Frankfurt
Zwei Anwohner des Flughafens an Malaria erkrankt
Erneut sind Menschen in Frankfurt an Malaria erkrankt. Erst vor wenigen Wochen hatte es dort Fälle gegeben. Das Gesundheitsamt sieht einen Zusammenhang.
© James Gathany/AP/dpa
Nahaufnahme einer Stechmücke:
Nach mehreren Malariafällen bei Mitarbeitern des Frankfurter Flughafens sind zwei Bewohner eines nahegelegenen Stadtteils an der Infektionskrankheit erkrankt. Beide Personen leben im Stadtteil Schwanheim, der sich in unmittelbarer Nähe zum Flughafen befindet, wie das Frankfurter Gesundheitsamt mitteilte. Die beiden Erkrankten sind demnach in medizinischer Behandlung.
„Die Infizierten haben keine Auslandsreisen gemacht“, sagte der Leiter des Gesundheitsamts, Peter Tinnemann. Sie arbeiteten auch nicht am Flughafen. Wegen der Nähe zum Airport sei dennoch derzeit von einer sogenannten Flughafen-Malaria auszugehen. Bürgerinnen und Bürger sollten sich keine Sorgen machen, bei ungewöhnlichen Symptomen aber zum Arzt gehen.
„Dies gilt insbesondere für Menschen, die am oder im Umfeld des Frankfurter Flughafens arbeiten oder sich dort aufhalten beziehungsweise in räumlicher Nähe zum Flughafen wohnen“, sagte Tinnemann. Neben Fieber könnten unter anderem Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten.
Ende August waren insgesamt sechs Malariaerkrankungen bei Mitarbeitern des Flughafens bekanntgeworden. Zwei Beschäftigte waren daran gestorben - einer bereits Anfang Juli, der andere im August. Ursache der Infektionen sollten Mücken aus einem Malariagebiet sein, die mutmaßlich mit dem Flugzeug nach Deutschland kamen.
Es handele sich bei den neuen Erkrankungen wie bei den vorherigen Fällen um Malaria tropica - die gefährlichste Variante der Krankheit, erklärte das Gesundheitsamt. Ob es einen Zusammenhang mit den bereits bekannten Fällen gibt, werde noch untersucht.
Eine solche Infektion, wie sie nun aufgetreten sei - bei Anwohnern eines Flughafens -, ist nach den Worten Tinnemanns in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland nicht bekannt geworden.
Malaria ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Mücken übertragen wird. Sie sei bei frühzeitiger Diagnose und schnell eingeleiteter Behandlung gut und vollständig behandelbar, heißt es.
Das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt, die „sehr seltene“ Flughafen-Malaria entstehe, wenn eine infektiöse Mücke im Flugzeug oder Gepäck importiert werde. Die Infektion erfolge dann im Flugzeug, im Flughafen oder in dessen unmittelbarer Umgebung.
Keine Übertragung von Mensch zu Mensch
Ob es sich bei den Erkrankten um Männer oder Frauen handelt, teilte das Frankfurter Gesundheitsamt nicht mit. Es werde noch untersucht, wie es zu den beiden Infektionen gekommen ist. Man gehe aber davon aus, dass die Infektion auf eine infizierte Mücke zurückzuführen ist. Von Mensch zu Mensch werde Malaria nicht übertragen.
Das Frankfurter Gesundheitsamt hat für Bürgerinnen und Bürger eine Hotline eingerichtet. Diese ist telefonisch unter 069/212-30030 zu erreichen. Auch Klinikpersonal in Frankfurt soll darauf hingewiesen werden, bei Patienten und Patientinnen eine mögliche Flughafen-Malaria zu bedenken.
© Boris Roessler/dpa
Flughafen in Frankfurt: Ende August waren insgesamt sechs Malaria-Erkrankungen bei Airport-Mitarbeitern bekanntgeworden.
