Kapitän des VfB Stuttgart
„Alles bisschen drüber“: Teamkollegen nehmen Deniz Undav in Schutz
Deniz Undav hat in Hoffenheim wieder nicht getroffen und die große Ausgleichschance vergeben. Zwei Mitspieler halten hinterher Plädoyers für den Angreifer.
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Glücklos: Deniz Undav vergibt beim 1:2 bei der TSG Hoffenheim die Großchance zum Ausgleich.
Von Marco Seliger
Der Pass kam punktgenau von rechts. Josha Vagnoman bediente Deniz Undav in der Mitte mustergültig, wie das dann so schön heißt. Der Kapitän des VfB Stuttgart stand frei vor dem Tor aus kurzer Distanz. Doch anstatt zu schießen, versuchte Undav den Ball quer zu legen. Die Kugel landete bei einem Hoffenheimer. Die große Chance zum 2:2 blieb ungenutzt.
Wieder war es also nichts mit dem ersten Pflichtspieltreffer für den Publikumsliebling in dieser Saison. In fünf Partien hat der Nationalspieler noch nicht getroffen. Am Samstag nun bei der TSG Hoffenheim (1:2) musste Undav den Joker geben, er kam in der 65. Minute in die Partie – die enttäuschend verlief. Denn bis auf die vermaledeite Ausgleichschance war Undav kaum zu sehen, er hatte kaum Aktionen und fand keine Bindung zum Spiel.
Dafür gab es nach dem schwachen Auftritt von Sinsheim Fürsprecher aus den eigenen Reihen. Mittelfeldmann Grischa Prömel, der Undav an alter Wirkungsstätte in Hoffenheim zunächst als Kapitän ersetzt hatte, sagte etwa: „Deniz ist ein unglaublich guter Spieler, wir sind glücklich, dass er bei uns ist, weil er die Mannschaft bereichert. Es ist eine Frage der Zeit, bis er wieder knipst." Und Keeper Torwart Fabian Bredlow ergänzte: „Das ist alles ein bisschen drüber, Deniz hat die volle Rückendeckung von der Mannschaft. Wir wissen, dass auf so eine Kritik meistens Spiele folgen, in denen er viele Tore schießt."
Fakt aber ist: Es läuft noch nicht rund für Undav in dieser Saison. Die lange vergangene Saison, die WM im Sommer mit enttäuschendem Ausgang für die DFB-Elf, der späte Einstieg in die Vorbereitung – damit scheint Undav zu kämpfen zu haben. Dabei hat er ja beim 3:1 zum Champions-League-Auftakt gegen Viking Stavanger wenige Tage vor dem Hoffenheim-Spiel mit zwei Torvorlagen überzeugt.
Schon vorher hatte Trainer Sebastian Hoeneß ein Plädoyer für seinen aktuell glücklosen Kapitän gehalten: „Ich muss jetzt mal einen Pflock reinschlagen", sagte der Coach: „Mir geht das ein bisschen zu schnell mit Deniz Undav." Die Wertschätzung für den Spieler sei unantastbar. „Deniz Undav ist ein ganz großer Bestandteil dessen, dass wir Champions League spielen. Das muss einfach mal allen klar sein." Außerdem sei die bisherige Formkurve des 30-Jährigen keineswegs bedenklich. „So katastrophal, wie es teilweise rüberkommt, hat er auch nicht gespielt."
