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Ein großer Schritt in die falsche Richtung

Großaspachs Drittliga-Fußballer erleben gegen Würzburg ein 0:6-Debakel und taumeln der Regionalliga entgegen

Was für eine Backpfeife. 0:6 verloren Großaspachs Drittliga-Fußballer gestern Abend das Heimspiel gegen die Würzburger Kickers. Was als Aufholjagd in Sachen Abstiegskampf geplant war, wurde zur bösen Bauchlandung. Auch weil die Gastgeber über fast die gesamte Partie von einer Verlegenheit in die andere taumelten. Statt Boden gut zu machen, war das Duell gegen die Franken ein Schritt in Richtung Regionalliga.

Erlebte gestern Abend eine ganz bittere Stunde: Mittelfeldmann Onur Ünlücifci (rechts). Der Ex-Würzburger verlor mit der Großaspach Elf gegen seinen ehemaligen Verein mit 0:6 und musste kurz vor der Halbzeit mit der Ampelkarte vorzeitig vom Platz. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Erlebte gestern Abend eine ganz bittere Stunde: Mittelfeldmann Onur Ünlücifci (rechts). Der Ex-Würzburger verlor mit der Großaspach Elf gegen seinen ehemaligen Verein mit 0:6 und musste kurz vor der Halbzeit mit der Ampelkarte vorzeitig vom Platz. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

„Es sah so aus, als hätten wir gelähmte Beine“, versuchte Coach Mike Sadlo nach der denkwürdigen Partie eine Erklärung für das zu finden, was eigentlich nicht erklärbar war. Denn schließlich waren die Hausherren durchaus zuversichtlich in die Begegnung gegangen und hatten gehofft, nach dem Teilerfolg auf dem Betzenberg nun richtig nachlegen zu können. Doch Pustekuchen. Am Ende schwankte die Stimmung zwischen Entsetzen und Enttäuschung. Daraus machte Mike Sadlo auch keinerlei Hehl: „Das enttäuschende an dem Spiel ist sicher, dass wir nichts von dem Feuer von Kaiserslautern mitgenommen haben.“

Eine Aussage, die den Nagel auf den Kopf traf. Ebenso wie das Urteil des 48-jährigen Coaches, dass seiner Mannschaft von Beginn an der Mut gefehlt habe, dass sie sich im Vorwärtsgang ständig im Eins gegen Drei verzettelt habe, dass sie immer wieder die falschen Entscheidungen getroffen habe. Dem ist nichts hinzuzufügen. Von Anfang an dominierten im Aspacher Fautenhau die Würzburger Kickers, da konnte das SG-Trainerduo an der Seitenlinie noch so winken, auffordern, schimpfen. Spätestens nach einer Viertelstunde schaute Heiner Backhaus immer wieder zu Mike Sadlo und schien es nicht zu glauben, was er da auf dem Rasen erlebte. Die Franken machten Druck, attackierten früh und konsequent. Die Hausherren taten sich damit sehr, sehr schwer.

In der 17. Minute parierte Maximilian Reule den 15-Meter-Schuss von Fabio Kaufmann gerade noch. Nach 23 Minuten war es dann doch passiert. Niklas Sommer verlor bei einem hohen Ball in den Strafraum die Orientierung und Maximilian Breunig jagte die Kugel es elf Metern zum 1:0 für die Kickers ins Netz. Es war Teil eins eines Doppelschlags, denn direkt nach dem Wiederanpfiff verloren die Gastgeber im Spielaufbau den Ball, bei Würzburg ging es schnell und Kaufmann schob den Ball aus sieben Metern an Reule vorbei zum 2:0 ins Netz.

Die Elf aus dem Fautenhau war geschockt und hatte sichtlich Mühe. Sie schaffte es vorläufig aber, nicht noch einen weiteren Gegentreffer zu kassieren. Nach einem Entlastungsangriff lief Matthias Morys von halb links sogar alleine auf Torwart Vincent Müller zu, traf aus sieben Metern aber nur das Außennetz (30.). Die Hausherren arbeiteten sich nun nach und nach ein wenig besser in die Partie und kamen sogar zu Strafraumszenen. Nach 40 Minuten bedurfte es einer Glanzparade von Müller, um den 19-Meter-Schlenzer von Kamer Krasniqi noch aus dem Winkel zu holen. Die SG war dran und haderte kurz darauf mit Schiedsrichterin Riem Hussein. Nach einer Flanke von Ünlücifci drosch Sebastian Schuppan den Ball weg und traf aus kurzer Distanz die Hand von Daniel Hägele. Alles, was auf Aspacher Seite stand, forderte Elfmeter. Die Unparteiische ließ zunächst weiterlaufen und pfiff kurz danach. Ünlücifci hatte offenbar einen Tick zu stark protestiert, sah Gelb und war raus. Denn zehn Minuten zuvor hatte er nach einem Foul im Mittelfeld schon einmal Gelb gesehen. Nun lief Aspach in Unterzahl dem Rückstand hinterher.

Sadlo und Backhaus reagierten. Zur Halbzeit wechselten Matthias Morys und Panagiotis Vlachodimos aus. Eric Hottmann und Timo Röttger sollten helfen, die Wende zu schaffen. Die Hoffnung hielt nur drei Minuten, dann war die Sache gelaufen. Wieder nach einem Doppelschlag. Erst war es Dominic Baumann, der nach einer Linksflanke den Ball aus einem Meter zum 3:0 über die Linie drückte, dann traf der erneut frei stehende Kaufmann aus zehn Metern zum 4:0.

Für Großaspach ging es nur noch darum, das Ergebnis einigermaßen erträglich zu gestalten. „Das haben wir auch nicht hingekriegt“, urteilte Sadlo. Vorne scheiterte Timo Röttger aus 14 Metern an Müller. Hinten durfte Reule wenig später die Kugel das fünfte Mal aus dem Netz holen (58.). Diesmal war Kaufmann der Vorbereiter und der kurz zuvor eingewechselte Ex-Aspacher Saliou Sane drückte die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie.

Danach ließ Würzburg Ball und Gegner laufen, ohne aber noch mit dem letzten Druck auf einen Treffer zu spielen. Der fiel trotzdem vier Minuten vor Schluss. Niklas Hoffmann jagte den Ball aus 20 Metern flach zum 6:0 ins Eck.

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Erstellt:
4. Februar 2020, 06:00 Uhr

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