Glücksgefühle-Festival

Warum darf Alphaville nicht auftreten?

Kurz vor dem „Glücksgefühle“-Festival am Hockenheimring ist der geplante Auftritt von Alphaville gestrichen worden. Was ist der Grund?

Alphaville werden nicht beim Glücksgefühle-Festival auftreten.

© Rolf Vennenbernd/dpa

Alphaville werden nicht beim Glücksgefühle-Festival auftreten.

Von Lukas Böhl

Eigentlich sollte Alphaville am 4. September beim „Glücksgefühle“-Festival am Hockenheimring auftreten. Dazu kommt es nun nicht. Wie Sänger Marian Gold mitteilte, habe der Veranstalter das Konzert kurzfristig abgesagt.

Nach Darstellung der Band wurde die Entscheidung damit begründet, dass auf den Bühnen des Festivals keine politischen Themen oder Äußerungen gewünscht seien. Alphaville reagierte darauf mit scharfer Kritik. Gold bezeichnete diese Vorgabe in einem Facebook-Beitrag als eine Art „Maulkorberlass“ und sieht dadurch die Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit eingeschränkt.

Alphaville kritisiert die Entscheidung

Die Band erklärt, sie habe sich auf den Auftritt beim Festival gefreut und sei von der Absage überrascht worden. Besonders die Begründung stößt bei Alphaville auf Unverständnis.

Gold betont in seinem Statement, dass Meinungsfreiheit, Toleranz und Demokratie für die Band hohe Güter seien. Künstlerinnen und Künstler müssten sich seiner Ansicht nach auch öffentlich für diese Werte einsetzen können. Die Ausladung bezeichnet Alphaville deshalb als unnötigen und feindseligen Schritt.

Dabei macht der Sänger deutlich, dass die Band auch künftig gesellschaftlich und politisch Stellung beziehen will. Gerade in der derzeitigen gesellschaftlichen Lage wolle man sich weiterhin für Freiheit, Toleranz und Demokratie engagieren.

Veranstalter: Festival soll ausdrücklich unpolitisch bleiben

Festival-Veranstalter Markus Krampe weist die Vorwürfe der Band zurück. Nach seiner Darstellung geht es nicht darum, welche politische Position Alphaville oder Marian Gold vertreten.

Das Konzept des „Glücksgefühle“-Festivals sehe vielmehr grundsätzlich vor, politische Botschaften von der Bühne fernzuhalten – unabhängig davon, aus welcher politischen Richtung sie kommen.

Krampe argumentiert, die Besucher sollten auf dem Festival für ein Wochenende Abstand vom Alltag gewinnen und gemeinsam feiern können. Politik sei gegenwärtig eines der Themen, das Menschen besonders stark polarisiere. Deshalb solle sie auf den Festivalbühnen bewusst keine Rolle spielen.

Offenbar gab es schon zuvor Diskussionen

Der Konflikt kam nach Angaben des Veranstalters nicht völlig überraschend. Alphaville sei in diesem Jahr bereits bei zwei weiteren Veranstaltungen seines Unternehmens aufgetreten.

Nach politischen Äußerungen der Band bei einem dieser Konzerte habe man Alphaville anschließend darauf hingewiesen, dass solche Aussagen auf den Bühnen des Veranstalters nicht erwünscht seien. Vor dem Auftritt beim „Glücksgefühle“-Festival sei diese Position nochmals klargemacht worden.

Eine Einigung darüber, unter welchen Bedingungen Alphaville auftreten könnte, wurde offenbar nicht erzielt. Daraufhin wurde das Konzert abgesagt.

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Erstellt:
2. September 2026, 14:10 Uhr

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