Rekord-Wahlbeteiligung

Parlamentswahl in Serbien: Vucic gesteht Niederlage ein

Der langjährige serbische Präsident hat die Niederlage seiner seit vielen Jahren herrschenden Fortschrittspartei eingeräumt. Die Wahlbeteiligung in Serbien erreichte eine Rekord-Höhe.

Der langjährige Präsident Aleksandar Vucic hat nach der Parlamentswahl seine Niederlage eingeräumt.

© Alexander Ryumin/TASS/actionpress

Der langjährige Präsident Aleksandar Vucic hat nach der Parlamentswahl seine Niederlage eingeräumt.

Nach der Parlamentswahl in Serbien hat der langjährige Präsident Aleksandar Vucic die Niederlage seiner seit vielen Jahren herrschenden Fortschrittspartei eingeräumt. „Auf der Grundlage einer geschichteten Stichprobe ist klar, dass wir diese Wahlen verloren haben“, sagte Vucic am Sonntagabend vor seinen Anhängern im Parteihauptquartier in Belgrad.

Die Wahlbeteiligung hatte bereits vor Schließung der Wahllokale den höchsten Wert seit mehr als 30 Jahren erreicht, in den Monaten vor der Wahl hatte eine von Studenten getragene Protestbewegung massiv gegen die Regierung mobilisiert. Die Beteiligung an dem Urnengang am Sonntag sei mit 64,89 Prozent bis 18 Uhr die höchste seit mehr als 30 Jahren, teilte die Wahlkommission am Abend kurz vor Schließung der Wahllokale um 20 Uhr mit.

Bei den vorgezogenen Neuwahlen forderte die aus den Studentenprotesten hervorgegangene Studentska Lista die Serbische Fortschrittspartei von Vucic heraus, der die Politik des Landes seit vielen Jahren beherrscht. Nach seinem Rücktritt als Staatschef im September wollte er nun erneut das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen, das er bereits vor seiner Präsidentschaft ausgeübt hatte.

Wahlbeobachter melden Zwischenfälle

Die Stimmung am Wahltag war angespannt. Seit den Morgenstunden vermeldeten lokale Wahlbeobachter zahlreiche Zwischenfälle - von Wahllokalen, die verspätet öffneten, über mutmaßlichen Stimmenkauf bis zu gewaltsamen Vorfällen. Bei der südserbischen Stadt Nis sollen an die 30 Unbekannte ein Wahllokal gestürmt und Anwesende attackiert haben; in einem Belgrader Vorort soll eine Gruppe Maskierter vor einem Wahllokal auf junge Männer eingeprügelt haben. In Nordserbien seien zwei Journalisten bei der Ausübung ihrer Arbeit mit Steinen beworfen worden, berichten örtliche Medien.

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Erstellt:
25. Oktober 2026, 21:58 Uhr

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