Staat muss zahlen
Kindergeldzahlungen für Kinder ist massiv im Ausland gestiegen
Die Zahl der Kinder mit Wohnsitz im Ausland, für die Deutschland Kindergeld zahlt, hat sich seit 2011 nahezu verdreifacht.
© Imago/Manngold
Die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht fordert angesichts der Entwicklung einen vollständigen Stopp der Kindergeldzahlungen für Kinder im Ausland.
Von Markus Brauer
Deutsche Kindergeldzahlungen für im Ausland lebende Kinder haben laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung im vergangenen Jahrzehnt deutlich zugenommen.
- Ende 2025 habe es solche Zahlungen für 291.292 Kinder gegeben, heißt es unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA), die demnach von der Partei BSW erfragt wurden.
- 2011 habe es 103.559 derartige Fälle gegeben, 2015 dann 158.169.
- Betroffen waren laut dem Bericht im vergangenen Jahr 112.384 Kinder polnischer Kindergeldberechtigter.
- An zweiter Stelle standen 36.727 Kinder deutscher Staatsbürger.
- Es folgten tschechische Berechtigte (33.872 Kinder) und rumänische Berechtigte (32.459 Kinder).
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Europäische Regelungen zu Sozialleistungen
Die Zahlungen müssen dabei nicht unbedingt auf ein ausländisches Konto erfolgen. Kindergeld für im Ausland lebende Kinder kann auch auf deutsche Konten überwiesen werden, umgekehrt können Familien mit Kindern in Deutschland ein ausländisches Konto nutzen.
Grundlage sind europäische Regelungen zu Sozialleistungen. Eine wichtige Rolle spielt dabei, in welchem Land die Kindergeldberechtigten arbeiten und damit in der Regel auch Steuern zahlen. Sind im Grundsatz mehrere Staaten für Familienleistungen zuständig, greifen bestimmte Vorrangsregeln. Dies kann auch dazu führen, dass Zahlungen aufgeteilt werden.
Die BSW-Politikerin Sahra Wagenknecht kritisiert gleichwohl die Entwicklung. „Der deutsche Staat lässt sich ausnehmen wie eine Weihnachtsgans“, erklärt sie. „Kindergeld für Kinder, die gar nicht in Deutschland leben, darf es nicht länger geben“.
Mit AFP-Agenturmaterial
