Istanbul und Antalya

Warnung vor neuen Überschwemmungen in der Türkei

Während noch nach Vermissten gesucht wird, befürchtet der Wetterdienst bereits eine erneute Extremlage. Seit 1942 hat es in der Türkei nicht derart stark geregnet wie aktuell.

Das Wasser in Istanbul riss auch Autos mit und richtete auf seinem Weg enorme Zerstörungen an.

© Emrah Gurel/AP/dpa

Das Wasser in Istanbul riss auch Autos mit und richtete auf seinem Weg enorme Zerstörungen an.

Von Michael Maier

Vor erneut drohenden Überschwemmungen in der 16-Millionen-Metropole Istanbul hat der Wetterexperte der türkischen Generaldirektion für Meteorologie gewarnt. Für Samstag würden erneut starke Regenfälle erwartet, insbesondere in den nördlichen und östlichen Teilen der Stadt, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu den Experten Abdullah Macit.

Da die Böden bereits stark gesättigt seien, bestehe auch bei geringeren Niederschlagsmengen weiterhin ein Risiko für Hochwasser und Überschwemmungen, sagte Macit. Er riet den Menschen dazu, am Samstag nur in zwingend nötigen Fällen mit dem Auto unterwegs zu sein. Er rechne damit, dass der Regen ab Sonntagmorgen nachlassen werde.

Regenrekord seit 1942 in Istanbul

In Istanbul ist es seit Mittwoch in Folge starker Regenfälle zu zahlreichen Überschwemmungen, Erdrutschen und zu Hochwasser gekommen. Keller liefen voller Wasser und Menschen waren auf überschwemmten Straßen in ihren Autos eingeschlossen. Im Bezirk Beykoz, der im Norden der anatolischen Seite Istanbuls liegt, fielen nach Angaben des Katastrophen-Koordinierungszentrums Akom 277,1 Kilogramm Niederschlag pro Quadratmeter – so viel wie seit 1942 nicht mehr.

3 Tote und 4 Vermisste nach Istanbul-Unwetter

Innenminister Mustafa Ciftci erklärte am Freitag, in Istanbul seien derzeit 46.000 Einsatzkräfte aus dem Katastrophenschutz, der Küstenwache, der Gendarmerie, kommunalen Kräften sowie Freiwillige im Einsatz. Diese suchten auch nach vier vermissten Personen; bisher wurden drei Tote durch das Unwetter gemeldet.

Neben der Metropole Istanbul waren Provinzen wie Antalya betroffen. Auch aktuell gibt es über Istanbul hinaus eine schlechte Wettervorhersage für weitere Regionen in der Türkei, die zum Sommerausklang traditionell von vielen Touristen besucht wird. Wirtschaftlich werden die Schäden bereits jetzt auf Dutzende Millionen Euro oder sogar auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Klimakonferenz in Antalya

Wer in der zweiten Oktoberhälfte reist, kann nach derzeitigem Stand aber von stabileren Verhältnissen ausgehen. Weniger als einen Monat nach den aktuellen Überschwemmungen soll die Türkei vom 9. bis 20. November 2026 indes die UN-Klimakonferenz COP31 in Antalya ausrichten. Experten der Weltbank hatten erst kürzlich darauf hingewiesen, dass das Land aufgrund seiner Geographie besonders anfällig für Überschwemmungen, Dürren und Waldbrände sei.

Mit dpa-Agenturmaterial

Schlammbedecktes Fußballfeld nach dem Starkregen in der Türkei.

© IMAGO/Hakan Akgun

Schlammbedecktes Fußballfeld nach dem Starkregen in der Türkei.

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Erstellt:
16. Oktober 2026, 17:10 Uhr

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