Wissenschaftler Georg Nagel

Nobelpreisträger kommt aus Baden-Württemberg

Ein Wissenschaftler aus dem Kreis Ravensburg erhält den Medizin-Nobelpreis 2026. Zusammen mit zwei weiteren Wissenschaftlern hat er die Reaktion von Algen auf Licht erforscht.

Nobelpreisträger Georg Nagel auf einem Bild der Uni Würzburg.

© RUDI MERKL/afp

Nobelpreisträger Georg Nagel auf einem Bild der Uni Würzburg.

Von Michael Maier

Große Ehrung für einen gebürtigen Oberschwaben: Der 73-jährige Georg Nagel erhält den Medizin-Nobelpreis 2026 – gemeinsam mit Peter Hegemann, der aus NRW stammt, und Karl Deisseroth aus den USA. Bekanntgegeben wurde die Entscheidung am Montagmorgen in Stockholm. Gewürdigt werden ihre Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik.

Nagel wurde 1953 in Weingarten im Kreis Ravensburg geboren. Er studierte Biologie und Biophysik an der Universität Konstanz. Seine wissenschaftliche Laufbahn führte ihn über Frankfurt und Forschungsaufenthalte in den USA nach Würzburg, wo er 2004 eine Professur übernahm.

Von Weingarten zum Medizin-Nobelpreis

Den entscheidenden Ausgangspunkt fanden Nagel und Hegemann in einer einzelligen Alge: Sie entdeckten Kanalrhodopsin, ein Protein, das unter blauem Licht einen Ionenkanal öffnet. Deisseroth nutzte diese Eigenschaft, um Nervenzellen mithilfe von Licht gezielt zu aktivieren. So entstand ein wichtiges Werkzeug der Optogenetik.

Die Methode ermöglicht Forschenden, die Arbeit bestimmter Nervenzellen und neuronaler Netzwerke genauer zu untersuchen. Damit lässt sich besser verstehen, wie Erinnerungen, Gefühle und Verhalten entstehen – und welche Schaltkreise bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen eine Rolle spielen.

Die drei Wissenschaftler teilen sich ein Preisgeld von zwölf Millionen schwedischen Kronen, umgerechnet gut einer Million Euro. Für Nagel ist der Nobelpreis die höchste Anerkennung einer Forschungslaufbahn, deren Wurzeln in Baden-Württemberg liegen.

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Erstellt:
5. Oktober 2026, 14:14 Uhr

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