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Das Remis macht keinen ganz glücklich

Bayerns Zweite hadert mit der verspielten 2:0-Führung, für Großaspachs Drittliga-Fußballer wäre am Ende noch mehr drin gewesen

„Wir sind die Deppen“, sagte Sebastian Hoeneß, der Trainer des FC Bayern München II, nach dem 2:2 im Drittliga-Spiel bei der SG Sonnenhof Großaspach. Ihn ärgerte die verspielte 2:0-Führung maßlos. Den Kollegen freute es im Umkehrschluss zwar schon, dass seine Fußballer das 0:2 wettgemacht hatten, so richtig glücklich war Oliver Zapel mit dem Resultat aber auch nicht. Denn: „Was wir in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, hätte mehr als einen Punkt verdient gehabt.“

Eric Hottmann und seine Großaspacher Kollegen warfen nach der Pause alles rein und retteten immerhin noch einen Punkt. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Eric Hottmann und seine Großaspacher Kollegen warfen nach der Pause alles rein und retteten immerhin noch einen Punkt. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Natürlich wusste auch Zapel, dass es lange Zeit danach ausgesehen hatte, als würde sein Team komplett leer ausgehen. Insofern wollte Aspachs Trainer seinem Kapitän Julian Leist nicht allzu entschieden widersprechen, der das 2:2 so einordnete: „Wir können damit leben.“ Er werde aber auch „keine Karawane durch unser Klubheim starten“, verdeutlichte der 51-Jährige, dass ihn das Remis nicht unbedingt in Jubelstimmung versetzte. Das hatte angesichts des noch sehr eng beieinander liegenden Feldes weniger damit zu tun, dass die SG fürs Erste auf einen Abstiegsplatz abgerutscht ist, als vielmehr mit einigen Situationen im Laufe der Begegnung.

Angefangen nach 16 Minuten, als Panagiotis Vlachodimos im Strafraum der Gäste von den Beinen geholt wurde und es dafür keinen Strafstoß gab. Für Zapel war es „ein ganz klarer Elfmeter. Sieht man die TV-Bilder, muss man sich schon sehr wundern, dass das nicht gepfiffen wird“. Acht Minuten später war es dann sein Torhüter, der ihm Rätsel aufgab. Constantin Frommann, der im achten Saisonspiel zum ersten Mal den Vorzug vor Maximilian Reule erhalten hatte, spielte den Ball unbedrängt zum Münchner Marcel Zylla und leitete so das 0:1 ein. Die Sorge, fortan zwei verunsicherte Torhüter zu haben, hat der Trainer trotzdem nicht: Er lobte die Reaktion der Leihgabe des Sportclubs Freiburg: „In der zweiten Halbzeit war er fast ein Ruhepol. Sein Verarbeitungsprozess hat schon während des Spiels begonnen und ist vielleicht so gut wie abgeschlossen.“ Sollte es so sein, bliebe immer noch das 0:2 aufzuarbeiten, bei dem Großaspach von einem Pass in die Schnittstelle der Viererkette überrumpelt wurde. Vor diesem Münchner Mittel habe man im Training „25 Mal“ gewarnt, trotzdem klingelte es auf diese Art und Weise.

„Wir haben uns in der Kabine geschworen, nach der Pause ein anderes Gesicht zu zeigen“, verrät Leist. Zapel, der die Startelf gegenüber dem 0:4 in Halle auf sechs Positionen verändert hatte (vom Torwartwechsel abgesehen kamen Bösel, Poggenberg, Behounek, McKinze Gaines und Imbongo für Slamar, Sommer, Gehring, Martinovic und Dem), nahm Feinjustierungen vor. Er brachte mit Martinovic einen Stürmer für Rechtsverteidiger Behounek, dessen Platz Bösel einnahm, und stellte vom 4-3-3 auf ein 4-4-2 mit der Doppelspitze Imbongo/ Martinovic um, die von McKinze Gaines und Vlachodimos gefüttert werden sollte. In der 64. Minute ersetzte Hottmann noch McKinze Gaines, der Druck der Aspacher wurde im Laufe der Zeit immer größer.

Ein Sonderlob des Trainers für den starken Panagiotis Vlachodimos

„Es war eine sehr gute zweite Halbzeit von allen“, lobte Vlachodimos: „Es war sogar noch mehr drin als ein Unentschieden. Wir waren das klar bessere Team und hätten dieses Spiel eigentlich noch gewinnen können.“ Es ehrt den 27-jährigen Spezialisten für die offensiven Außenbahnen, der vom französischen Erstligisten aus Nîmes ins Schwabenland zurückgekehrt ist und sich dort dem Drittligisten angeschlossen hat, dass er die komplette Elf lobte und nicht seine eigene starke Leistung herausstrich. Das übernahm der Trainer für ihn und wählte einen Vergleich, über den sich auch einer der Sponsoren gefreut haben dürfte. „Pana hat geackert wie ein Brauereipferd von Dinkelacker“, betonte Oliver Zapel, „und er hat sich belohnt.“ Und zwar mit dem sehenswerten Tor zum 2:2, nachdem der ebenfalls stark auftrumpfende Joker Martinovic mit dem Anschlusstreffer den ersten Schritt zum Punktgewinn erledigt hatte. Den satten Schuss des in Stuttgart geborenen Spielers mit griechischen Wurzeln bezeichnete Zapel als „Strahl, mit dem sich vieles entladen hat“. Vor allem der Frust des Pausenrückstands war plötzlich wie weggeblasen, für die nächsten Begegnungen erwartet der Trainer von Vlachodimos einige weitere starke Aktionen: „Das war erst der Anfang.“

Es wäre wichtig, denn weil der Schlussspurt nicht mehr zum späten Sieg führte, wartet Großaspach weiterhin auf den ersten Heimsieg dieser Runde. Der soll nun am Samstag, 28. September, um 14 Uhr gegen den Chemnitzer FC gelingen. Stand heute wäre es ein Kellerduell, doch mit einem Erfolg bei der Spvgg Unterhaching am kommenden Samstag würde die SG Sonnenhof die Abstiegsplätze mit ziemlicher Sicherheit schon wieder verlassen.

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Erstellt:
16. September 2019, 06:00 Uhr

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