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Behounek schießt SG ins Glück

Kuschelstimmung bei Großaspachs Drittliga-Fußballern nach dem 1:0-Sieg bei Hansa Rostock

Großaspachs Trainer Oliver Zapel war sehr entspannt: „Ein rundum gelungener Tag.“ In der Tat durften die Drittliga-Fußballer aus dem Fautenhau mit ihrem Gastspiel bei Hansa Rostock zufrieden sein. 1:0 gewannen die Schwaben dank eines Tors von Jonas Behounek verdient. Der zweite Saison- und gleichzeitig der zweite Auswärtssieg der SG Sonnenhof.

Das Team aus dem Fautenhau feierte nach dem gelungenen Auftritt in Rostock seinen zweiten Saisonsieg. Mit dem 1:0-Sieg kletterte die SG Sonnenhof in der Tabelle auf Rang neun. Foto: Fotostand

© Fotostand

Das Team aus dem Fautenhau feierte nach dem gelungenen Auftritt in Rostock seinen zweiten Saisonsieg. Mit dem 1:0-Sieg kletterte die SG Sonnenhof in der Tabelle auf Rang neun. Foto: Fotostand

Von Uwe Flegel

„Einem Hamburger kannst du halt einfach was sagen und er macht dann auch das, was du ihn anweist“, gab der SG-Coach schmunzelnd zum Besten. Der 51-Jährige spielte damit darauf an, dass ja nicht nur er, sondern auch Siegtorschütze Behounek von der Waterkant kommt. Zwei waschechte Nordlichter waren entscheidend daran beteiligt, dass die Schwaben im hohen Norden ihr sportliches Glück fanden. Der eine, indem er mit einem abgefälschten Flachschuss aus 19 Metern das sogenannte goldene Tor erzielte. Der andere, weil er mit seinem Trainerstab viel Schwung in die Aspacher Mannschaft gebracht hat.

Nach dem Auftakt mit zwei Niederlagen hat die SG in den letzten drei Partien nicht mehr verloren. Dank zweier Auswärtssiege und dem unglücklichen 2:2 zu Hause gegen Uerdingen wurden sieben Punkte geholt. Aspach nimmt nun einen Mittelfeldplatz ein. „Da wächst was zusammen“, urteilte Oliver Zapel und berichtete: „Wir lassen uns aufeinander ein. Man spürt, dass wir ein extremes Vertrauen in uns haben.“ Der Trainer spielte damit darauf an, dass sein Team im Ostseestadion einen abgebrühten Eindruck machte, dem Gegner in der ersten Halbzeit zwei Möglichkeiten und nach der Pause nur eine Chance gestattete.

Hinten passte also fast alles und Zapel freute sich, dass sein Plan aufging: „Wir wollten zunächst unsere Defensive stabilisieren und den Gegner auch ein wenig überraschen.“ Damit spielte er darauf an, dass er den schnellen Linksfuß Orrin McKinze Gaines in die Anfangsformation berufen und zunächst auf eine 4:3:3-Anordnung gesetzt hatte. In der Rückwärtsbewegung passte das gut. Im Vorwärtsgang blieb es zunächst aber oft beim einen oder anderen guten Ansatz. Der erneut sehr aktive Eric Hottmann hatte trotzdem nach 22 Minuten die Führung auf dem Fuß. Ansonsten „haben wir uns mal wieder fast zu Tode kombiniert“, war Zapel nicht mit allem einverstanden.

Großaspachs Umstellung zur Halbzeit bereitet Rostock große Probleme

„Ich habe in der Halbzeit gesagt, dass wir aufs Tor schießen müssen“, gab er das so auch an seine Elf weiter. Zudem stellte der SG-Coach auf ein 4:4:2 um. Er nahm den 21-jährigen McKinze Gaines, der ein eher unauffälliges Startelfdebüt feierte, raus. Kai Brünker kam. Mit ihm und Nebenmann Dimitry Imbongo war nun viel Wucht im Aspacher Angriff und die Hansa-Abwehr ziemlich beschäftigt. Die Schwaben gaben den Ton an. „Wir haben komplett die Kontrolle abgegeben“, ärgerte sich Hansa-Coach Jens Härtel. Das Einzige, was Aspach lange Zeit fehlte, das war ein Treffer. Dann erinnerte sich Behounek zwölf Minuten vor Schluss an die Worte seines Trainers, hielt aus 19 Metern drauf und schoss die SG ins Glück.

„Wer nicht schießt, der kann auch kein Tor erzielen“, gab der Mann vor der rechten Außenbahn nach der Partie zum Besten. Dass sein Versuch von Rostocks Kapitän Julian Riedel noch abgefälscht wurde, nahm der 21-Jährige gerne an. Wobei Behounek bei all der Freude über sein zweites Saisontor Timo Röttgers gute Vorarbeit nicht vergaß. „Ich habe seit ich hier bin schon gemerkt, dass Timo oft versucht, einen cleveren Pass zu spielen, deshalb bin ich extra in den freien Raum gelaufen“, lobte der vor der Saison vom Regionalliga-Team des HSV gekommene Behounek den 34-jährigen Routinier.

Komplimente gab es für Joker Röttger aber nicht nur vom Mitspieler. Auch Zapel stimmte da mit ein. „Eine klasse Balleroberung“, war ihm nicht entgangen, wie der erst kurz zuvor eingewechselte Stürmer dem Rostocker Nico Rieble vor dem entscheidenden Rückpass die Kugel abgeluchst hatte. „Im Moment geht unsere Timo-Röttger-Strategie voll auf“, freute sich der SG-Trainer und erinnerte daran, dass sein listiger Angreifer schon beim 3:0 in Würzburg, beim 2:2 gegen Uerdingen und auch beim Pokalsieg beim Landesligisten Kaisersbach nach seiner Einwechslung positive Akzente gesetzt hatte. Der Coach jedenfalls ist hörbar froh, einen solchen Mann in der Hinterhand zu haben: „Ich kann nur den Hut ziehen, wie er da ist, wenn er gebraucht wird.“

Überhaupt war Zapel mit seiner Elf in Rostock sehr zufrieden. Darauf angesprochen, dass er nach dem Last-second-Gegentor gegen Uerdingen noch geschimpft hatte, „das ist einfach dumm“, antwortete er nun schmunzelnd: „Diesmal gibt es Streicheleinheiten. Auf der Heimfahrt wird gekuschelt und geknuddelt.“ Genug Zeit dafür hat es auf einer 800 Kilometer langen Heimreise. Erst recht, wenn man so entspannt und zufrieden ist.

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Erstellt:
19. August 2019, 06:00 Uhr

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