Gewehr in Gitarrenkoffer

Terrorermittlungen nach Schüssen an Schule in Südfrankreich

Der 14-jährige Schütze gehörte nach den Ermittlungen zu einer Community, die im Internet Amokläufer und Serienmörder verherrlicht. Gegenüber den Fahndern hat er auch über sein Motiv gesprochen.

Ein Fahrzeug der Stadtpolizei steht vor dem Joseph-Lakanal-Gymnasium, nachdem in Aubagne in Südfrankreich ein Schulleiter durch einen Schuss aus einem Jagdgewehr verletzt und ein Jugendlicher festgenommen wurde. (zu dpa: «Terrorermittlungen nach Schüssen an Schule in Südfrankreich»)

© Miguel Medina/AFP/dpa

Ein Fahrzeug der Stadtpolizei steht vor dem Joseph-Lakanal-Gymnasium, nachdem in Aubagne in Südfrankreich ein Schulleiter durch einen Schuss aus einem Jagdgewehr verletzt und ein Jugendlicher festgenommen wurde. (zu dpa: «Terrorermittlungen nach Schüssen an Schule in Südfrankreich»)

Nach der Gewehrattacke eines 14-Jährigen in einer Schule in Südfrankreich hat die Antiterror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Erste Ermittlungen deuteten auf eine Zugehörigkeit des Schülers zur sogenannten „True Crime Community (TCC)“ hin, deren Mitglieder im Internet Amokläufer und Serienmörder verherrlichten und zu extremer Gewalt aufriefen, teilten die Antiterror-Fahnder in Paris mit. Auf digitalen Datenträgern des Schülers seien entsprechende Hinweise gefunden worden. Gegen den 14-Jährigen werde wegen versuchten Mordes mit terroristischem Hintergrund ermittelt.

Der Schüler hatte am Montag in einer Schule in Aubagne bei Marseille mit einem Jagdgewehr den Schulleiter und eine Lehrerin angeschossen und weitere Schüsse in Richtung eines Lehrers und in einer Klasse abgegeben. Der Direktor und die Lehrerin kamen verletzt in eine Klinik. Eine Lehrkraft überwältigte den Schüler. Das Gewehr hatte er nach Angaben der Fahnder in einem Gitarrenkoffer versteckt in die Schule gebracht. 

Jugendlicher Schütze mochte den Schulleiter nicht

Im Verhör habe der 14-Jährige von Rachegefühlen gegenüber den Lehrkräften gesprochen und sein Bedauern geäußert, berichtete der Sender BFMTV unter Verweis auf Ermittlerkreise. Er habe von einem gewissen Unbehagen an seiner Schule und in seinem Privatleben berichtet. Er habe gesagt, dass er den Schulleiter nicht mochte wegen der Art und Weise, wie dieser mit ihm sprach.

Wie BFMTV weiter unter Verweis auf die Ermittler berichtete, seien im Elternhaus des Schülers mehrere Jagdgewehre gefunden worden, die der Vater als ehemaliger Sportschütze und Soldat regulär in einem verschlossenen Waffenschrank aufbewahrte. Der Schüler habe ausgesagt, den Schlüssel für den Schrank gestohlen zu haben, um an eines der Jagdgewehre zu kommen.

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Erstellt:
13. Oktober 2026, 17:08 Uhr

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