Gen Z demonstriert

Wo die Jugend heute in Baden-Württemberg auf die Straße geht

Friedliche Proteste – dazu rufen Politik und Polizei vor den Jugenddemos auf. Zugleich haben viele  Geschäfte in den Städten in Baden-Württemberg ihre Schaufenster verbarrikadiert.

Vor einer Douglas-Filiale wurden Holzwände vor den Schaufenstern befestigt.

© Christoph Schmidt/dpa

Vor einer Douglas-Filiale wurden Holzwände vor den Schaufenstern befestigt.

Von dpa

Junge Menschen in Baden-Württemberg wollen heute in mehreren Städten an den bundesweiten Demonstrationen für ihre Zukunft teilnehmen. Kundgebungen sind unter anderem für Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg und Ulm angekündigt. Losgehen soll es fast überall um 14 Uhr, nur in Karlsruhe ist der Start für 16 Uhr angesetzt.

Bundesweit sind in mehr als 30 Städten Demonstrationen angekündigt. In Baden-Württemberg sind neben den bereits genannten auch Lörrach und Mannheim dabei. Während vom Innenminister über die Polizei bis zu Landesschüler- und Landesjugendbeirat alle zu friedlichen Protesten aufrufen, haben einige Geschäfte in den Innenstädten ihre Schaufenster bereits verbarrikadiert. Die Sorge ist, dass es ähnliche Ausschreitungen und Krawalle geben könnte wie in Frankreich.

Gen Z möchte mitbestimmen

Zu den Protesten ruft eine Initiative namens „Gen Z regelt“ auf. Gen Z ist eine Abkürzung für Generation Z. Die umfasst je nach Definition junge Erwachsene, die zwischen Ende der 1990er und den frühen 2010er Jahren geboren wurden.

Die Initiative fordert laut ihrem Internetauftritt unter anderem ein bezahlbares Leben und Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie statt Kürzungen. Lasten sollten gerecht verteilt werden, statt bei der jungen Generation zu sparen. Zu den Forderungen zählen darüber hinaus konsequenterer Klimaschutz und ein Nein zu einer Wehrpflicht. Ganz grundsätzlich heißt es zudem: „Wir wollen mitbestimmen, wenn über unsere Zukunft entschieden wird.“ Gewalt lehnt die Gruppe ab.

Wie viele Menschen zu den Demos kommen, bleibt abzuwarten. Auf der Homepage kann man mit einem einfachen Klick angeben, dabei sein zu wollen. Das haben den Angaben nach zwar Tausende gemacht. Die bei den offiziellen Anmeldungen genannten erwarteten Teilnehmerzahlen sind aber deutlich niedriger. So wollen etwa in Stuttgart laut der Internetseite mehr als 13.000 Menschen dabei sein, angemeldet sind der Stadt zufolge aber nur 6.000.

Innenminister warnt vor Extremisten auf Demos

Innenminister Manuel Hagel (CDU) hatte in den vergangenen Tagen mehrfach vor Ausschreitungen gewarnt - und zugleich immer wieder betont, dass die Polizei friedlichen Protest schützen werde. Diese müsse sich allerdings vorbereiten, sagte er mit Verweis auf die Ereignisse in Frankreich. Dort habe es jüngst 2.400 Festnahmen an einem einzigen Tag gegeben, 150 Polizisten seien verletzt worden. „Im Netz werden diese Bilder teils als Vorbild geteilt“, sagte Hagel. Extremisten versuchten, die Demos zu unterwandern.

Ein Schreiben informiert Kunden in Stuttgart über die Schließung einer Filiale des Telekommunikationsunternehmens Freenet wegen der Demonstrationen.

© Christoph Schmidt/dpa

Ein Schreiben informiert Kunden in Stuttgart über die Schließung einer Filiale des Telekommunikationsunternehmens Freenet wegen der Demonstrationen.

Zum Artikel

Erstellt:
31. Oktober 2026, 08:54 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen