Leichter Aufschwung in Baden-Württemberg

Nach vier Jahren Rückgang: Aufträge im Maschinenbau wachsen erstmals wieder

Nach einer langen Schwächephase geht es für die Branche leicht bergauf, die Kunden bestellen wieder mehr. Ein Markt wird für die Maschinenbauer indes immer unwichtiger.

Ein Laser in einer Trumpf-Maschine bearbeitet ein Werkstück.

© Marijan Murat/dpa

Ein Laser in einer Trumpf-Maschine bearbeitet ein Werkstück.

Nach vier Jahren rückläufiger Bestellungen haben die Maschinenbauer Baden-Württembergs wieder eine wachsende Auftragslage gemeldet. In den ersten acht Monaten des Jahres hätten die Auftragseingänge erstmals seit der vorangehenden Schwächephase wieder um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zugelegt, teilte der Landesverband des VDMA in Stuttgart mit. Profitieren konnten vor allem Firmen, die am Ausbau von KI-Infrastruktur mitarbeiten oder im Bereich Verteidigung und Luft- und Raumfahrt tätig sind.

Auch bei der Umsatzentwicklung stehen die Zeichen auf Erholung. Nachdem der Umsatz der Branche zwei Jahre lang geschrumpft sei, dürfte er in diesem Jahr um etwa ein Prozent auf insgesamt 84 Milliarden Euro wachsen, prognostizierte der VDMA. Mehr als die Hälfte der Maschinenbau-Unternehmen rechne inzwischen wieder mit steigenden Umsätzen, nur noch jede fünfte Firma erwarte einen Umsatzrückgang.

China wird immer unwichtiger

Die Entwicklungen in den Exportmärkten driften dabei immer mehr auseinander. Während die USA trotz Handelsbarrieren erneut als wichtigster Auslandsmarkt das Wachstum trieben, brachen die Exporte nach China im ersten Halbjahr um ganze 26,5 Prozent ein. 

China sei inzwischen nur noch der drittwichtigste Auslandsmarkt der Branche und inzwischen in vielen Feldern ein staatlich geförderter Wettbewerber, sagte Mathias Kammüller, der Chef des VDMA Baden-Württemberg. „Chinesische Unternehmen gewinnen in wichtigen Industriesegmenten rasch an technologischer Stärke und treten immer häufiger in direkte Konkurrenz zu europäischen Herstellern.“

Die EU müsse entschiedener gegen staatlich verursachte Wettbewerbsverzerrungen vorgehen. „Gleichzeitig müssen wir unsere Abhängigkeiten verringern und Liefer- wie Absatzmärkte breiter aufstellen“, so Kammüller.

Am Arbeitsmarkt stehen die Zeichen weiter auf Stellenabbau

Am Arbeitsmarkt macht sich der leichte Aufschwung bei den Auftragseingängen indes noch nicht positiv bemerkbar, im Gegenteil: Bis Juli 2026 sank die Zahl der Beschäftigten im baden-württembergischen Maschinen- und Anlagenbau gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent auf rund 276.650 Personen. Jede dritte Firma rechne im kommenden Halbjahr mit weiteren Einschnitten beim Personal. Es brauche daher dringend bessere Standortbedingungen, so Kammüller.

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Erstellt:
22. Oktober 2026, 11:10 Uhr

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