Hamburg
Tausende bei Demo für mehr Opferschutz – Collien Fernandes doch dabei
„Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln“: Mit dieser Forderung sind in der Hamburger Innenstadt Tausende auf die Straße gegangen. Es gibt prominente Unterstützung.
© Marcus Brandt/dpa/Marcus Brandt
Collien Fernandes spricht auf der Bühne auf dem Rathausmarkt in Hamburg während der Demonstration gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen.
Von red/dpa
Zusammen mit Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes haben Tausende Menschen bei einer Demonstration in Hamburg mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt gefordert. „Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln“, war auf Plakaten zu lesen. Die Aktion am Rathausmarkt wurde unter anderem von der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Kolumnistin Alexandra Zykunov unterstützt.
Man wolle ein sichtbares Zeichen auf der Straße setzen, sagte die Hamburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Annika Urbanski, die die Versammlung angemeldet hatte. Im Aufruf zur Demonstration hieß es: „Der Schutz für Betroffene durch Gesetze hier in Deutschland ist unzureichend. Wir fordern mehr Schutz, klare Gesetze und echte Konsequenzen – online wie offline.“
Fernandes doch dabei
Die Idee zu der Demo sei aus Solidarität mit Fernandes entstanden. Die 44-Jährige hatte eigentlich ihre Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt, sie trat dann aber doch auf.
Auch in Berlin und Hannover waren in den vergangenen Tagen bei ähnlichen Aktionen tausende Demonstranten auf die Straße gegangen.
Schwere Vorwürfe
Hintergrund einer aktuellen Debatte über digitale Gewalt sind schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der „Spiegel“ berichtet hatte. Fernandes hat auf Mallorca Anzeige erstattet, wie eine Justizsprecherin auf der spanischen Mittelmeerinsel der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Das Verfahren befinde sich noch in einem sehr frühen und vertraulichen Stadium, sagte sie am 19. März.
In Deutschland läuft eine Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen. Hintergrund ist eine „Spiegel“-Recherche über Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes, die ihren Ex-Mann, den Schauspieler und Produzenten Christian Ulmen, laut dem Nachrichtenmagazin wegen „Anmaßung des Personenstands, öffentlicher Beleidigung, Offenlegung von Geheimnissen, wiederholter Körperverletzung im familiären Näheverhältnis und schwerer Bedrohung“ angezeigt hat.
Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“ handle. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“, wie es in einem veröffentlichten Informationsschreiben heißt. Eine Anfrage unserer Zeitung zu den erhobenen Vorwürfen ließ die Kanzlei unbeantwortet. Ein in Spanien geführtes Ermittlungsverfahren befindet sich in einer sehr frühen Phase. Es gilt die Unschuldsvermutung.
