Streit um Golfplatz-Pläne
Trump bezeichnet Richterin als „verrückte Irre“
Ein Gericht bremst die Golf-Pläne des US-Präsidenten, während seine Bulldozer bereits rollen. Nun erhält die Bundesrichterin Morddrohungen.
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Der Golfplatz in Washington. Ein Teil der Bäume ist bereits gefällt worden, entgegen der Weisung des Gerichts
Von Christian Gottschalk
An Konflikten und Krisen hat Donald Trump eigentlich keinen Mangel. Da sind der nach wie vor nicht ausgestandene eigene Krieg mit dem Iran, der Umgang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine, und dann natürlich die Preissteigerungen in den USA, die den Präsidenten vor den Zwischenwahlen am 3. November zunehmend in Schwierigkeiten bringen. Viel zu tun also, und doch bleibt offenbar genügend Zeit, dass sich Trump um das kümmert, was ihm am wichtigsten ist: einen Golfplatz. Der Streit darum ist nun in eine neue Runde der Eskalation getreten.
Kuriose Szenen im Gerichtssaal
Es geht um den East-Potomac-Golfplatz in der Hauptstadt Washington. Die 18-Loch-Anlage am Fluss Potomac soll künftig kräftig renoviert werden. Sie soll nicht mehr sichtbar von Wegen umgeben sein, Radfahrer und Angler scheinen den Präsidenten auch zu stören. Der Golfplatz sei „alt, kaputt, verfallen“, beklagte Trump bei Truth Social, dort befänden sich „gefährliche Bäume“. Gefährlich wird die ganze Angelegenheit nun auch für eine Richterin. Sie erhält Morddrohungen.
Anfang der Woche spielten sich im Gerichtssaal von Bundesrichterin Ana C. Reyes fast schon kabarettreife Szenen ab. Reyes hatte die Regierung schon zuvor vorläufig daran gehindert, mit dem Projekt fortzufahren. Nun teilten die Regierungsanwälte auf einmal mit, dass sich die Renovierung des Golfplatzes eigentlich noch in der Planungsphase befinde. Das Ganze, wenige Stunden, nachdem Trump seine Umbaupläne öffentlich und detailliert präsentiert hatte. Die Arbeiten sollen demnach am 15. November beginnen und 15 Monate dauern.
Während der Anhörung zeigte sich Reyes wiederholt frustriert und verärgert. Auf der einen Seite habe der Präsident der Vereinigten Staaten der amerikanischen Öffentlichkeit dreimal in den vergangenen zwei Tagen erklärt, dass es einen endgültigen Plan für die Neugestaltung des Golfplatzes gebe, sagte sie. „Auf der anderen Seite sagen Sie mir, jetzt gerade, dass es keinen endgültigen Plan gibt. Was denn nun?“ Das Ganze gipfelte in der weitgehend unbeantworteten Frage: „Soll ich dem Präsidenten der Vereinigten Staaten glauben oder Ihnen?“
Denkmalschützer legen Einspruch ein
Trump hatte angekündigt, er wolle am Potomac drei bestehende Golfplätze zu einem einzigen „Meisterschaftsgolfplatz“ zusammenführen. Eine Denkmalschutzgruppe aus Washington D.C. und zwei Privatpersonen legten jedoch Einspruch ein. Entgegen einer richterlichen Anordnung hatten Bulldozer dann mit dem Fällen von mehreren Hundert Bäumen begonnen. Während die Anwälte noch argumentierten, dass der Plan noch gar nicht endgültig sei, äußerte sich Trump noch einmal auf seinem Netzwerk auf Truth Social. Die Richterin sei eine „verrückte Irre“ und die Renovierungsarbeiten bräuchten keine gerichtliche Genehmigung. „Die Arbeiten sollen SOFORT beginnen!“, schrieb er.
Richterin Reyes sagte, sie sei aufgrund ihres Vorgehens in dem Fall zum Ziel übertriebener Kritik geworden, die bis hin zu möglichen Morddrohungen reichten. „Ich glaube wirklich nicht, dass sich die Gründerväter das so vorgestellt haben“, sagte sie laut Angaben der Washington Times.
