Wirbelsturm in der Türkei
Mehrere Tote bei Tornado in Antalya
Vier Männer kommen im türkischen Antalya ums Leben, als sie ein Fußballspiel im Fernsehen schauten. Mehrere Wohncontainer flogen durch die Gegend.
© IMAGO/Servet Tumer
Schon im Frühjahr hat es in Antalya heftig geregnet.
Von Christian Gottschalk
Der bei Touristen beliebte Badeort Antalya an der türkischen Riviera ist von einem Wirbelsturm getroffen worden. Es gab mehrere Tote. Nach Angaben der Behörden wütete der Tornado nur in einem kleinen Bereich im Stadtteil Kepez.
Bei den Toten soll es sich um vier Bauarbeiter handeln. Sie starben, als die Windhose in der Nacht ihre Wohncontainer zerstörte, wie Provinzgouverneur Hulusi Sahin berichtet. Ein weiterer Mensch wurde demnach leicht verletzt. Sahin sagt, der Tornado habe ausschließlich auf der Baustelle im Stadtteil Kepez gewütet, im Rest von Antalya habe es nur geregnet.
40 Meter hoher Kran stürzt um
Nach Angaben der türkischen Zeitung Hüriyet verfolgten die vier Arbeiter zum Zeitpunkt des Unglücks das Fußballspiel zwischen den beiden Istanbuler Vereinen Galatasaray und Fenerbahçe in einem Container. Der Tornado brachte einen 40 Meter hohen Turmdrehkran zum Einsturz, zerstörte die Container und schleuderte sie zum Teil meterweit umher. Auch einige nahe gelegene Gebäude und Fahrzeuge wurden beschädigt.
Nach der ersten Meldung eilten zahlreiche Rettungskräfte, Feuerwehr, Polizei und Sanitäter zum Unglücksort. Die Einsatzkräfte bargen die Arbeiter aus den Containern und brachten sie ins Krankenhaus. Vier Personen wurden im Rahmen der Ermittlungen festgenommen. Es soll geprüft werden, ob sie Verkehrssicherungspflichten missachtet haben.
Das Unglück in Antalya reiht sich ein in eine Serie außergewöhnlich heftiger Wetterphänomene in diesem Herbst. Erst vor wenigen Wochen waren die Türkei und Griechenland von zum Teil sintflutartigen Regenfällen heimgesucht worden. Vor wenigen Tagen gab es große Unwetter mit schweren Überschwemmungen in Frankreich, Spanien und Teilen Italiens.
