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Der Fautenhau-Elf droht ein Fehlstart

Großaspachs Drittliga-Fußballer reisen mit zwei Niederlagen im Gepäck nach Würzburg – Zapel muss Anfangsformation umbauen

Zwei Spiele, null Punkte. Großaspachs Drittliga-Fußballern droht ein Fehlstart. Erst recht, weil heute ab 19 Uhr im mittleren Teil der englischen Woche der nächste dicke Brocken wartet. Die SG Sonnenhof muss beim FC Würzburger Kickers ran. Klar ist, dass Trainer Oliver Zapel die Startelf ändert, sind doch Offensivmann Dominik Martinovic und Verteidiger Kai Gehring wegen ihrer Ampelkarten gegen Kaiserslautern gesperrt.

Nach der Auftaktniederlage in Duisburg gingen Aspachs Fußballer um Jamil Dem auch im ersten Heimspiel geschlagen vom Feld. Nun sollen in Würzburg die ersten Punkte geholt werden. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Nach der Auftaktniederlage in Duisburg gingen Aspachs Fußballer um Jamil Dem auch im ersten Heimspiel geschlagen vom Feld. Nun sollen in Würzburg die ersten Punkte geholt werden. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Ob er aus dieser Partie was Positives mitnehmen kann, wurde Sebastian Bösel nach dem 1:3 im Fernsehen gefragt. Aspachs Mittelfeldspieler schaute verdutzt, überlegte kurz und sagte dann kurz und knapp: „Nein.“ Jede andere Antwort hätte auch etwas verwundert. Denn klar hatten Bösel und Kollegen gegen die roten Teufel in Unterzahl und trotz 0:2-Rückstand Moral gezeigt. Aber insgesamt war da vor allem Enttäuschung, Frust und Ärger. Schließlich hat die bereits zweite Niederlage im zweiten Saisonspiel für die SG unliebsame Nachwirkungen, die den Verein aus dem Fautenhau nach Würzburg begleiten.

Das hat sich Aspach zum Teil sicher selbst zuzuschreiben. Enttäuscht und gefrustet darf die Elf von Oliver Zapel zum Beispiel über die verschlafene Anfangsphase sein. Die hatte die Mannschaft zu verantworten. Dasselbe gilt für Gelb-Rot von Martinovic kurz vor der Pause, als der Stürmer erst nicht richtig zum Ball ging und dann ungeschickt foulte. Richtig verärgert dürfen die SG-Fußballer aber auch über die schwache Leistung von Schiedsrichter Benjamin Cortus sein, der die Gastgeber mehrfach krass benachteiligte. Zumindest in der achten Minute war’s spielentscheidend. Die klare Abseitsstellung von Lauterns Vorbereiter Dominik Schad beim 2:0 von Timmy Thiele nicht zu sehen, das grenzt an ein Kunststück. Einzige Ausrede, die der Referee mit Erstliga-Erfahrung mitsamt seinem Assistenten in dieser Szene für sich in Anspruch nehmen kann: Er hat auf den Videobeweis gewartet. Den gibt es allerdings zwar in der Ersten und Zweiten Bundesliga, nicht aber in Liga drei. „Bei aller Kritik, die ich meiner Mannschaft entgegen bringe, das geht nicht“, sagt Zapel dazu und spricht dabei nicht nur von dieser Fehlentscheidung.

Nicht auf der Höhe war neben Cortus allerdings auch die SG nun schon zweimal für kurze Zeit. Beim 1:4 in Duisburg, als sich die Schwaben zwischen der 54. und 60. Minute drei Gegentreffer einfingen. Beim 1:3 gegen Kaiserslautern, als Großaspach in den ersten Minuten dem Kontrahenten zu viel Platz ließ und in so manchem Zweikampf einfach einen Schritt zu spät kam. Oliver Zapel mahnt deshalb vor der heutigen Partie zu Recht an: „Vor allem im Spiel gegen den Ball gilt es, mehr Stabilität reinzubringen – da hatten wir zuletzt das eine oder andere Manko.“ Den Versuch, die Defensivarbeit zuverlässiger und konsequenter hinzubekommen, muss Zapel allerdings mit einer geänderten Formation angehen, da Kai Gehring gesperrt ist. Gut möglich, dass der von Carl-Zeiss Jena gekommene Dennis Slamar in Würzburg sein Punktspieldebüt für die SG feiert. Eventuell als dritter Innenverteidiger neben Kapitän Julian Leist und Korbinian Burger.

Wahrscheinlich ist zudem, dass der 19-jährige Eric Hottmann ebenfalls seine Premiere in der Startelf feiert. Wie schon in Duisburg kam mit der Einwechslung des Stürmers auch gegen Kaiserslautern frischer Wind. Gleich zweimal konnte er von Jose Junior Matuwila und Jannik Bachmann nur noch rüde von den Beinen geholt werden. Statt zweier Roter Karten beließ es Cortus bei Gelb für Bachmann, Matuwila kam gar völlig ungeschoren davon. Diese und weitere Ungleichbehandlungen beider Mannschaften ärgern Zapel: „Dadurch wurde massiv auf den Ausgang des Spiels Einfluss genommen.“

Wie schon erwähnt: Glück hatte Aspach in den bisherigen beiden Begegnungen nicht gerade. Auf Fortune sollte sich die SG aber auch beim Wiedersehen mit Ex-Kapitän Daniel Hägele in Würzburg nicht verlassen. Harte Arbeit, viel Schweiß und eine Konsequenz, die nicht nur 80 Minuten, sondern über die gesamte Partie andauert, sind erfolgsversprechender. Wobei ja nicht nur der Verein aus dem Fautenhau unliebsam erlebt hat, was passieren kann, wenn man zu spät aufwacht, sich zwischendurch oder am Ende mal eine Auszeit nimmt. Der heutige Kontrahent kann ebenfalls ein Lied davon singen. Die Kickers führten vergangenen Samstag in Unterhaching nach 88 Minuten noch 4:2, um am Ende 4:5 zu verlieren. „Uns ist durchaus bewusst, dass wir nicht nur auf einen außergewöhnlich guten, sondern auch außergewöhnlich wütenden Gegner treffen“, weiß Zapel, dass die Franken alles tun werden, um Unterhaching vergessen zu machen.

Die wahrscheinliche Aufstellung der SG Sonnenhof in Würzburg. Grafik: BKZ

Die wahrscheinliche Aufstellung der SG Sonnenhof in Würzburg. Grafik: BKZ

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Erstellt:
30. Juli 2019, 06:00 Uhr

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