Früherkennung für Raucher

So sicher ist das Lungenkrebs-Screening

Die folgende Übersicht zeigt, wie starke Raucher ihr Risiko für Lungenkrebs kontrollieren können. Doch die Untersuchung kann auch psychisch belastend sein.

Eine Patientin liegt in einem CT-Gerät: Das Lungenkrebs-Screening erfolgt per Niedrigdosis-CT, das Tumoren bereits im Frühstadium sichtbar macht.

© Martin Schutt/dpa-tmn/dpa

Eine Patientin liegt in einem CT-Gerät: Das Lungenkrebs-Screening erfolgt per Niedrigdosis-CT, das Tumoren bereits im Frühstadium sichtbar macht.

Von Regine Warth

Kein anderer bösartiger Tumor ist für so viele Todesfälle verantwortlich wie der Lungenkrebs: In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 45.000 Menschen an den Folgen der Erkrankung. Das Problem: Nur etwa 15 Prozent aller Fälle werden in einem so frühen Stadium entdeckt, dass die Heilungschancen noch vergleichsweise günstig sind. Doch inzwischen gibt es eine Vorsorgeleistung für Risikopatienten – vor allem starke Raucher. Sie können auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen ihre Lunge screenen lassen. Lungenfachärzte sind vom Nutzen überzeugt: „Eine Früherkennung ist entscheidend für das Überleben der Patienten, da sie den Übergang zu aggressiven Stadien verhindert, in denen der Tumor gestreut hat“, sagt Martin Hetzel, Ärztlicher Direktor für Pneumologie und Beatmungsmedizin am Klinikum Stuttgart.

Wer darf an dem Screening teilnehmen?

Personen im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre ohne lange Unterbrechung und mindestens 15 Jahre davon ein Päckchen pro Tag geraucht haben, erhalten jedes Jahr die Möglichkeit, ihre Lunge bei einem Radiologen mit einer bildgebenden Untersuchung durchchecken zu lassen. Die Strahlendosis ist bei diesem Verfahren sehr niedrig. In Deutschland kommen nach Berechnungen des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg (DKFZ) etwa 5,5 Millionen Menschen für eine Teilnahme am Screening in Frage. Ist der Befund auffällig, werden Patienten vom Radiologen an ein zertifiziertes Lungenzentrum überwiesen.

Wie kommen Patienten zu der Vorsorgeleistung?

Für das Screening ist eine Überweisung vom Allgemeinmediziner oder Internisten erforderlich. Eine weitere Eintrittsstelle in das Screeningprogramm bieten auch Lungenfachärzte und Arbeitsmediziner. Nicht jeder Radiologe kann die Vorsorge durchführen: Die teilnehmenden Fachärzte benötigen eine spezielle Fortbildung, und sie müssen ihre Qualifikation sowie bestimmte Mindestmengen an durchgeführten CT-Untersuchungen am Brustkorb nachweisen. Erst dann erhalten sie die erforderliche Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung.

Wie sicher ist das Screening?

Der Nutzen dieser Verlaufskontrollen ist durch Studien belegt: Eine regelmäßige jährliche Niedrigdosis-CT-Untersuchung über zehn Jahre hinweg kann fünf von 1000 Raucherinnen und sechs von 1000 Rauchern vor einem Tod durch Lungenkrebs bewahren, so informiert der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA). Allerdings kann es zu sogenannten falsch-positiven Befunden kommen, die Patienten verunsichern können, sagen Lungenspezialisten wie  Martin Hetzel, der am Klinikum Stuttgart das Robert-Mayr-Lungenzentrum leitet. „Selbst kleinste Läsionen werden im CT angezeigt, die eventuell gar keine Tumorherde sind.“

In einer Studie mit rund 27.000 Teilnehmern zeigte sich, dass etwa jeder Vierte einen auffälligen Befund erhalten hatte, der dann entweder per Biopsie oder mittels einer Langzeitkontrolle abgeklärt werden musste. Im Falle der Langzeitkontrolle mussten Patienten drei bis sechs, manchmal auch 24 Monate warten, bis die seriellen CT-Untersuchungen ausbleibendes Wachstum der Tumorherde ergeben.

Am Ende erhielt jeder Sechste aus der Gruppe mit positivem Testergebnis aus dem Screening die Diagnose Lungenkrebs. „Diese bis zu zwei Jahre andauernde Ungewissheit – ob Krebs vorliegt oder nicht – ist die mögliche psychische Belastung eines Risikopatienten, der sich auf das Screening einlässt“, sagt Hetzel.

Wie gut sind bei einem früh erkannten Lungenkrebs die Heilungschancen?

Letztlich sind die Heilungschancen bei Lungenkrebs in einem frühen Stadium so gut wie nie zuvor: Patienten mit einem nicht-kleinzelligen lokalisierten Bronchialkarzinom haben durch die operative Entfernung des Tumors im Frühstadium nicht nur eine hohe Überlebenschance, sie gelten fünf Jahre nach dem Operationstermin als geheilt, sagt Hetzel. Hat sich der Krebs schon weit ausgebreitet und/oder Metastasen gebildet, stehen – je nach Situation – Chemotherapie, Strahlentherapie, Strahlen-Chemotherapie, Immuntherapie sowie zielgerichtete Behandlungen im Vordergrund.

Ablauf des Lungenkrebs-Screenings, das seit 1. April 2026 von den gesetzlichen Krankenkassen für Risikopatienten eingeführt worden ist.

© Kassenärztliche Bundesvereinigung

Ablauf des Lungenkrebs-Screenings, das seit 1. April 2026 von den gesetzlichen Krankenkassen für Risikopatienten eingeführt worden ist.

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Erstellt:
7. Oktober 2026, 14:34 Uhr

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