Ein Punkt, der im Abstiegskampf kaum hilft
Fußball-Drittligist aus Großaspach hat beim torlosen Unentschieden bei der Spvgg Unterhaching durchaus Chancen zum Siegtreffer
Das fünfte Spiel hintereinander blieb Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach ohne einen Sieg. Das torlose Unentschieden bei der Spvgg Unterhaching bedeutete jedoch zugleich der vierte Punkt aus den vergangenen fünf Partien. Und Zähler brauchen die Schwaben dringend, um im Kampf um den Ligaverbleib bestehen zu können.
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Mit vereinten Kräften gegen Hachings Stefan Schimmer: Korbinian Burger, Jamil Dem und Niklas Sommer (von links).Foto: Foto2Press
Von Heiko Schmidt
War es ein gewonnener Punkt oder zwei verlorene Zähler? Die Frage beantwortet der Großaspacher Trainer Florian Schnorrenberg klar: „Wir sind froh, einen Punkt mit nach Hause zu nehmen.“ Doch bei einer genaueren Analyse findet der Coach: „Wir wollten gegen eine spielstarke Mannschaft gewinnen.“ Auf der anderen Seite sagt Schnorrenberg allerdings auch: „In der Endphase des Spiels war es etwas wild. Unterhaching hatte dabei einige Konterchancen.“ So aber blieb es am Ende torlos.
Dabei hatte Schnorrenberg drei Veränderungen in der Startelf gegenüber der 2:3-Heimniederlage am Mittwoch gegen den SV Wehen Wiesbaden vorgenommen. Überraschend war dabei, dass Niklas Sommer sein Pflichtspieldebüt im Sonnenhof-Trikot gab. Er spielte im rechten Mittelfeld. Dafür rückte Philipp Hercher auf die Position des rechten Außenverteidigers, da Patrick Choroba aufgrund eines Muskelfaserrisses im Adduktorenbereich passen musste. Im defensiven Mittelfeld lief Jamil Dem für Jannes Hoffmann, der auf der Bank Platz nahm, auf. Zlatko Janjic begann in der Offensive den gesperrten Dominik Pelivan.
Die Wechsel in der Defensive begründet Schnorrenberg so: „Wir hatten schon Respekt vor der linken Angriffsseite der Unterhachinger.“ Der Plan des Trainers ging auf. „Mit unserer rechten Abwehrseite bin ich zufrieden.“ Dabei nahm Hercher erstmals eine für ihn ungewohnte Position ein. „Wir wollten mit ihm mehr Druck von hinten aufbauen“, begründet der 22-Jährige. Das gelang. „Defensiv war meine Leistung gut. Nach vorne konnte ich auch einige Akzente setzen“, gab sich Hercher zufrieden. Auch Schnorrenberg lobte seinen Schützling, genauso wie auch Niklas Sommer. „Er hat im Mittelfeld eine ordentliche Leistung gezeigt und war zweikampfstark.“
Hinzu kam ein starker Schlussmann Kevin Broll. Besonders in der zweiten Halbzeit und dann auch in der Nachspielzeit bewahrte er den Dorfklub vor einem Rückstand. Das Glück stand ihm zur Seite, als ein 30-Meter-Freistoß von Stefan Schimmer in der 81. Minute an die Latte klatschte. Broll will aber nicht zu sehr über seine Leistung sprechen, sondern blickt auf das Team . „Mit dem Punkt können wir leben“, resümiert der Keeper. Seine Analyse für das Match im Stadion am Sportpark fällt jedoch härter aus: „Es war ein müder Kick von beiden Seiten und mit vielen Fehlpässen.“
Der Spielverlauf ist auch ziemlich schnell erzählt. Die Anfangsviertelstunde gehörte klar den Unterhachingern. „Bis zur 15. Minute sollten wir in Führung liegen“, ärgert sich Spvgg-Trainer Claus Schromm. Seine Mannschaft agierte danach „verunsichert“. Hingegen riss Großaspach immer mehr das Heft des Handelns an sich, aber ohne Erfolg. Nach dem Wechsel begannen die Bayern erneut stark, ehe der Sonnenhof ab der 60. Minute feldüberlegen agierte und zunächst die besseren Möglichkeiten besaß. In den letzten zehn Minuten übte Unterhaching mehr Druck aus. Es blieb aber beim torlosen Remis. Die Lage im Tabellenkeller ist für die Schwaben mit dem Punktgewinn bedrohlich, da auch einige Mitkonkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib die Zähler einsammelten. Durch den Braunschweiger Sieg gestern steht die SG nun auf einem Abstiegsplatz.
Für die Aspacher ist nach der englischen Woche erst mal Regeneration angesagt. „Ich habe meinen Spielern zwei Tage frei gegeben“, berichtet Trainer Schnorrenberg. Er selbst nutzt die Zeit für einen kurzen Besuch in seiner Heimat. Am morgigen Dienstag beginnt dann die Vorbereitung auf die nächste Aufgabe. Die wird mit Sicherheit nicht leichter, denn am kommenden Samstag um 14 Uhr stellt sich mit den Würzburger Kickers ein Team aus dem vorderen Mittelfeld in der Mechatronik-Arena vor.
