Lungenkrebs

Hat der Papst durch Weihrauch Krebs bekommen?

Die Frage, inwiefern religiöse Gepflogenheiten die Krankheit mit verursachen können, steht im Raum. Aus Asien gibt es sogar entsprechende Studien dazu.

Ordensschwestern im Vatikan beten für Papst Leo XIV.

© Gregorio Borgia/AP/dpa

Ordensschwestern im Vatikan beten für Papst Leo XIV.

Von Christian Gottschalk

Es ist ein Witz, und der ist makaber. Der Papst habe wohl zu viel Weihrauch eingeatmet, und sei daher an Lungenkrebs erkrankt, heißt es auf Tiktok. Dem Ersteller dieser Zeilen wird im großen Stil Pietätlosigkeit vorgeworfen, in den Kommentaren dominieren die Genesungswünsche für Leo XIV. Die Frage beschäftigt gleichwohl: wie kann es dazu kommen, dass der Papst an Lungenkrebs erkrankt.

Bis zu 20 Prozent der Erkrankten haben nie geraucht

Verlässliche Informationen darüber, dass der 71 Jahre alte Papst einmal geraucht haben könnte, gibt es nicht. Rauchen ist aber auch keine Voraussetzung dafür, an Lungenkrebs zu erkranken. Daraus, dass Rauchen gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Folge das Lungenkrebsrisiko erhöht, lässt sich nicht der Umkehrschluss ableiten, dass Nichtraucher vor der Krankheit gefeit sind. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums haben 15 bis 20 Prozent der Lungenkrebsbetroffenen keine nennenswerte Vorgeschichte mit Tabakrauch. Als Nichtraucher gelten dabei Menschen, die in ihrem Leben nicht mehr als 100 Zigaretten geraucht haben.

Durch welche Ursache genau der Krebs bei einzelnen Betroffenen entstanden ist, lässt sich meistens nicht feststellen. In der Regel spielen mehrere Faktoren zusammen. Luftverschmutzung und Feinstaub können einer dieser Gründe sein. Verschiedene Studien haben daher den möglichen Zusammenhang zwischen dem Verbrennen von asiatischen Räucherstäbchen und dem Lungenkrebsrisiko untersucht. Die Ergebnisse dieser Studien sind jedoch uneinheitlich.

Metastudie trifft eine klare Aussage

Eine 2024 in der Fachzeitschrift „Krebsreport“ veröffentlichte Metastudie aus Malaysia kommt dann allerdings zu dem Schluss, dass Räucherstäbchen durchaus die Entstehung von Lungenkrebs fördern könnten. Die Forscher werteten neun Fall-Kontroll-Studien aus Asien aus. In der Gesamtauswertung war das Abbrennen von Räucherwerk mit einer statistisch erhöhten Wahrscheinlichkeit für Lungenkrebs verbunden. Die Studie untersuchte das Verbrennen von Räucherwerk allgemein. Sie beweist daher nicht, dass Weihrauch allein Lungenkrebs verursacht.

Inhaltsstoffe, die Art der Verbrennung und die Menge des erzeugten Rauchs können bei Räucherstäbchen und Weihrauch erheblich voneinander abweichen. Räucherstäbchen bestehen oft aus Holz- und Pflanzenpulver, Weihrauch hingegen meist aus Baumharz. Gemeinsam ist den beiden Substanzen, dass sie beim Verbrennen Feinstaub frei setzen. Dafür, dass auch Weihrauch in der Kirche Lungenkrebs verursachen kann, fehlt es den Studien an belastbaren Daten.

Der Einsatz von Weihrauch gehört in der katholischen Kirche dazu.

© IMAGO/Jan Huebner

Der Einsatz von Weihrauch gehört in der katholischen Kirche dazu.

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Erstellt:
14. Oktober 2026, 12:06 Uhr

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