Dramatischer Einsatz in Österreich

Trotz Warnung – Bergretter retten unterkühlten Deutschen aus Klettersteig

Ein 20-Jähriger gerät in einem Klettersteig in 2600 Metern Höhe in Bergnot. Seine Begleiter steigen weiter, die Rettung dauert 14 Stunden. Eine weitere Nacht hätte er laut Bergrettung wohl nicht überlebt.

Der 20-Jährige war den Angaben zufolge mit zwei weiteren deutschen Bergsteigern trotz eindringlicher Warnung einer weiteren Bergsteigerin und einer schlechten Wetterprognose viel zu spät in den Klettersteig Königsjodler eingestiegen.

© Bergrettung Mühlbach/dpa

Der 20-Jährige war den Angaben zufolge mit zwei weiteren deutschen Bergsteigern trotz eindringlicher Warnung einer weiteren Bergsteigerin und einer schlechten Wetterprognose viel zu spät in den Klettersteig Königsjodler eingestiegen.

Von Markus Brauer

Deutsche Alpinisten sind angesichts von Kälte und Schnee in Österreich in Bergnot geraten. Im Hochkönigmassiv wurde ein 20-Jähriger aus dem Raum Nürnberg nach einem 14-stündigen Einsatz erschöpft und unterkühlt von einem Klettersteig geborgen, wie die Bergrettung mitteilt. Auf dem Weg zur Zugspitze gerieten eine 17-Jährige aus Baden-Württemberg und ihr 21 Jahre alter Begleiter aus Bayern in eine Notlage.

Der 20-Jährige war den Angaben zufolge mit zwei weiteren deutschen Bergsteigern trotz eindringlicher Warnung einer weiteren Bergsteigerin und einer schlechten Wetterprognose viel zu spät in den Klettersteig „Königsjodler“ eingestiegen.

Bei einem Notausstieg in 2600 Meter Höhe kam er nicht mehr weiter. Während er einen Notruf absetzte, gingen seine beiden Begleiter laut Bergrettung weiter in Richtung Gipfel.

Bergretter: Weitere Nacht wäre tödlich gewesen

Zum Glück hätten die Bergretter bei ihrem Aufstieg Telefonkontakt zum 20-Jährigen gehabt und ihn aufgefordert, sich wegen der Kälte zu bewegen, erklärt eine Sprecherin. „Er sollte Kniebeugen machen.“

Nach mehreren Stunden erreichten sie den Mann schließlich. „Eine weitere Nacht dort oben, bei Schneefall und unter diesen Bedingungen, hätte er vermutlich nicht überlebt“, betont der Bezirksleiter der Bergrettung, Gerhard Kremser.

Ob das Verhalten der beiden Begleiter strafrechtlich relevant sei, müsse die Staatsanwaltschaft entscheiden, ergänzt eine Polizeisprecherin. Der Einsatz zeige einmal mehr, „wie schnell aus Selbstüberschätzung, Missachtung von Warnungen und falscher Tourenplanung eine lebensbedrohliche Situation entstehen kann. Bergsteigen bedeutet auch, rechtzeitig umzukehren. Die Berge laufen nicht davon“, warnt Kremser.

Viel Neuschnee auch an der Zugspitze

Vom österreichischen Ehrwald aus hatte das junge deutsche Duo versucht, den Klettersteig „Stopselzieher“ an der Zugspitze zu meistern. Aufgrund des Wetters kamen die beiden laut Polizei auf 2500 Metern Höhe in eine alpine Notlage.

Teilweise seien sie im kniehohen Schnee versunken und ein Weitergehen sei ihnen zu gefährlich erschienen. Der Mann stieg ab, während die 17-Jährige den Notruf tätigte. Die junge Frau wurde schließlich mit einem Polizeihubschrauber unverletzt geborgen.

Mit dpa-Agenturmaterial

Die Bergretter mussten sich durch dichtes Schneetreiben einen Weg zu dem Verunglückten bahnen.

© Bergrettung Mühlbach/dpa

Die Bergretter mussten sich durch dichtes Schneetreiben einen Weg zu dem Verunglückten bahnen.

Zum Artikel

Erstellt:
2. November 2026, 16:46 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen