Proteste in Europa
Unruhen in Spanien, Italien und Albanien – die letzte Nacht in Bildern
Bei Protesten in Europa kommt es zu Ausschreitungen. In Barcelona, Mailand, Turin und anderen europäischen Städten liefern sich Demonstranten und Polizei Straßenkämpfe.
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Italienische Bereitschaftspolizisten vor dem Kolosseum in Rom. Im Zuge der Proteste kam es zu Ausschreitungen.
Von Ole Rockrohr
Bei Protesten in mehreren europäischen Ländern ist es erneut zu Krawallen gekommen. Gewalttätige Zusammenstöße gab es am Wochenende in Frankreich, Albanien, Spanien, Italien und Belgien.
Minderjährige randalieren in Barcelona
Bei nächtlichen Ausschreitungen in der spanischen Stadt Barcelona sind 128 Menschen festgenommen worden, die meisten davon Minderjährige. Sie hatten Straßenmobiliar, Fahrräder und Motorräder beschädigt, Geschäfte geplündert und Müllcontainer angezündet, berichteten unter anderem die spanische Tageszeitung „El País“ und der katalanische Fernsehsender Betevé. Die Festnahmen erfolgten wegen „Vandalismus“, „Beschädigung öffentlichen Eigentums“ und „Plünderung“, teilte die katalanische Polizei am Sonntag (25. Oktober) mit.
Polizeichefin Sílvia Catà sagte im Sender 3CatInfo: 73 der Festgenommenen seien minderjährig, ihre Akten würden an die Jugendstaatsanwaltschaft weitergeleitet. Nur zwei der 128 Festgenommenen seien schon zuvor straffällig geworden. Insgesamt 15 Beamte wurden Catàs Angaben zufolge bei den Ausschreitungen verletzt. Mehr als 220 Beamte waren den Angaben der Behörden zufolge im Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.
„Das ist sinnlose Gewalt“, sagte die Polizeichefin. Es handele sich um eine „völlig unorganisierte“ Bewegung, der Aufruf zu der Kundgebung habe sich in Onlinediensten verbreitet. Der Ministerpräsident der wohlhabenden Region im Nordosten Spaniens, Salvador llla verurteilte die Gewalttaten: „Gewalt hat in Katalonien keinen Platz. Niemals. Protestieren ist ein demokratisches Recht. Angriffe, Einschüchterungen und Sachbeschädigung hingegen nicht“, sagte er laut „El País“.
In Italien demonstrieren Tausende gegen die Regierung
Tausende Menschen demonstrierten auch erneut in Italien. Bei einigen Protesten kam es zu vereinzelten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. Die Proteste umfassten ein breites Spektrum an Themen, darunter hohe Lebenshaltungskosten, hohe Benzinpreise sowie Aufrüstung.
In Mailand, wo es vergangenes Wochenende zu schweren Krawallen gekommen war, verliefen die Proteste bis Samstagabend größtenteils friedlich. Doch erneut gerieten einige Sicherheitskräfte und Demonstranten aneinander. Die Polizei stoppte einen Demonstrationszug unter Einsatz von Schlagstöcken. Aus Sorge vor Ausschreitungen waren viele Luxusgeschäfte verbarrikadiert worden. In Bologna setzte die Polizei zwischenzeitlich Tränengas und Wasserwerfer ein. In Turin drängten Sicherheitskräfte Demonstranten mit Schilden zurück. Auch in den Städten Neapel und Florenz versammelten sich Demonstranten.
Gewalt und Verletzte in Albaniens Hauptstadt Tirana
In Albanien kam es bei Protesten gegen Missstände im Hochschulwesen und gegen die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama erneut zu Gewalt. Demonstrierende in der Hauptstadt Tirana warfen mit Steinen auf Regierungsgebäude und die Polizei, wie die staatliche Nachrichtenagentur ATA berichtete. Die Lage sei eskaliert, als Protestierende das Umweltministerium in Brand setzten. Auf Fernsehbildern und in sozialen Medien waren chaotische Szenen zu sehen.
Laut ATA hatte der unter anderem von Studierenden organisierte Protest am Samstag vor dem Bildungsministerium begonnen und sich auf andere Ministerien und Teile der Stadt ausgeweitet. Laut dem privaten Fernsehsender Klan warfen Demonstrierende auch Feuerwerkskörper und Molotowcocktails. Die Polizei setzte den Angaben zufolge Wasserwerfer, Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschosse ein, um die Menge zu zerstreuen. Demnach gab es Verletzte auf beiden Seiten. Beamte hätten auch das Kamera-Team von Klan News angegriffen, hieß es.
Festnahmen bei Protesten in Belgien
Auch in Belgien gab es kleinere Demonstrationen in Brüssel und Lüttich. Sie endeten laut Innenminister Bernard Quintin ohne größere Zwischenfälle zu Ende gegangen, wie er auf der Plattform X schrieb. In der Hauptstadt Brüssel nahmen rund 400 Menschen daran teil, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Demnach gab es neun Festnahmen wegen Störung der öffentlichen Ordnung sowie Waffenbesitz und Anstiftung zu Gewalt. Am vergangenen Wochenende waren es demnach 150 Festnahmen.
In Frankreich nahmen nach Angaben des Innenministeriums rund 410.000 Menschen an den landesweiten Protesten am Samstag teil, davon rund 110.000 in Paris. Die eigentlichen Demonstrationen verliefen nach Worten des Innenministers reibungslos. Dennoch kam es am Rande der Protestzüge erneut zu Ausschreitungen. Den seit Wochen für eine bessere Ausstattung von Schulen demonstrierenden jungen Leuten schlossen sich weitere Gruppen an, um etwa gegen zu hohe Lebenshaltungskosten zu demonstrieren.
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Protestanten schießen in Albanien Feuerwerkskörper auf Polizeibeamte.
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In Albaniens Hauptstadt Tirana gab es bei Demonstrationen schwere Ausschreitungen.
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Proteste in Albanien: Die Bereitschaftspolizei nimmt einen Demonstranten fest.
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Protestierende liefern sich Straßenschlachten mit den Ordnungskräften in Tirana.
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Polizisten nehmen eine Person im Rahmen von Ausschreitungen in Barcelona fest.
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Proteste in Barcelona: Personen nehmen an Unruhen teil.
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In Barcelona plünderten Menschen Ladengeschäfte.
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Menschen demonstrieren gegen die steigenden Lebenshaltungskosten in Mailand, Italien.
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Ausschreitungen in Turin bei Protesten.
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Einsatzkräfte der italienischen Polizei während einer Demonstration in Turin.
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Tausende versammeln sich zu Protesten in Turin.
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Auch in Belgien demonstrieren Menschen, wie hier in Brüssel.
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Vermummte bauen Barrikaden in Brüssel.
