Bund verschuldet sich weiter

Fünf Milliarden Euro mehr für Arbeitslosengeld geplant

Die schwache Konjunktur schlägt auf den Arbeitsmarkt durch. Der Bund plant ein zusätzliches Darlehen für die Bundesagentur für Arbeit.

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist seit Montane auf einem konstant hohen Niveau, die Zahl der Firmenpleiten erreicht immer neue Rekordwerte.

© IMAGO/BREUEL-BILD

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist seit Montane auf einem konstant hohen Niveau, die Zahl der Firmenpleiten erreicht immer neue Rekordwerte.

Von Markus Brauer

Mit einem zusätzlichen Darlehen von 5,05 Milliarden Euro will der Bund Mehrausgaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) vor allem beim Arbeitslosengeld ausgleichen. Das geht aus einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor.

„Notwendige Liquiditätshilfe“

Seit Monaten drückt die schwache Konjunktur auf den Arbeitsmarkt. Die BA hatte mit einem Defizit von mehr als zehn Milliarden Euro zum Jahresende gerechnet. Im Oktober sank die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Vergleich zum Vormonat saisonbedingt zwar um 40.000, doch sind weiter 2,955 Millionen ohne Job.

Die Chefin der Nürnberger Behörde, Andrea Nahles, hatte bereits vor Wochen gesagt, bis eine konjunkturelle Erholung auf dem Arbeitsmarkt ankomme, dauere es Monate.

Das Finanzressort begründet die geplante „notwendige Liquiditätshilfe“ in Form eines zinslosen Darlehens damit, dass „von einer Erholung auf dem Arbeitsmarkt ausgegangen worden war, welche im laufenden Jahr nicht wie erwartet eingetreten ist“. Die Arbeitslosigkeit liege deutlich oberhalb der Erwartung, die daher rührenden BA-Ausgaben seien überplanmäßig.

408 Millionen mehr für die Rente

Zusätzlich 408 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt sollen außerdem der Sicherung des Rentenniveaus infolge der Rentenreform vom Dezember dienen. Das geht aus einem weiteren Schreiben des Finanzministeriums hervor.

Das Ministerium erinnert daran, dass durch die jüngste Rentenreform das Mindestsicherungsniveau der Rente bis 1. Juli 2031 bei 48 Prozent liegt. Das bedeutet, dass die Bezüge weiter mit den Einkommen in Deutschland steigen.

Zudem sind laut einem Bericht 250 Millionen Euro zusätzlich für die Grundsicherung vorgesehen, vor allem wegen höherer Krankenkassenzusatzbeiträge, die Jobcenter zahlen.

Mit dpa-Agenturmaterial

Zum Artikel

Erstellt:
5. November 2026, 15:38 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen