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Die SG Sonnenhof gibt noch nicht auf

Drittliga-Fußballer aus dem Fautenhau gewinnen das Kellerduell gegen Zwickau verdient mit 1:0 und wahren im Abstiegskampf ihre Minimalchance. Marco Hingerl erzielt das goldene Tor. Ampelkarte für Aspachs Sebastian Bösel und zweimal Rot für die Gäste.

Traf zum entscheidenden 1:0: Marco Hingerl (rechts). Aspach bejubelte im Kellerduell gegen Zwickau einen verdienten 1:0-Erfolg. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Traf zum entscheidenden 1:0: Marco Hingerl (rechts). Aspach bejubelte im Kellerduell gegen Zwickau einen verdienten 1:0-Erfolg. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Ob es Großaspachs Fußballern noch zum Drittliga-Verbleib reicht, das darf angezweifelt werden. Sicher ist, dass es der Fautenhau-Elf zwar an Punkten mangelt, nicht aber an Moral. 1:0 siegte der Vorletzte gestern Abend über den Viertletzten FSV Zwickau. Und das in einem Spiel, das auf nassem Rasen fußballerisch recht gut war und in Sachen Kampf nicht zu wünschen übrig ließ. In der Schlussphase war es sogar richtig bunt. Aspachs Sebastian Bösel sah die Ampelkarte, die Zwickauer Leon Jensen und Davy Frick erhielten glatt Rot. Gefeierter Mann bei den Schwaben war Marco Hingerl, der in der 71. Minute eine klasse Vorarbeit von Dominik Martinovic zum goldenen Tor nutzte. Die SG weist nun 29 Punkte auf. Wobei auf einen Nichtabstiegsplatz weiterhin elf Zähler fehlen.

Coach Hans-Jürgen Boysen sprach von einem „verdienten Sieg, das eine Tor waren wir besser“. In der Tat knüpften die Schwaben im Kellerduell an die guten Leistungen der vergangenen Wochen an. Einzig ein Treffer fehlte den Gastgebern lange. Genauer gesagt bis zur 71. Minute. Dann schlugen ein Trio zu, das Boysen erst eingewechselt hatte. Verteidiger Jonas Behounek, Stürmer Dominik Martinovic und Mittelfeldmann Marco Hingerl. Der eine sprintete auf links die Linie runter und flankte, der zweite düpierte Gegenspieler Rene Lange und legte zurück zu Hingerl, der die Kugel aus vier Metern über die Linie schob. Ein schön herausgespielter Treffer. Ein 1:0, an dem die Gastgeber mehrfach dran waren. Doch weder Panagiotis Vlachodimos (36.), noch Joel Gerezgiher (38.), Nico Jüllich (39,) oder Orrin McKinze Gaines (40.) schafften es in der besten Phase vor der Pause, den Ball im Tor unterzubringen. Auf der anderen Seite hatte Constantin Frommann nur bei einem 15-Meter-Schuss von Morris Schröter Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Was Wunder, dass Aspachs Trainer mit seiner Elf in der ersten Halbzeit zufrieden war und lobte: „Wie schon in den letzten Spielen war bei meiner Mannschaft guter Kombinationsfußball zu sehen.“

Nach der Pause ist bei beiden Mannschaften vor allem Kampfgeist Trumpf

Im zweiten Durchgang war aber eher Kampfgeist Trumpf. Die SG hatte Mühe, gegen die aggressiv und früh attackierenden Sachsen einen guten Spielaufbau hinzubekommen. Wobei das keine große Überraschung war, steht doch auch Zwickau unter Druck. Schließlich hatte die Konkurrenz im Abstiegskampf tags zuvor vorgelegt. Die Elf von Coach Joe Enochs blieb die Antwort schuldig. Die Defensive der Schwaben hielt dicht.

Auf der anderen Seite gab es immer wieder gute Ansätze. In der 57. Minute kam der Vlachodimos einen Schritt zu spät, dann rauschten gleich drei Aspacher an einer Hereingabe des Griechen vorbei (58.) und kurz darauf traf Vlachodimos aus 18 Metern nur die Latte. Bei der SG stimmte viel, nur die Torausbeute passte lange nicht. Erst nach 71 Minuten war es soweit. Hingerl ließ die SG jubeln.

Das Kellerduell wurde nun hektisch, spannend und farbig. Denn die robusten Sachsen kämpften um den Ausgleich und machten Druck. Wie in der 76. Minute. Einen Konter der Gäste konnte Sebastian Bösel nur noch mit einem taktischen Foul verhindern. Nachdem der erste Versuch gegen Leon Jensen noch nicht klappte, stoppte der Aspacher den Zwickauer wenige Meter später ein zweites Mal regelwidrig. Damit war zwar Schluss mit dem FSV-Angriff, doch auf dem Rasen begann es erst richtig. Jensen kam angerauscht und rannte Bösel um. Von Abstandhaltung war nun keine Rede mehr. Der Einzige, der im Rudel der 22 Akteure noch den Überblick behielt, war Erstliga-Schiedsrichter Marco Fritz. Er zeigte Bösel für jedes Foul gelb, das ergab Gelb-Rot. Jensen sah für die Tätlichkeit glatt rot. Auf dem Feld war jetzt viel Platz. Den hätte die SG bei ihren Kontern zwei, drei Mal fast für einen zweiten Treffer genutzt. Am dichtesten war Martinovic dran, der in der Nachspielzeit durch war und von Davy Frick Zentimeter vor dem Strafraum per Notbremse gestoppt wurde. Folgerichtig sah auch Zwickaus Kapitän rot. Bitter für die Sachsen, die im Kampf um den Ligaverbleib nicht nur das Spiel verloren haben, sondern auch mit zwei gesperrten Akteuren heimkehrten. Ein Fakt, der auch auf Bösel für die SG-Partie am Samstag bei Waldhof Mannheim zutrifft. Wobei der angesichts der Rotation Boysens, der auch diesmal die Startelf auf zehn Positionen gegenüber dem vorherigen Spiel geändert hatte, ja wohl ohnehin nur Zuschauer gewesen wäre.

SG Sonnenhof Großaspach: Frommann – Sommer, Leist, Slamar, Sverko (56. Behounek) – Bösel, Jüllich – McKinze Gaines (64. Martinovic), Gerezgiher (64. Hingerl), Vlachodimos – Brünker (81. Gehring).

FSV Zwickau: Brinkies – Godinho (76. Odabas), Hehne, Frick, Lange (76. Jäpel) – Schröter, Reinhardt, Könnecke (46. Jensen), Coskun – Huth (68. Wegkamp), König.

Tor: 1:0 (71.) Hingerl. – Gelbe Karten: Gerezgiher, Vlachodimos / Reinhardt. – Gelb-Rote Karte: Bösel. – Rote Karten: Jensen, Frick. – Schiedsrichter: Fritz (Korb).

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Erstellt:
18. Juni 2020, 06:00 Uhr

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