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Ein gebrauchter Tag für Aspach

Beim 0:4 beim starken Halleschen FC leistet sich der Fußball-Drittligist viel zu viele Fehler

„Wir haben ab dem Anpfiff nicht das auf den Platz bekommen, was wir uns vorgenommen hatten.“ Julian Leist, Kapitän von Großaspachs Drittliga-Fußballern, unternahm nach der 0:4-Klatsche beim allerdings auch bärenstarken Halleschen FC erst gar nicht den Versuch, etwas zu beschönigen. Es war ein gebrauchter Tag für die SG Sonnenhof, die in der nun anstehenden Länderspielpause einige Dinge aufzuarbeiten hat und zudem hofft, dass wichtige Akteure wieder fit werden.

Schauten den Hallensern um Bentley Baxter Bahn viel zu oft nur zu: Niklas Sommer (links) und Dennis Slamar sowie deren Großaspacher Teamkollegen. Das 0:4 war die logische Folge. Foto: Fotostand

© Fotostand

Schauten den Hallensern um Bentley Baxter Bahn viel zu oft nur zu: Niklas Sommer (links) und Dennis Slamar sowie deren Großaspacher Teamkollegen. Das 0:4 war die logische Folge. Foto: Fotostand

Von Steffen Grün

Oliver Zapel hatte seine Startelf auf fünf Positionen umgebaut. Nach der 0:3-Heimpleite gegen Köln war’s zwar keine Überraschung, dass Aspachs Trainer nicht nur den erkrankten Sebastian Bösel sowie den verletzten Kai Brünker ersetzte, doch mit Jonas Behounek, Eric Hottmann und Dimitry Imbongo als Bankdrücker war auch nicht unbedingt zu rechnen. Niklas Sommer, Dennis Slamar, Panagiotis Vlachodimos, Marco Hingerl und Dominik Martinovic durften stattdessen beginnen, darüber hinaus setzte Zapel in der Abwehr auf eine Dreier- anstatt auf eine Viererkette.

„Wir haben bestimmte Spielprinzipien, die unabhängig sind vom System und dem Personal“, widersprach der 51-Jährige der Vermutung, es könnten vielleicht zu viele Veränderungen gewesen sein. Der Kapitän pflichtete ihm bei und betonte, „dass uns der Trainer wie immer gut auf den Gegner eingestellt hat“. Es haperte an der Umsetzung, ärgerte sich Leist und nannte zum Beispiel diesen Kritikpunkt: „Wir hatten nicht die Zweikampfhärte, die man gegen Halle braucht und wir haben es ihnen viel zu leicht gemacht.“ Mehr noch: Das 1:0 erzielten die Aspacher sogar selbst. Für Zapel war das Eigentor von Kai Gehring, an dem auch Torwart Maximilian Reule entscheidenden Anteil hatte, „Slapstick sondergleichen“. Dieses Tor werde es wohl in die Top Ten im Saisonrückblick schaffen, unkt der Trainer: „Aber wir können darüber leider überhaupt nicht lachen, das tut ungemein weh.“ Und zwar deshalb, weil es für ihn „aus dem Nichts heraus kam“ und die 0:4-Klatsche unzweifelhaft einleitete.

Mit dem 0:1 macht sich im SG-Team eine große Verunsicherung breit

Mit dem unnötigen Rückstand war die „sehr detaillierte Vorbereitung“, die Zapel sich und seinem Stab bescheinigte, bereits nach einer knappen Viertelstunde für die Katz gewesen. Es habe sich im Team danach „ein Virus breitgemacht, es hat alles nur noch nach Verunsicherung gerochen“. Das machte es den SG-Profis, die in dieser Runde vorher noch keine allzu große Rolle gespielt hatten und nun ihre Bewährungschance bekamen, nicht einfacher. Spätestens mit dem 0:2 in der 39. Minute waren die Gäste endgültig auf die Verliererstraße eingebogen. Und wieder war es ein Treffer, der locker zu vermeiden gewesen wäre. Es begann mit dem Ballverlust von Dominik Martinovic, der für Zapel „so nicht entstehen darf, an der Mittellinie aber eigentlich kein großes Problem ist“. Anders als das, was dann passierte. Anstatt sich wie vom Trainer in derartigen Situationen verlangt und von Gehring auch umgesetzt fallen zu lassen, rückten dessen Mitstreiter fälschlicherweise hinten raus. Weil der 31-Jährige das nun auch noch tat anstatt ins Laufduell mit dem Hallenser Angreifer zu gehen, sah es nach dem Pass in die Tiefe danach aus, als habe er den Versuch vermasselt, auf Abseits zu spielen. Das war aber nicht der Plan, weshalb sich in erster Linie die Mitstreiter den Treffer ankreiden sollten. „Das sind Abstimmungsprobleme, die wir derzeit haben“, schimpft Zapel und ärgert sich nicht zuletzt deshalb sehr, weil es im Pokalspiel in Backnang die „Blaupause“ gegeben habe. Der Lerneffekt blieb aus.

Zur zweiten Halbzeit kamen Hottmann und Imbongo für Sommer und Martinovic, doch die Wende blieb aus. Es war vielmehr Dusel dabei, dass es bis zur 66. Minute dauerte, ehe die Hallenser Torhymne („Es rappelt im Karton“) zum dritten Mal erklang. Dieser Song von Pixie Paris dürfte alle Aspacher bis in die Träume verfolgt haben. Selbst schuld, denn auch beim 0:3 schauten sie tatenlos zu, wie Pascal Sohm die Kugel mit dem Rücken zum Tor in aller Ruhe zu Patrick Göbel schob, der wiederum ungestört das linke Eck anvisieren durfte und herrlich traf. Ein sorgloses Abwehrverhalten, das beim 0:4 noch einmal zu beobachten war und schnell wieder abzustellen ist, wenn Punkte her sollen.

Vor der Rückfahrt, bei der die Laune im Bus im Keller gewesen ist, kündigte Leist bereits erste Gespräche über diese enttäuschende Leistung an. „Wir müssen uns in Sachen Zweikampfhärte, aber auch taktisch und spielerisch an die eigene Nase fassen und wieder einen Schritt nach vorne machen“, verlangt der Kapitän. Um alles aufzuarbeiten, bleiben wegen der Länderspielpause bis zum Heimspiel gegen Bayern München II am Samstag, 14. September, beinahe zwei Wochen. Der Drei-Ligen-Cup am Freitag im Fautenhau mit dem VfB Stuttgart und Austria Lustenau bietet zudem die Möglichkeit, wieder ein bisschen Selbstvertrauen zu tanken.

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Erstellt:
2. September 2019, 06:00 Uhr

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