Todesfall in Mexiko

Hirnfressende Amöbe in Touristen-Hochburg gefunden

Wer sie in sich trägt, hat meist keine Überlebenschance. Nun ist das gefährliche Lebewesen erstmals an einem beliebten Urlauber-Hot-Spot nachgewiesen.

Gesperrt wegen Lebensgefahr - einer der betroffenen Seen.

© HUGO BORGES/afp

Gesperrt wegen Lebensgefahr - einer der betroffenen Seen.

Von Christian Gottschalk

Keine Gegend in Mexiko ist bei Touristen so beliebt wie Yucatan. Pro Jahr besuchen alleine aus Deutschland rund 300 000 Menschen Mexiko, mehr als die Hälfte reist dabei auf die Halbinsel mit ihren sehenswerten Stränden. Doch nun herrscht Aufregung im karibischen Paradies. Behörden haben in dem Bundesstaat sechs Seen gesperrt, nachdem dort die sogenannte hirnfressende Amöbe nachgewiesen wurde.

Wasserskilehrer stirbt an den Folgen

Ein 34 Jahre alter Mann war im September an einer durch Naegleria fowleri verursachten Hirninfektion gestorben. Er hatte als Wasserskilehrer an einem künstlichen See gearbeitet, in dem der Erreger nachgewiesen wurde. Bei den gesperrten Gewässern handelt es sich den Angaben zufolge um künstliche Seen, die in Luxuswohnanlagen und Einkaufszentren zu Freizeitzwecken – etwa Wasserski, Kajakfahren oder Stand-up-Paddling – angelegt wurden. Es ist der erste nachgewiesene Todesfall durch die Amöbe in dem Bundesstaat.

Naegleria fowleri ist eine frei lebende Amöbe, also ein mikroskopisch kleiner, einzelliger Organismus, der keine feste Form hat und die Gestalt ändern kann. Weil sie eine gefährliche Infektion im Gehirn verursachen kann, wird sie als hirnfressende Amöbe bezeichnet. Solche Fälle sind zwar äußerst selten, dann aber fast immer tödlich.

Laut US-Seuchenkontrollbehörde gab es in den USA zwischen 1962 und 2024 etwa 170 bestätigte Fälle – nur vier davon haben überlebt. Die Amöben mögen es warm und sind vor allem in Süßgewässern oder Böden in den Subtropen oder Tropen verbreitet. Sie können aber prinzipiell auch in künstlich erwärmten Gewässern in Europa vorkommen. So gab es etwa 2025 einen Fall in einem Thermalbad in der Slowakei. Aus Deutschland ist laut Angaben der „Apotheken-Rundschau“ kein Fall bekannt.

Über die Nase ins Gehirn

Soweit bekannt, dringt die Amöbe ausschließlich über die Nase in den Körper ein. Von dort aus kann sie über den Riechnerv in das Gehirn gelangen. Wer Wasser mit der Amöbe trinkt, ist nach den bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaft nicht gefährdet. In Yucatan zählen auch die als Cenoten bezeichneten, natürlichen Süßwasserbecken in Kalksteinlöchern zu den Attraktionen des Staats. Die Gesundheitsbehörden haben beschlossen, auch die Wasserqualität in diesen Becken strenger zu überwachen.

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Erstellt:
16. Oktober 2026, 07:30 Uhr

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