschen Flughafen wird der Sprit knapp.

Bis zu acht Tonnen zusätzlich

Das sogenannte Tankering, bei dem Flugzeuge mehr Kraftstoff aufnehmen als für die jeweilige Strecke nötig ist, gilt laut „Bild“ vor allem für Kurz- und Mittelstreckenverbindungen, zunehmend aber auch für Langstreckenflüge. Die Maßnahmen sollen demnach bis auf Weiteres gelten, für einen Airbus-A320 ist demnach eine Obergrenze von acht Tonnen zusätzlichem Kraftstoff vorgesehen. Insgesamt kann dieses Modell bis zu 19 Tonnen Kerosin laden.

Der Flughafenbetreiber Fraport erklärte, dass es keinen Engpass gebe. An einer Pipeline, die den Flughafen mit Kerosin versorge, fände derzeit eine turnusgemäße Wartung statt. Es stünden auch Tankspeicher zur Verfügung. „Die Betriebsfähigkeit des Flughafens ist somit davon nicht beeinträchtigt“, teilte Fraport mit.

Vorräte werden weniger

Laut der Agentur Energy Aspects droht Ende des Jahres ein Mangel an Flugtreibstoff. Hauptgrund sind deutlich geringere Lieferungen aus dem Nahen Osten seit Beginn des Irankriegs. Zwar steigen die Importe aus Ländern wie Südkorea, den USA und Kanada, doch die Vorräte im wichtigen Drehkreuz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen sind auf den niedrigsten Stand seit sieben Jahren gefallen. Europa bleibt stark auf zusätzliche Importe angewiesen.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sind Flugreisen bereits deutlich teurer geworden. So lagen die Preise für internationale Flüge durchschnittlich 8,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für Inlandsflüge mussten Passagiere sogar 9,5 Prozent mehr bezahlen.

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Erstellt:
15. Oktober 2026, 07:08 Uhr

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