Hollywood-Megadeal
Paramount schließt Warner-Übernahme ab
Eine Mega-Fusion krempelt Hollywood um: Paramount schluckt den Rivalen Warner Brothers. Der neue Konzern startet mit Milliardenschulden und Fragen nach politischem Einfluss.
© MARIO TAMA/afp
Paramount-Logo auf einem Wasserturm: Das Studio hat die Übernahme des Hollywood-Konkurrenten Warner Brothers abgeschlossen.
Der Unterhaltungskonzern Paramount hat die Übernahme des Hollywood-Konkurrenten Warner Brothers abgeschlossen. In Hollywood bricht damit eine neue Ära mit Paramount und Warner Brothers unter einem Dach an. Der von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison beherrschte Paramount-Konzern schloss die gut 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner ab.
Das neue Unternehmen mit dem Namen Skydance steht nun vor einer komplexen Integration und muss dabei eine Schuldenlast von Dutzenden Milliarden Dollar bewältigen. Hollywood befürchtet eine Welle des Stellenabbaus - und Liberale in den USA eine politische Einflussnahme des Trump-Unterstützers Ellison auf den Warner-Nachrichtensender CNN. Hollywood wird durch den Deal ähnlich stark umgekrempelt wie durch die Übernahme des Studios 20th Century Fox durch Disney 2019. Die Ellison-Familie hatte Paramount erst im vergangenen Jahr übernommen.
Warner ist bekannt unter anderem für Filmreihen wie „Batman“, „Superman“ und „Harry Potter“. Paramount bringt unter anderem „Mission: Impossible“ und „Star Trek“ ein.
Monatelanges Ringen um die Fusion
Paramount sagte im monatelangen Ringen um die Fusion unter anderem zu, in den ersten zwei Jahren nach dem Zusammenschluss mindestens 30 Filme der beiden Studios pro Jahr in die Kinos zu bringen. In den drei Jahren danach sollen es 32 Filme sein. Für jeden Film, den die Studios darunter liegen, soll eine Zahlung von 30 Millionen Dollar fällig werden. Außerdem wird der neue Dachkonzern mit dem Namen Skydance in den kommenden fünf Jahren zusätzliche 1,5 Milliarden Dollar für Produktionen in den USA ausgeben.
Der führende Kopf beim neuen Konzern ist der Filmproduzent David Ellison, der sich in den vergangenen Jahren unter anderem mit dem zweiten „Top Gun“-Film einen Namen machte. Er ist der Sohn von Larry Ellison, dessen Milliarden-Garantie den Megadeal überhaupt erst möglich gemacht hatte. Kurz vor Abschluss der Übernahme holte Ellison in eine Doppelspitze den bisherigen Chef des Spielzeugriesen Mattel, Ynon Kreiz. Ellison soll für die Strategie zuständig sein, während Kreiz sich um das operative Geschäft kümmert. Anlegern wurden Einsparungen von sechs Milliarden Dollar nach drei Jahren versprochen.
