Fall Serena Bilanceri

Sorge um Pressefreiheit in Israel – Einsatz für taz-Journalistin

Der Fall der Journalistin Serena Bilanceri hat neue Diskussionen über die Pressefreiheit in Israel ausgelöst. Die Behörden hatten der taz-Journalistin unlängst die Einreise verweigert.

Journalisten und Angehörige versammeln sich, um des ersten Jahrestags der Ermordung der Journalisten Mariam Dagga und Hussam al-Masri zu gedenken, die zu den Opfern eines israelischen Angriffs auf das Nasser-Krankenhaus am 25. August 2025 gehörten (Archivfoto).

© Abdel Kareem Hana/AP/dpa

Journalisten und Angehörige versammeln sich, um des ersten Jahrestags der Ermordung der Journalisten Mariam Dagga und Hussam al-Masri zu gedenken, die zu den Opfern eines israelischen Angriffs auf das Nasser-Krankenhaus am 25. August 2025 gehörten (Archivfoto).

Nachdem Israel einer Journalistin der „tageszeitung“ die Einreise verweigert hat, hat sich die Bundesregierung eingeschaltet. Der Fall sei in der Kürze der Zeit schon mehrfach gegenüber den israelischen Behörden und der Regierung thematisiert worden, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. Zu Wochenbeginn war bekannt geworden, dass Israels Behörden Serena Bilanceri die Einreise verweigert hatten. Sie ist seit Juni offizielle Korrespondentin der taz für Israel und die Palästinensergebiete.

Kritik von Reporter ohne Grenzen

Zuletzt wurde laut Angaben von Reporter ohne Grenzen mehreren ausländischen Journalisten die Einreise nach Israel kurzzeitig oder länger verwehrt. „Generell misst die Netanjahu-Regierung der Pressefreiheit, immerhin ein demokratischer Grundwert, keine große Bedeutung bei“, so ein Sprecher. In dem jährlich von der Organisation vorgelegten Ranking der Pressefreiheit sank Israel von Platz 86 im Jahr 2022 auf Platz 116 von 180 Ländern im laufenden Jahr.

Seit Längerem beobachte man ein schärferes Vorgehen der israelischen Regierung „gegen jegliche Berichterstattung, die von der offiziellen Linie abweicht“. Beispielhaft nannte der Sprecher von Reporter ohne Grenzen das „Al-Dschasira-Gesetz“ gegen unliebsame Berichterstattung internationaler Medien, ständige Drohungen gegen die kritische israelische Tageszeitung „Haaretz“ oder Klagen gegen einzelne Medien und Journalisten.

Debatten über Dokumentarfilm Naza

Kritik äußerte die Organisation auch gegenüber dem Vorgehen der israelischen Regierung mit Blick auf den Dokumentarfilm „Naza“ von Yuval Abraham und Rachel Szor. Sollte Premierminister Benjamin Netanjahu seine Ankündigung wahr machen und die in dem Film anonym auftretenden Militärangehörigen enttarnen, sei das hochproblematisch.

Wenn die Vertraulichkeit der Kommunikation mit Journalisten nicht mehr gewahrt bleibt und Gespräche mit den Medien sogar juristisch verfolgt werden könnten, „ist eines der Grundprinzipien im Journalismus gefährdet“, warnte der Sprecher von Reporter ohne Grenzen.

„Naza“, abgeleitet von dem hebräischen Kürzel für Kollateralschaden, enthält Interviews mit israelischen Soldaten und Geheimdienstmitarbeitern, die unter anderem aussagen, Israel habe beim Krieg im palästinensischen Gazastreifen bewusst viele zivile Opfer in Kauf genommen. Der Film löste in Israel eine heftige Kontroverse aus.

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Erstellt:
14. Oktober 2026, 15:40 Uhr

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