Zähneputzen bei Katzen

Warum die richtige Zahnpflege so wichtig ist

Zähneputzen bei Katzen? Was zunächst ungewöhnlich klingt, kann einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Vierbeiner leisten.

Auch das richtige Futter trägt zur Zahnpflege bei Katzen bei. (Symbolbild)

© Marijan Murat/dpa

Auch das richtige Futter trägt zur Zahnpflege bei Katzen bei. (Symbolbild)

Von Katrin Jokic

Zahnprobleme sind bei Katzen weit verbreitet und bleiben häufig lange unentdeckt. Wie Halter die Zähne ihrer Samtpfoten gesund halten können und welche Alternativen zur Zahnbürste es gibt, zeigte die VOX-Sendung „hundkatzemaus“ am 10. Oktober 2026.

Wenn es um die Gesundheit ihrer Katze geht, denken viele Tierhalter zunächst an die richtige Ernährung, ausreichend Bewegung oder regelmäßige Impfungen. Die Zahnpflege gerät dagegen häufig in den Hintergrund. Dabei können Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleischs für Katzen äußerst schmerzhaft sein. Laut Katzenverhaltensberaterin und Buchautorin Miriam Petker werden Probleme in der Maulhöhle oft übersehen. Bis zu 80 Prozent der Katzen und Hunde sind von Zahnerkrankungen betroffen.

Das Problem: Katzen sind wahre Meister darin, Schmerzen zu verbergen. Selbst bei erheblichen Beschwerden fressen viele Tiere zunächst scheinbar normal weiter. Zahnerkrankungen werden deshalb häufig erst erkannt, wenn sie bereits weit fortgeschritten sind.

Warum Katzen überhaupt Zahnpflege brauchen

Das Gebiss einer Katze ist perfekt auf ihre natürlichen Bedürfnisse als Jäger ausgerichtet. Vier ausgeprägte Fangzähne dienen dazu, Beutetiere zu packen und festzuhalten. Die scharfen Backenzähne helfen dabei, Fleisch zu zerteilen.

In freier Wildbahn werden die Zähne beim Fressen von Beutetieren mechanisch beansprucht. Fell, Sehnen und andere Gewebestrukturen können dabei einen gewissen Reinigungseffekt haben. Bei Hauskatzen sieht die Situation jedoch häufig anders aus.

Zwar hält sich hartnäckig die Annahme, dass Trockenfutter die Zähne automatisch reinigt. Das stimmt allerdings nur bedingt. Viele Katzen zerbeißen die einzelnen Kroketten kaum oder schlucken sie sogar im Ganzen herunter. Ein nennenswerter Reinigungseffekt bleibt dann aus.

Bleiben Beläge auf den Zähnen zurück, kann sich Plaque bilden, die mit der Zeit zu Zahnstein verhärtet. Die Folge können Zahnfleischentzündungen und weitere Erkrankungen des Zahnhalteapparats sein.

Diese Warnsignale sollten Katzenhalter kennen

Um Zahnprobleme möglichst früh zu entdecken, sollten Katzenhalter das Gebiss ihres Tieres regelmäßig kontrollieren. Besonders aufmerksam sollten sie bei folgenden Auffälligkeiten werden:

  • Unangenehmer Mundgeruch
  • Gerötetes oder blutendes Zahnfleisch
  • Sichtbare Zahnbeläge oder Zahnstein
  • Veränderungen beim Fressen oder Kauen
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Abgebrochene oder beschädigte Zähne

Tritt eines dieser Symptome auf, sollte die Katze tierärztlich untersucht werden. Denn nicht jede Erkrankung lässt sich mit bloßem Auge erkennen. Besonders Veränderungen an den Zahnwurzeln, darunter schmerzhafte Zahnresorptionen, werden häufig erst durch ein Dentalröntgen sichtbar.

Katzenzähne kontrollieren: So funktioniert es

Wer die Zähne seiner Katze zu Hause überprüfen möchte, sollte behutsam vorgehen. Experten empfehlen, das Tier ruhig vor sich zu positionieren, sodass es mit dem Rücken zum Halter sitzt. Anschließend lässt sich der Kopf vorsichtig stabilisieren und die Ober- beziehungsweise Unterlippe leicht anheben. So werden Zähne und Zahnfleisch sichtbar.

Wichtig ist, die Katze dabei nicht unter Druck zu setzen. Sträubt sie sich oder zeigt deutliche Stresssignale, sollte die Kontrolle abgebrochen werden. Eine Untersuchung durch den Tierarzt ersetzt der Blick ins Katzenmaul ohnehin nicht.

Müssen Katzen wirklich Zähne putzen?

Regelmäßiges Zähneputzen gilt auch bei Katzen als besonders wirksame Möglichkeit, Zahnbelag vorzubeugen. Allerdings lassen sich längst nicht alle Tiere problemlos die Zähne reinigen.

Im Handel gibt es mittlerweile zahlreiche Hilfsmittel, darunter spezielle Katzenzahnbürsten, Fingerlinge, Zahnpasten und Zahnpflegegels. Entscheidend ist, ausschließlich Produkte zu verwenden, die ausdrücklich für Katzen geeignet sind. Zahnpasta für Menschen ist tabu, da bestimmte Inhaltsstoffe für Tiere schädlich sein können.

Idealerweise beginnt die Gewöhnung bereits im Kittenalter. Aber auch erwachsene Katzen können schrittweise lernen, die Zahnpflege zu akzeptieren. Dafür braucht es vor allem Geduld und positive Erfahrungen.

Laut Miriam Petker reichen anfangs bereits etwa zehn Sekunden Übung aus. Die Dauer lässt sich anschließend langsam steigern. Dabei sollten Halter stets die Körpersprache ihrer Katze im Blick behalten. Zwang ist kontraproduktiv und kann dazu führen, dass die Katze die Zahnpflege dauerhaft ablehnt.

Welche Alternativen zur Zahnbürste gibt es?

Nicht jede Katze lässt sich die Zähne putzen. Deshalb können ergänzende Zahnpflegeprodukte sinnvoll sein.

Eine Möglichkeit sind sogenannte Matatabi-Stäbchen. Sie bestehen aus getrockneten Zweigen der Silberwein-Pflanze, die auch als japanische Katzenminze bekannt ist. Viele Katzen reagieren auf ihren Duft besonders interessiert, reiben sich daran oder kauen auf den Stäbchen herum. Das Kauen kann die Zähne mechanisch beanspruchen und die Beschäftigung fördern. Die Stäbchen sollten nur für einige Minuten pro Tag unter Aufsicht angeboten werden, damit sie interessant bleiben und damit keine größeren Holzstücke verschluckt werden.

Auch spezielle Zahnpflege-Leckerlis und geeignete Kauartikel können die tägliche Zahnpflege unterstützen. In der Sendung wurden außerdem luftgetrocknetes Fleisch, Zahnputzkohleflocken sowie Fleischstücke von Hähnchen oder Pute als mögliche Ergänzungen vorgestellt. Entscheidend ist jedoch, dass die Produkte für Katzen geeignet sind.

Ebenfalls als Hausmittel wird gelegentlich Kokosfett genannt. Ihm werden antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben. Wissenschaftlich ausreichend belegt ist ein zahnpflegender Nutzen bei Katzen allerdings nicht. Als Ersatz für das Zähneputzen eignet es sich deshalb nicht.

Gesunde Zähne sind wichtig für den ganzen Körper

Unbehandelte Zahnerkrankungen können für Katzen weitreichende Folgen haben. Neben Schmerzen und Problemen bei der Futteraufnahme können chronische Entzündungen entstehen. Bakterien aus der Maulhöhle können zudem in die Blutbahn gelangen und möglicherweise andere Organe belasten.

Umso wichtiger sind eine regelmäßige Kontrolle, frühzeitige tierärztliche Untersuchungen und eine möglichst konsequente Zahnpflege.

Fazit: Auch Katzen brauchen Zahnpflege. Am wirkungsvollsten ist die regelmäßige Reinigung der Zähne mit einer geeigneten Katzenzahnbürste und spezieller Zahnpasta. Ergänzende Kauartikel können sinnvoll sein, ersetzen das Zähneputzen und die tierärztliche Kontrolle jedoch nicht. Wer seine Katze früh und behutsam an die Zahnpflege gewöhnt, schafft gute Voraussetzungen für gesunde Zähne bis ins hohe Alter.

Weitere Informationen und praktische Tipps gibt es in der „hundkatzemaus“-Folge vom 10. Oktober 2026 auf VOX. Die Sendung ist auch bei RTL+ abrufbar.

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Erstellt:
14. Oktober 2026, 12:36 Uhr

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