Bus und Bahn

Neues digitales Ticket für Gelegenheitsfahrer?

In manchen Fällen rechnet sich das Deutschlandticket nicht. Von einem neuen bundesweiten Angebot könnten künftig aber ganz neue Gruppen profitieren.

Eine Person hält ein Smartphone in der Hand, auf dessen Display eine Information zum Kauf des Deutschlandtickets zu sehen ist, während sie vor einem Fahrkartenautomaten steht.

© Julian Stratenschulte/dpa

Eine Person hält ein Smartphone in der Hand, auf dessen Display eine Information zum Kauf des Deutschlandtickets zu sehen ist, während sie vor einem Fahrkartenautomaten steht.

Von Markus Brauer

Für gelegentliche Bus- und Bahnfahrer soll bald bundesweit ein neues digitales Fahrscheinangebot eingeführt werden – als Ergänzung zum bestehenden Deutschlandticket. Der Clou dabei: Per Smartphone wird Fahrtbeginn und Fahrtende registriert und der günstigste Tarif automatisch berechnet. Fahrgäste zahlen in einem Monat insgesamt aber nicht mehr als für ein Deutschlandticket.

Einen entsprechenden Vorschlag haben die Länder Nordrhein-Westfalen und Hamburg für die Herbstkonferenz der Verkehrsminister eingebracht, wie das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ über das Vorhaben berichtet.

Vorbild ist das Ticketsystem eezy.nrw

Der Antrag von NRW und Hamburg für die an diesem Mittwoch (21. Oktober) beginnende Konferenz im bayerischen Hohenschwangau sieht vor, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die ein Konzept für das neue Ticketsystem erstellen soll. Vorbild ist das Angebot eezy.nrw in Nordrhein-Westfalen, das nach Angaben des Verkehrsministeriums ein großer Erfolg ist. Im September seien mehr als 1,4 Millionen Fahrten mit eezy.nrw abgerechnet worden.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) erläutert die Idee: „Wer nur gelegentlich Bus und Bahn fährt, muss genauso unkompliziert und zu fairen Konditionen unterwegs sein können wie die Vielfahrer mit dem Deutschlandticket.“ Das in NRW bereits funktionierende System könnte bundesweit ausgedehnt werden: „Dann könnten Gelegenheitsfahrer bald in ganz Deutschland einfach und komfortabel im Nahverkehr unterwegs sein.“

Der Fahrgastverband Pro Bahn unterstützt den Vorstoß. „Das bringt die Leute in den Nahverkehr. Denn es gibt viele, die kaufen sich kein Deutschlandticket, weil sie es kaum gebrauchen können“, erklärt der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß. Er regt an, Gruppen und Familien einzubeziehen. Das Deutschlandticket für den bundesweiten Regionalverkehr kostet zurzeit 63 Euro pro Monat, im kommenden Jahr dann 66,80 Euro.

Digitales Ticket-System in Europa

Ein einheitliches, europaweites Einzelticket für den gesamten öffentlichen Nahverkehr existiert noch nicht.

  • Apps: Es gibt allerdings lokale und nationale Apps: Fast jede größere europäische Stadt – wie Paris, Amsterdam, Berlin, Brüssel oder Rom – hat eigene Apps oder kontaktlose Zahlungssysteme (Check-in/Check-out per Kreditkarte, Smartphone oder lokale ÖPNV-App).
  • Check-in/Check-out-Systeme: In Ländern wie den Niederlanden (OVpay) oder Regionen in Deutschland (eezy.nrw) registriert eine App den Start und das Ende der Fahrt per Smartphone und rechnet den Tarif automatisch ab.
  • Fernverkehr: Für Züge und Fernbusse gibt es digitale Plattformen wie Flix, Rail Europe, Omio oder Trainline, über die man grenzüberschreitend E-Tickets buchen kann.

Hierzulande wird dagegen beklagt, dass das beliebte Deutschlandticket von Jahr zu Jahr im Preis steigt. Für 2027 ist ein Anstieg von 63 auf 66,80 Euro vorgesehen.

Mit dpa-Agenturmaterial

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Erstellt:
20. Oktober 2026, 12:00 Uhr

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