Winterschnee

Vorsicht am Brenner: Eisregen droht

Der Winter ist früh da – mit bis zu 70 cm Neuschnee in den Alpen. Man sollte jetzt nur noch mit Winter- oder Ganzjahresreifen nach Österreich und Italien fahren.

Stau bei Schmuddelwetter im Winter (Symbolbild).

© Jan Woitas/dpa-mag/dpa

Stau bei Schmuddelwetter im Winter (Symbolbild).

Von Michael Maier

Der Herbst macht ernst: Ein Tiefdruckausläufer sorgt aktuell in weiten Teilen der Alpen für einen kräftigen und zum Teil gefährlichen Wettereinbruch. Besonders betroffen sind die französischen Alpen und das Schweizer Wallis, wo in höheren Lagen teils stundenlang ergiebiger Schneefall niedergegangen ist. Laut einem Bericht von „The Weather Channel“ vom 8. Oktober 2026 sind dabei lokal bis zu 70 Zentimeter Neuschnee möglich, ein beeindruckender und gleichzeitig erschreckender Wert für einen Oktober.

Die Wetterlage erinnert an frühere Herbst-Wintereinbrüche im Alpenraum, die immer wieder für überraschte und unvorbereitete Reisende sorgen. Dabei ist der erste kräftige Schneefall der Saison statistisch gesehen keine Seltenheit, er trifft jedoch regelmäßig viele Verkehrsteilnehmer unvorbereitet.

Eisregen am Brenner möglich

Besonders kritisch ist die Lage am Brenner, einem der wichtigsten Alpenübergänge Europas und täglich von tausenden Urlaubern und Lkw-Fahrern benutzt. In Tirol kann der Schnee laut der Wetterprognose stellenweise in Eisregen übergehen, und genau das ist die eigentliche Tücke der Wetterlage.

Während Schnee für die meisten Fahrer sichtbar und einschätzbar ist, entsteht beim Eisregen eine nahezu unsichtbare Glasschicht auf dem Asphalt. Spiegelglatte Straßen bilden sich innerhalb von Minuten, ohne dass Autofahrer dies rechtzeitig wahrnehmen. Rund um den Brenner, eine viel befahrene, aber auch anspruchsvolle Gebirgsroute, können solche Bedingungen extrem gefährlich werden, insbesondere in den Abendstunden.

Brenner-Autobahn bis 1370 Meter Höhe

Der Brennerpass liegt auf 1.370 Metern Seehöhe und verbindet Österreich, Tirol mit Italien, Südtirol. Er ist zwar der niedrigste der großen Alpenübergänge, bleibt aber im Winter von Wetterkapriolen nicht verschont. Die Brennerautobahngesellschaft Autobrennero A22 weist aktuell zudem auf laufende Baustellen und Fahrbahnumleitungen zwischen Brenner und Sterzing hin, was die Situation bei schlechtem Wetter zusätzlich verschärft.

  • Wettervorhersage für die geplante Reisezeit prüfen – Abend und Nacht sind besonders riskant.
  • Straßenzustand im Blick behalten. Die österreichische Verkehrsauskunft, der ÖAMTC, der Autobahnbetreiber ASFINAG und die Autobrennero-Website bieten aktuelle Informationen.
  • Winterausrüstung mitführen. In Tirol und Südtirol gilt auf bestimmten Strecken bereits ab dem 15. Oktober die Winterreifenpflicht unter bestimmten Bedingungen.
  • Abstand halten und Tempo reduzieren. Bei Eisregen reichen selbst Winterreifen nicht für normales Bremsvermögen – geschweige denn Allwetterreifen
  • Alternativrouten prüfen. Bei extremer Wetterlage kann eine Fahrtunterbrechung sinnvoll sein.

Täler harmlos – aber Schnee und Eisregen am Brenner

Was diese Wetterlage schwer einschätzbar macht, ist der drastische Gegensatz zwischen Höhenlagen und Tälern. Während es oberhalb von etwa 1.000 Metern schneien und frieren kann, fällt in den tieferen Lagen überwiegend kalter Herbstregen. Wer morgens losfährt und sich auf dem Weg in Richtung Alpen befindet, kann innerhalb weniger Kilometer in winterliche Verhältnisse geraten, ohne ausreichend vorbereitet zu sein.

Für Urlauber und Transitreisende bedeutet das: Winterreifen oder zumindest Ganzjahresreifen sind in dieser Jahreszeit Pflicht, keine Kür.

Schneebedeckte Gipfel über den lästigen Dauerbaustellen an der Brennerautobahn (Symbolbild/Archiv).

© IMAGO/imago stock&people

Schneebedeckte Gipfel über den lästigen Dauerbaustellen an der Brennerautobahn (Symbolbild/Archiv).

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Erstellt:
9. Oktober 2026, 08:34 Uhr
Aktualisiert:
9. Oktober 2026, 11:27 Uhr

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