Einzelkritik zur DFB-Nationalelf
So schlug sich Chris Führich beim Debüt von Jürgen Klopp
Die DFB-Elf hat zum Einstand von Bundestrainer Jürgen Klopp in den Niederlanden 1:1 gespielt. Wir haben die deutschen Nationalspieler in unserer Einzelkritik bewertet.
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In der 64. Spielminute eingewechselt, kam Chris Führich in Amsterdam zu seinem zehnten Länderspiel.
Von Marco Seliger, Heiko Hinrichsen
Zur Premiere gibt es für Bundestrainer Jürgen Klopp ein Unentschieden: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat zum Auftakt der Nations League in der Gruppe B in den Niederlanden 1:1 gespielt. Dabei hatte der Dortmunder Felix Nmecha die DFB-Elf in der Amsterdam Arena in Halbzeit eins mit 1:0 in Führung gebracht (32.). Doch Cody Gakpo gelang für Oranje in der Nachspielzeit (90.+2) der Ausgleich.
Wir haben alle bis zur 80. Spielminute eingesetzten DFB-Akteure mit einer detaillierten Einzelkritik bewertet.
An diesem Sonntag (20.45 Uhr/ARD) trifft die deutsche Nationalelf erneut in der Nations League auf das Team aus Griechenland.
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Marc-André ter Stegen (Note 4): Nach langer Leidenszeit mit allerlei Verletzungspech kehrte der Keeper also tatsächlich ins deutsche Tor zurück – und das auch noch an der neuen Wirkungsstätte in Amsterdam. Ter Stegens Leistung passte nicht so ganz zu diesem feierlichen Rahmen. Hatte Glück, dass der Schiedsrichter in Minute 13 ein Kopfballtor von Virgil van Dijk nach einer Ecke abpfiff, nachdem ihn Brian Brobbey vorher nicht allzu hart mit der Hüfte attackiert hatte. Später mit zwei krassen Abspielfehlern, die nur mit Glück folgenlos blieben. Immerhin mit starker Fußabwehr in Hälfte zwei und bärenstarkem Reflex nach einem Schuss aus kurzer Distanz – nach eigenem Patzer nach Standard unmittelbar zuvor.
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Philipp Treu (Note 2): Der Freiburger Rechtsverteidiger gab sein Länderspieldebüt und stach damit auf seiner Position VfB-Profi Josha Vagnoman aus – Treu knüpfte im DFB-Dress über weite Strecken an seine starken Vorstellungen der vergangenen Monate an. Extrem bissig und griffig in den Zweikämpfen, dazu immer wieder mit Vorstößen: Treu blieb sich treu – und damit vorne wie hinten: stark.
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Jonathan Tah (Note 3): Der Innenverteidiger des FC Bayern scheint auch unter Jürgen Klopp im Nationalteam gesetzt zu sein. Er rechtfertigte das Vertrauen in Amsterdam weitgehend. In stürmischen niederländischen Phasen präsent und gut positioniert.
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Nico Schlotterbeck (Note 3): Nach seiner Knieverletzung bei der WM ist der Dortmunder Innenverteidiger wieder fit. In Amsterdam mitunter mit Abstimmungsproblemen, aber immer präsent und mit angemessener Härte in den Zweikämpfen.
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Nathaniel Brown (Note 3): Der Mann, der bei der WM links hinten Stammkraft war, durfte nun auch unter dem neuen Bundestrainer von Beginn an ran. Der Neuzugang des FC Bayern überzeugte am Donnerstagabend in Amsterdam in weiten Teilen. Bärenstark sein Tempolauf samt Hereingabe in der 39. Minute, die der freistehende Adeyemi nur noch hätte verwerten müssen. Schlecht postiert aber in der 65. Minute auf der linken Abwehrseite, als eine Hereingabe fast zum 1:1 geführt hätte.
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Joshua Kimmich (Note 3): Ja, der Kapitän durfte unter Jürgen Klopp also von rechts hinten ins Mittelfeldzentrum wechseln. Gegen die Niederlande war Kimmich oft der Chef im Ring, auch im Dauerclinch mit Kapitäns-„Kollege“ van Dijk. Bemüht um Struktur im Zentrum in einem mitunter chaotischen und wilden Spiel, in schwachen deutschen Phasen nicht immer ein Anker. Im Aufbau gewohnt passsicher.
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Felix Nmecha (Note 2,5): Der BVB-Mittelfeldmann betrieb in Amsterdam Werbung in eigener Sache – mit seinem Tor zum 1:0 aus kurzer Distanz in der 32. Minute. Ansonsten viel unterwegs und damit beschäftigt, Löcher im manchmal offenen Mittelfeld zu stopfen. Nicht brillant, aber extrem kämpferisch und vorne effizient, das war Nmechas Auftritt, der nach einer guten Stunde endete.
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Karim Adeyemi (Note 2,5): Der rechte Flügelmann vom FC Barcelona zeigte, dass er Lust auf die Nationalelf hat. War sehr engagiert – und spulte eine großes Laufpensum ab. Setzte sich unmittelbar vor dem 1:0 durch Nmecha energisch im Zweikampf ein. Vergab allerdings die dicke Chance zum 2:0, als er freistehend drüber schoss (38.). Blieb aber auch danach sehr aktiv.
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Nadiem Amiri (Note 3): Rückte erst kurz vor Anpfiff für den am Oberschenkel verletzten Münchner Jamal Musial in die Anfangsformation. Dieser Kaltstart zeigte bei Amiri Wirkung, der nicht gut in die Partie kam. Vieles lief an dem Mainzer vorbei, der sich aber steigerte. Amiri stopfte viele Lücken – und bekam immer mehr Zugriff auf das Spiel.
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Kevin Schade (Note 3,5): Der Profi vom Premier-League-Club FC Brentford legte auf dem linken Flügel in der Anfangsphase dynamisch los – war dann aber häufig mit Defensivaufgaben beschäftigt. Bemühte sich danach auch, offensive Akzente zu setzen. Doch es klappte längst nicht alles.
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Kai Havertz (Note 3,5): Der WM-Fahrer vom FC Arsenal spielte ganz vorne in der Spitze. War bemüht, dem Druck der Niederländer in der ersten halben Stunde etwas entgegen zu setzen – und mit spielerischen Mitteln für Entlastung zu sorgen. Dies gelang nur bedingt. Musste nach 30 Minuten mit Oberschenkelproblemen verletzt raus.
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Younes Ebnoutalib (Note 3,5): Der Frankfurter Stürmer kam in der 30. Minute für den verletzten Kai Havertz in die Partie – und hatte wenig später die erste gute deutsche Chance mit einem Linksschuss. Hinterher bei seinem Debüt in der A-Nationalelf aktiv eingebunden als Stoßstürmer, aber nicht immer sicher unterwegs in Ballbesitz.
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Chris Führich (Note 2,5): Der Linksaußen des VfB Stuttgart kam in der 64. Minute für Kevin Schade in die Partie. Sechs Minuten später mit einem starken Vorstoß über links - und fast mit einer Torvorlage: Seine flache Hereingabe konnte Adeyemi aber nicht verwerten. Wieder nur eine Minute später mit einem geblockten Abschlussversuch. Führich war also sehr aktiv nach seiner Einwechslung. Später dann weiter voll drin im Spiel – auch mit starken Pressingmomenten.
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Anton Stach (Note 3): Der Mittelfeldmann wurde in der 64. Minute eingewechselt und sollte Stabilität ins phasenweise wilde deutsche Spiel bringen, was ihm meist gelang.
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Serge Gnabry: Der Offensivmann kam nach 80 Minuten in die Partie, keine Bewertung – obwohl er mit einem schlimmen Ballverlust das 1:1 in der Nachspielzeit einleitete.
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Yannik Engelhardt: Der Freiburger Mittelfeldmann feierte von Minute 80 an sein Länderspieldebüt – keine Bewertung.
