Wenn der Tankrabatt endet

Schießen die Spritpreise wieder in die Höhe?

Der Tankrabatt gilt nur noch bis zum 31.12.2026. Was danach kommt, ist noch unklar. Könnten die Spritpreise wieder steigen?

Was passiert mit den Spritpreisen am 01. Januar 2027?

© Felix Hörhager/dpa

Was passiert mit den Spritpreisen am 01. Januar 2027?

Von Lukas Böhl

Seit dem 1. Oktober 2026 gilt in Deutschland eine vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Einschließlich Mehrwertsteuer beträgt die Entlastung rund 17 Cent pro Liter. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern macht das immerhin 8,50 Euro aus.

Doch damit ist am 31. Dezember Schluss. Eine Verlängerung des Tankrabatts ist nach dem aktuellen Gesetzentwurf wegen der angespannten Haushaltslage nicht vorgesehen. Ab Januar gelten damit wieder die regulären Energiesteuersätze.

Werden Benzin und Diesel im Januar 17 Cent teurer?

Ein Preisanstieg zum Jahreswechsel ist durchaus möglich. Fällt die Steuerentlastung weg und geben die Mineralölunternehmen die höhere Steuer vollständig an die Kunden weiter, könnten Benzin und Diesel rechnerisch um rund 17 Cent pro Liter teurer werden.

Ob die Preise tatsächlich in diesem Umfang steigen, lässt sich allerdings nicht vorhersagen. Schließlich hängen die Kraftstoffpreise auch von den Rohölpreisen, Wechselkursen und den Margen der Mineralölunternehmen ab. Sinkende Beschaffungskosten könnten einen Teil des Steueranstiegs ausgleichen. Steigende Ölpreise könnten die Belastung dagegen zusätzlich verschärfen.

Spritpreisdeckel soll Autofahrer schützen

Eigentlich hatte sich die schwarz-rote Bundesregierung vorgenommen, den auslaufenden Tankrabatt durch einen Spritpreisdeckel zu ersetzen. Als Vorbild dienen Belgien und Luxemburg, wo der Staat regelmäßig Höchstpreise für Kraftstoffe festlegt.

Anfang November hat das Bundeswirtschaftsministerium von Katherina Reiche (CDU) einen ersten Entwurf für ein entsprechendes Gesetz vorgelegt. Allerdings sieht dieser deutlich strengere Voraussetzungen vor als eine allgemeine Preisobergrenze.

Demnach dürfte die Bundesregierung erst eingreifen, wenn die Kraftstoffpreise in Deutschland drei Wochen hintereinander jeweils um mehr als fünf Prozentpunkte stärker steigen als im Durchschnitt der übrigen EU-Staaten.

Selbst wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, würde der Preisdeckel nicht automatisch greifen. Die Bundesregierung müsste ihn zunächst per Verordnung aktivieren.

Preisdeckel könnte erst Wochen später greifen

Für Autofahrer bedeutet das: Selbst bei deutlich steigenden Spritpreisen Anfang Januar wäre zunächst keine unmittelbare Entlastung durch den geplanten Preisdeckel garantiert.

Hinzu kommt, dass die Maßnahme laut Entwurf auf maximal drei Monate begrenzt sein soll. Bei einer Gefährdung der Kraftstoffversorgung könnte sie außerdem ausgesetzt werden. Auch regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern wären möglich.

Wie hoch die erlaubten Höchstpreise tatsächlich ausfallen sollen, ist bislang ebenfalls unklar. Eine konkrete Berechnungsformel fehlt noch.

Kritik am Gesetzentwurf

Innerhalb der Koalition sorgt der Vorschlag bereits für Streit. Die SPD kritisiert insbesondere die hohen Hürden für einen staatlichen Eingriff. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Roloff, fordert Nachbesserungen und eine kurzfristig wirksame Entlastung.

Wirtschaftsministerin Reiche hatte zuvor vor möglichen Folgen einer Preisbegrenzung für Raffinerien und die Versorgungssicherheit gewarnt.

Der Gesetzentwurf befindet sich derzeit noch in einem frühen Abstimmungsstadium. Ob und in welcher Form er verabschiedet wird, ist deshalb offen.

Was heißt das für Autofahrer?

Zum Jahreswechsel besteht ein erhebliches Risiko steigender Spritpreise. Denn während die steuerliche Entlastung definitiv befristet ist, steht der geplante Preisdeckel noch nicht fest.

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Erstellt:
5. November 2026, 06:32 Uhr
Aktualisiert:
5. November 2026, 09:11 Uhr

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