Volleys starten in die Bundesliga

Der Neue bei den Barock Volleys: Ästhet zwischen Fine-Linern und Schmetterbällen

Für seinen Ex-Trainer Patrick Steuerwald wechselte Marius Büchi zu den Barock Volleys. Der Top-Angreifer erklärt vor dem Derby am Sonntag gegen Rottenburg, warum er in Druckphasen so gefährlich ist.

Volley-Zugang Marius Büche war der Topscorer der Bundesliga in der vergangenen Saison.

© Baumann

Volley-Zugang Marius Büche war der Topscorer der Bundesliga in der vergangenen Saison.

Von Elke Rutschmann

Marius Büchi hatte schon immer ein großes Interesse an Ästhetik. Deshalb hat sich der neue Diagonalangreifer der Barock Volleys Ludwigsburg auch für ein Architekturstudium entschieden, dass er im vergangenen Jahr mit dem Bachelor in Frankfurt/Main abgeschlossen hat. „Mich hat schon als kleines Kind der Wunsch umgetrieben, später mal selbst ein Haus zu bauen“, verrät Marius Büchi. Jetzt will er auch den Master in Angriff nehmen. „Das ist aber nicht so einfach, weil das Studium sehr viel Präsenz erfordert“, sagt der 26-Jährige, der wohl erst nach der Bundesligarunde wieder in den Hörsaal zurückkehren wird. An seinem neuen Spielort Ludwigsburg ist er natürlich begeistert vom Barockschloss und auch die Altstadt gefällt ihm sehr.„Weniger aufregend ist allerdings die Architektur an meinem Wohnort Oßweil. Da ist höchstens die Schule sehr ansprechend“, sagt Büchi.

Natürlich hat er Ludwigsburg nicht wegen der schönen Häuser als neuen Lebensmittelpunkt gewählt. Es sind gleich mehrere Gründe, weshalb sich der 2,01 Meter große Hesse für diesen Volleyballstandort entschieden hat. Da ist die geographische Lage, denn seine Freundin wohnt in Offenbach, von wo Ludwigsburg zumindest nicht ganz so weit entfernt ist wie zu anderen Volleyball-Standorten. Und dann kam er auch mit der Option zu den Volleys, als Nummer eins auf der Position als Diagonalangreifer.

Aber mit dem ebenfalls neuen Gregor Migge hat er einen starken Konkurrenten, den er als gleichwertigen Ersatz einstuft.  Zuletzt hatte Büchi immer mal wieder Probleme mit der rechten Schulter. Aktuell ist er aber schmerzfrei und fit. „Zudem kann ich mich mit den Ambitionen und Visionen der Klubs sehr gut identifizieren“, sagt er. Aber der ausschlaggebende Punkt war natürlich Trainer Patrick Steuerwald, unter dem er schon ein Jahr beim ASV Dachau gespielt hat. „Ich weiß, welche Anforderungen er an mich stellt und schätze den Austausch mit ihm“, sagt Büchi. Den Coach beschreibt er als entwicklungsorientiert, der emotional dabei ist und als ehemalige Nationalspieler sehr viel Erfahrung mitbringt.

Ästhetik spielt aber auch in seinem Sport eine Rolle. Es geht um Kreativität, um Technik und Perfektionismus. „Ich bin nicht der Emotionalste auf dem Feld, aber deshalb fällt es mir auch leichter im Fokus zu bleiben“, so Büchi über Büchi. Von dieser Ruhe soll auch sein Team profitieren. Und was hat ihn noch zum erfolgreichsten Diagonalangreifer und Topscorer der vergangenen Saison in der Bundesliga gemacht?  „Ich spiele risikobereit, aber auch sehr konstant“, sagt Büchi. In Drucksituationen könne sich die Mannschaft auf ihn verlassen.

Doch auch in Dachau musste er sich erst an die 1. Bundesliga rantasten, an das andere Tempo, die Schlagkraft. Jetzt spürt er in Ludwigsburg die Euphorie rund um den Klub und „jeder richtig Bock hat.“ Und wie sehen seine Ziele aus? „Wir wollen wieder in die Playoffs kommen. Wichtig ist, dass wir gut in die Saison kommen“, sagt Marius Büchi.  Das Ludwigsburger Programm für die nächsten zwei Wochen ist herausfordernd: Bis zum 9. November stehen fünf Partien an (vier Ligaspiele, ein Pokalspiel) - darunter eine zeitintensive Auswärtsfahrt nach Warnemünde.

Gegner TV Rottenburg nicht unterschätzen

Jetzt freut er sich auf den Start am Sonntag (17 Uhr, Innenstadtsporthalle) mit dem Württemberg-Derby gegen den TV Rottenburg, den er noch aus seiner Zweitligazeit beim TuS Kriftel kennt. „Man darf sie nicht unterschätzen, sie haben gute Neueinkäufe gemacht und wir werden nicht überheblich reingehen“, sagt der Diagonalangreifer. Sein privates Hobby hat auch mit Ästhetik zu tun. „Ich zeichne gerne mit Fine-Linern oder Bleistift. Da kann ich perfekt abschalten“, sagt er. Aufs Blatt kommt alles, was ihn spontan inspiriert.

An Coach Patrick Steuerwald schätzt Marius Büchi dessen Expertise und Emotionalität.

© Baumann

An Coach Patrick Steuerwald schätzt Marius Büchi dessen Expertise und Emotionalität.

Zum Artikel

Erstellt:
23. Oktober 2026, 17:54 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen