Havanna
Kuba: US-Embargo hat wirtschaftlichen Schaden in „Rekord“-Höhe zur Folge
Das US-Embargo setzt Kubas Wirtschaft zunehmend unter Druck. Die Regierung spricht von Rekordverlusten von acht Milliarden Dollar binnen eines Jahres.
© Ramon Espinosa/AP/dpa
Ein Mann schiebt einen mit Wasserbehältern beladenen Wagen, während ein anderer Mann auf einem Sofa auf einer Straße ausruht. Das US-Embargo gegen Kuba hat der Wirtschaft des Landes nach Regierungsangaben Verluste in „Rekord“-Höhe beschert (Archivfoto).
Das US-Embargo gegen Kuba hat der Wirtschaft des kommunistisch regierten Landes nach Regierungsangaben Verluste in „Rekord“-Höhe beschert. Zwischen März 2025 und Februar 2026 seien finanzielle Verluste in Höhe von acht Milliarden Dollar (6,9 Milliarden Euro) verzeichnet worden, teilte der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez am Montag mit. Das seien sieben Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die Folgen des seit sieben Monaten geltenden Öl-Embargos sowie der seit Mai geltenden sogenannten sekundären Sanktionen gegen Unternehmen seien dabei noch nicht eingerechnet, sagte Rodríguez bei der Vorstellung des Jahresberichts über die Folgen des bereits seit 1962 geltenden US-Embargos.
Seit Januar verfolgt die US-Regierung von Präsident Donald Trump eine Politik des maximalen Drucks gegen Kuba und verhängte auch ein Öl-Embargo. Die USA bezeichnen den kommunistisch regierten Staat 150 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaats Florida als „außergewöhnliche Bedrohung“ für ihre nationale Sicherheit.
US-Ölembargo verschärft Kubas Krise
Seit Ende Januar droht die US-Regierung Staaten, die Erdöl an Kuba liefern, mit zusätzlichen US-Strafzöllen, womit de facto ein Öl-Embargo gilt. Nur ein russischer Öltanker traf seitdem in Kuba ein.
Am 1. Mai führte die Trump-Regierung sogenannte sekundäre Zwangsmaßnahmen gegen Unternehmen ein, die mit Kuba zusammenarbeiten. Dies führte zum Rückzug zahlreicher ausländischer Firmen, vor allem in den Bereichen Tourismus und Bergbau, zwei wichtigen Devisenquellen für den Inselstaat mit 9,4 Millionen Einwohnern.
Stromausfälle und steigende Kindersterblichkeit
„Die Blockade bestraft keine Regierung, sie straft den Alltag eines Volkes in allen Bereichen“, kritisierte der kubanische Außenminister. Er kritisierte einen „eiskalt kalkulierten Plan“, der die seit mehreren Jahren herrschende Energiekrise verschärft habe. Stromausfälle können inzwischen bis zu 60 Stunden lang dauern.
Rodríguez zufolge stieg die Kindersterblichkeitsrate in Kuba von vier von 1000 Geburten im Jahr 2018 auf 9,9 im Jahr 2025. Eine humanitäre Krise werde es in Kuba jedoch nicht geben, sagte er und verwies auf die Solidarität der Kubaner untereinander in schwierigen Situationen.
Die kubanischen Behörden stünden mit dem US-Außenministerium weiter in Kontakt, sagte der Minister, schloss eine Normalisierung der Beziehungen aber aus. „Trotz fehlender Fortschritte“ und „fehlender Bereitschaft“ auf Seiten der USA sei Kuba weiter zum Dialog bereit, betonte er.
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Ein Mann geht im Dunkeln während eines geplanten Stromausfalls im Rahmen der Energierationierung in Santa Cruz del Norte, wo sich eines der größten thermoelektrischen Kraftwerke Kubas befindet (Archivfoto).
