Nach Rücktritt von Bärbel Bas

Wer ist Alexander Schweitzer?

Alexander Schweitzer soll das Amt des Arbeitsministers übernehmen. Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas warten auf den SPD-Mann wichtige Reformen. Wer ist der Neue im Merz-Kabinett?

Alexander Schweitzer (SPD) im Landtag von Rheinland-Pfalz. Was ist über den Nachfolger von Bärbel Bas als Arbeitsminister bekannt?

© Uli Deck/dpa

Alexander Schweitzer (SPD) im Landtag von Rheinland-Pfalz. Was ist über den Nachfolger von Bärbel Bas als Arbeitsminister bekannt?

Von Ole Rockrohr

Die Nachricht über den Rücktritt von Bärbel Bas ist gerade einmal ein paar Stunden alt, da steht auch schon ihr Nachfolger in den Startlöchern: Alexander Schweitzer soll laut Medienberichten das Amt des Ministers für Arbeit und Soziales übernehmen. Wer ist der neue Arbeitsminister in Berlin?

Alexander Schweizer ist, anders als es sein Name vermuten lässt, Pfälzer. Der 53‑jährige Jurist ist derzeit Fraktionsvorsitzender der SPD in Rheinland-Pfalz und von Juli 2024 an bis Mai 2026 Ministerpräsident seines Heimatbundeslandes. Das bisher höchste Amt seiner politischen Karriere.

Seinen politischen Werdegang startet Schweitzer 1989 mit 16, als er in die SPD eintritt. Es folgt die klassische Ochsentour: 1993 wird er stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos in Rheinland-Pfalz und 1995 Vorsitzender der SPD-Jugendorganisation im Bezirk Pfalz. Von 1997 an bis 2004 war er Vorsitzender der SPD in Billigheim-Ingenheim und von 2002 bis 2005 im Unterbezirk Landau-Land. 2002 wurde er in den Landesvorstand der SPD Rheinland-Pfalz gewählt, in dem er seitdem sitzt. Auf dem Landesparteitag im August 2025 sprachen ihm die Delegierten erneut das Vertrauen aus. Seit 2017 sitzt Schweitzer auch im Bundesvorstand der SPD.

Und auch die Wählerstimmen konnte Schweitzer in der Vergangenheit regelmäßig hinter sich vereinen. 1999 wurde er in den Kreistag „Südliche Wienstraße“ und in den Gemeinderat Landau-Land gewählt. Danach ging es in den Landtag. Ab 2006 saß der Sozialdemokrat bis 2009 als Abgeordneter im Landtag Rheinland-Pfalz.

Es folgte eine vierjährige Landtags-Pause. Seit 2013 nimmt Schweitzer wieder im Plenarsaal Platz. Bei den Landtagswahlen 2016, 2021 und 2026 gewann er jeweils das Direktmandat in seinem Wahlkreis „Südliche Weinstraße“.

Als Teil der Landtagsfraktion der SPD übernahm Alexander Schweitzer unterschiedliche Aufgaben. 2002 wird er Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium. 2013 berief ihn Malu Dreyer in ihr erstes Kabinett als Arbeitsminister. Auch in der dritten Amtszeit von Dreyer konnte sich Alexander Schweitzer einen Posten sichern. Bis zu Dreyers Rückzug aus der Politik war er ab 2021 erneut Arbeitsminister.

Alexander Schweitzer folgt Dreyer als Ministerpräsident

Darauf erlangte er das bislang höchste Amt seiner politischen Karriere. Zwischen Juli 2024 und Mai 2026 bekleidete Alexander Schweitzer den Posten des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz. Er folgte auf Malu Dreyer, deren 2021 begonnene Amtszeit Schweitzer zu Ende führt. Mit 57 Stimmen und damit mit drei mehr als die von ihm geführte Koalition im Landtag innehat, wurde Schweitzer vom Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt.

Doch der Versuch, das Amt zu verteidigen, scheiterte. Trotz hoher persönlicher Beliebtheit im Land, reichte es nicht für eine erneute Amtszeit. Bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz holte die SPD mit Schweitzer als Spitzenkandidaten 25,9 Prozent der Stimmen und damit weniger als die CDU, die mit 31 Prozent als stärkste Kraft in den Landtag einzog.

Zum ersten Mal seit 35 Jahren stellen die Christdemokraten wieder den Ministerpräsidenten. Seitdem bemüht sich Schweitzer laut Medienberichten, in die Bundespolitik zu wechseln. Dies scheint ihm nun gelungen.

Schweizer übernimmt von Bärbel Bas eine große Palette mit Aufgaben. Im Ministerium stehen unter anderem die Rentenreform, bei der die Rente mit 63 zur Debatte steht, als auch ein Vorhaben zur Flexibilisierung der Arbeitszeit auf der Agenda.

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Erstellt:
12. Oktober 2026, 13:20 Uhr

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