Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

„Abstieg ist für mich kein Thema“

Das Interview: Großaspachs neuer Coach Markus Lang will im Kampf um den Klassenverbleib von Druck nichts hören

Noch zweimal haben Großaspachs Fußballer Gelegenheit, die nötigen Punkte für den Drittliga-Verbleib zu sammeln. Zwei Duelle, in denen der Drittletzte auf ein neues Kommando hört. Nachdem nach Trainer Sascha Hildmann nun auch dessen Nachfolger Florian Schnorrenberg gehen musste, haben Sportdirektor Joannis Koukoutrigas und Markus Lang das Sagen. Ihr erstes Ziel: Morgen das Heimspiel gegen den FSV Zwickau (13.30 Uhr) gewinnen.

Wollen die zwei noch anstehenden Aufgaben mit der SG-Elf gut lösen, damit Drittligist Aspach am Saisonende nicht im Regen steht: Joannis Koukoutrigas (links) und Markus Lang. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Wollen die zwei noch anstehenden Aufgaben mit der SG-Elf gut lösen, damit Drittligist Aspach am Saisonende nicht im Regen steht: Joannis Koukoutrigas (links) und Markus Lang. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

„Das ist unsere letzte Pressekonferenz in dieser Saison vor einem Drittliga-Spiel“, eröffnete SG-Pressesprecher Lucca Volkmer die Runde, zu der der Klub aus dem Fautenhau vor jedem Heimspiel lädt. Für seinen Nebenmann war es gleichzeitig auch eine Premiere, denn zum ersten Mal war es der bisherige Co-Trainer Markus Lang, der den Medienvertretern Rede und Antwort stand. Erst in der großen Runde. Danach nahm sich der 43-jährige A-Lizenz-Inhaber, der trotz der Aufgabe beim Drittliga-Team weiterhin die U-19 coacht, noch zusätzlich Zeit, um Fragen unserer Zeitung zu beantworten.

Wie sehen Sie die Chancen der SG Sonnenhof im Abstiegskampf?

Wir benötigen gegen Zwickau auf jeden Fall einen Heimsieg. Das ist das Einzige, was jetzt zählt. Erst müssen wir unsere Hausaufgabe machen, dann können wir schauen, was die Konkurrenz gemacht hat. In der Champions League haben wir diese Woche doch gesehen, was im Fußball alles möglich ist. Das heißt, dass wir gegen Zwickau nicht alles in der ersten Minute geschafft haben müssen. Wir haben jetzt erst einmal diese 90 Minuten plus Nachspielzeit. Darauf müssen wir uns konzentrieren.

Hat das neue Trainerteam in dieser Woche spezielle Maßnahmen ergriffen oder Neuerungen eingeführt?

Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein positiver Typ bin. Also haben wir geschaut, dass eine gute Stimmung in die Mannschaft zurückkehrt. Ich glaube, dass wir das geschafft haben. Ich blicke nicht nach hinten, sondern nach vorn. Jeder Spieler hatte diese Woche die Chance, für sich zu werben. Der eine oder andere hat sie genutzt. Wir haben auch den Tagesrhythmus der Spieler geändert, indem wir vor dem Training ein gemeinsames Frühstück angesetzt haben, das die Jungs selbst organisieren mussten, oder alle zusammen Mittag essen und wir den Abend vor dem Zwickau-Spiel gemeinsam verbringen. Der Kopf muss frei werden und jeder muss begreifen, dass er mitverantwortlich ist.

Das werden aber sicherlich nicht die einzigen Neuerungen bleiben?

Wir werden auch sportlich an der einen oder anderen Stellschraube drehen. Zum Beispiel, was Taktik oder Anordnung anbelangt. Wir können eine Dreier- oder eine Viererkette spielen. Grundsätzlich gehe ich als Trainer ins Spiel, um es zu gewinnen. Und da muss ich eher agieren und nicht so viel reagieren. Das kommt vielleicht auch, weil ich selbst früher Stürmer war und durchaus gewusst habe, wo das Tor steht.

Wie groß ist der Druck, der auf Trainer und Mannschaft in dieser Situation liegt?

Ich habe gar keinen Druck. Meine Aufgabe ist nach dem Köln-Spiel beendet und ich kümmere mich wieder nun um die A-Jugend. Und die Mannschaft hat sich selbst in die Situation gebracht, hat nun aber auch die Chance, sich selbst daraus zu befreien. Jetzt können die Spieler zeigen, ob sie Männer sind.

Vom Co-Trainer zum Chef: Chance oder Risiko?

Ich stelle mal eine Gegenfrage: Was hätte in dieser kurzen Zeit ein externer Trainer bewirkt, der die Mannschaft gar nicht kennt? Ich halte diese Lösung auf jeden Fall für die sinnvollste.

Wie ist die Rollenverteilung innerhalb des neuen Trainerteams?

Wir sind zunächst einmal ein echtes Team. Bei uns gibt es nicht den Einzelnen. Axel Mäder, Joannis Koukoutrigas, David Yelldell, Zlatko Blaskic und ich sitzen in einem Boot. Das habe ich allen klipp und klar gesagt. Jeder hat seine Stärken, die es einzubringen gilt.

Steigt Großaspach ab, könnte das auch für ihren Ex-Klub in Backnang, den sie in die Oberliga führten, Folgen haben. Hat sich von der TSG deshalb schon jemand gemeldet?

Ich beschäftige mich mit dieser Frage nicht. Abstieg ist für mich einfach kein Thema. Für uns gilt es, alles zu holen, was wir einsammeln können. Und selbst wenn es nicht reicht, dann gibt es viele Szenarien, die danach noch was ändern können. Das heißt für uns: Jeder Punkt, jedes Tor ist in den kommenden beiden Begegnungen für uns wichtig.

Was macht Markus Lang am Sonntag, 19 Mai, einen Tag nach dem letzten Saisonspiel der SG Sonnenhof bei Fortuna Köln?

Dann stehe ich um 10.30 Uhr hier im Fautenhau auf dem Platz und coache die A-Jugend in der Verbandsstaffel gegen den SV Fellbach zum hoffentlich nächsten Sieg. Ich bin vor dieser Runde hierhergekommen, um mit der U 19 aufzusteigen. Das ist weiterhin mein Ziel und ich werde die A-Jugend trotz der neuen Aufgabe nicht vernachlässigen.

Wer nicht zum letzten Heimspiel der Saison in den Großaspacher Fautenhau kommen kann, ist beim Abstiegskampf dennoch stets am Ball. Im Internet bietet unsere Zeitung ab 13.30 Uhr unter www.bkz-online.de einen Liveticker an. Später kommt an selbiger Stelle noch ein kommentiertes Video dazu.

Zur Person
Markus Lang

1976 wird Markus Lang am 29. Februar in Lauffen am Neckar geboren.

1982 fängt er als Steppke beim FV Kirchheim am Neckar mit dem Fußball an.

1991 wechselt Lang im ersten B-Jugend-Jahr zum VfB Stuttgart. Einer seiner Trainer ist Ralf Rangnick. Später spielt der 1,79 große Stürmer für die A-Jugend und die Zweite der Stuttgarter Kickers sowie unter anderem für den FV Zuffenhausen, den SGV Freiberg, für Union Heilbronn und den TSV Schwieberdingen. Der Angreifer zeigt sowohl in der Ober- wie in der Verbandsliga, dass er weiß, wo das gegnerische Tor steht.

2013 kommt der Inhaber der Fußballschule Elfwerken das erste Mal zur SG Sonnenhof. Ab 1. Januar fungiert er beim damaligen Regionalligisten ein halbes Jahr als Co-Trainer von Rüdiger Rehm. Dann übernimmt er im Sommer die TSG Backnang, steigt mit ihr innerhalb von vier Jahren zweimal auf und führt den Etzwiesen-Klub von der Landes- in die Oberliga, ehe er für ein Jahr pausiert.

2018 kehrt Lang in den Fautenhau zurück. Ab dem Sommer gehört er sowohl unter Sascha Hildmann wie unter Florian Schnorrenberg dem Trainerteam der Drittliga-Elf an und coacht die U 19, die in der Verbandsstaffel Tabellenführer ist.

Zum Artikel

Erstellt:
10. Mai 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

SG Sonnenhof

Mit neuem Mut nach Unterhaching

Linksverteidiger Dan-Patrick Poggenberg blickt zuversichtlich auf die nächste Aufgabe der Drittliga-Fußballer aus dem Fautenhau