Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Eine Frage des Charakters und des Kopfes

Julian Leist weiß, dass Großaspach die Würzburg-Partie abhaken und gegen Uerdingen die Wende im Abstiegskampf einleiten muss

Es ist gerade ganz gut, dass sich Julian Leist nicht nur mit Fußball beschäftigt. Nach einem Erlebnis wie dem 0:6 gegen Würzburg ist die Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann für Großaspachs Kapitän eine hilfreiche Ablenkung, um den Kopf frei zu bekommen. Schließlich wartet morgen ab 14 Uhr der nächste Kampf gegen den Drittliga-Abstieg. Beim KFC Uerdingen soll das letzte Fünkchen Hoffnung am Glimmen gehalten werden.

Kapitän Julian Leist sieht sich und die anderen Routiniers besonders in der Pflicht, damit Aspachs Drittliga-Fußballer doch noch den Weg raus dem Tabellenkeller finden sollen. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Kapitän Julian Leist sieht sich und die anderen Routiniers besonders in der Pflicht, damit Aspachs Drittliga-Fußballer doch noch den Weg raus dem Tabellenkeller finden sollen. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Ein Lautsprecher war Julian Leist noch nie. Einer, der seinen Kopf hinhält, wenn andere sich wegducken, allerdings schon. Deshalb ist es für ihn auch selbstverständlich, dass er sich nach einem solchen Schlag in die Magengrube, wie ihn die SG Sonnenhof im ersten Heimspiel nach der Winterpause erlebte, stellt. Dabei weiß er selbst, dass es für das, was da am Montag im Fautenhau abgelaufen ist, eine richtige Erklärung nicht gibt. Sein Urteil: „Viel schlechter geht’s nicht. Das war ein kollektiver Ausfall.“ Dabei sei der Mannschaft vom Trainerteam um Mike Sadlo und Heiner Backhaus ein klarer Plan mitgegeben worden. Einer, der nicht ansatzweise erfüllt wurde. Das weiß Aspachs Abwehrchef, stellt sich trotzdem vor das Team: „Wir machen so etwas ja nicht absichtlich, wir haben es an diesem Tag einfach nicht hingekriegt.“

Dem 1,92 Meter großen Innenverteidiger ist klar, dass es für ihn und seine Mitstreiter im Abstiegskampf nicht mehr fünf vor zwölf, sondern eigentlich schon zwölf ist: : „Gefühlt glaubt ja aktuell fast keiner mehr an die SG, die meisten haben uns schon abgeschrieben. Aber wir Spieler, wir müssen an uns glauben. Dafür sind wir Leistungssportler und das sind wir allen, die hier tagtäglich für diesen Verein alles geben, auch schuldig.“ Das zu beweisen, darum gehe es nun am Samstag in Düsseldorf, wo der KFC Uerdingen seine Heimspiele austrägt, da das heimische Grotenburg-Stadion erst noch drittligatauglich gemacht werden muss. Für Julian Leist steht fest: „Jetzt gilt es für uns als Mannschaft, Größe zu zeigen.“ Der schmerzhafte Schlag, der Wirkungstreffer muss weggesteckt werden, um langsam aber sicher aus der Defensive zu kommen. Das weiß der gebürtige Stuttgarter, der mittlerweile seine sechste Saison im Fautenhau verbringt. Wobei ein 0:0 wie beim Teilerfolg in Kaiserslautern diesmal nicht reichen wird, will die SG im Tabellenkeller Boden gutmachen.

Wobei es angesichts der Leistung am Montag schwerfällt, an eine Trendwende zu glauben. Einerseits. Andererseits sagt Julian Leist zu Recht: „Auswärts tun wir uns die gesamte Saison schon leichter als daheim. Das macht mir Hoffnung und vielleicht können wir das nun gegen Uerdingen beweisen.“ Wobei dafür allerdings auch das Selbstvertrauen in die eigene Leistung vorhanden sein sollte, obwohl „bei uns nach dem Würzburg-Spiel sicher keine Hurrastimmung herrscht“, wie der Abwehrkämpe wenig überraschend erzählt. „Jetzt sind wir älteren Spieler gefordert“, sieht er sich und Akteure wie Timo Röttger, Matthias Morys und Kai Gehring auf und neben dem Platz gefordert. Wobei Kai Gehring aufgrund eines Muskelfaserrisses nur außerhalb des Feldes helfen kann. Dabei wäre einer wie er, ein Vorzeigekämpfer, ein sogenannter Mentalitätsspieler auf dem grünen Rasen derzeit gerade besonders wichtig.

Gegen Uerdingens Starensemble muss es Julian Leist nun mit anderen richten und schreibt sich und jedem seiner morgigen Mitstreiter ins Stammbuch: „Das ist ein Charakterspiel, eines in dem wir kämpfen, beißen und kratzen müssen. Das ist eine Partie, in der wir uns sagen und dann aber auch zeigen müssen, dass wir es noch packen wollen.“

Info
16 Endspiele für ein Fußballwunder

16 Spiele lang hat die SG Sonnenhof (18 Zähler) noch Gelegenheit, die sieben Punkte Rückstand sowie das deutlich schlechtere Torverhältnis wettzumachen, um Auf Rang 16 und damit auf den ersten Nichtabstiegsplatz zu klettern. Den nimmt derzeit Viktoria Köln ein, bei dem Aspach am Freitag, 21. Februar, gastiert. Vereinsintern wird damit gerechnet, dass noch neun Siege nötig sind, um die Liga zu halten. Von des bisherigen 22 Partien hat die Elf aus dem Fautenhau nur vier gewonnen.

Auf das Duell in Düsseldorf gegen Uerdingen folgt für die Schwaben den Samstag drauf das Heimspiel gegen Hansa Rostock. Danach geht es wie erwähnt nach Köln, um am Samstag, 29. Februar, im Fautenhau den Halleschen FC zu empfangen.

Für das Aufsichtsrats- und SG-Gründungsmitglied Uli Ferber steht fest: „Uerdingen ist ein Schlüsselspiel.“ Bedeutet, dass die Elf aus dem Fautenhau gewinnen muss, soll im Abstiegskampf noch was gehen.

Zum Artikel

Erstellt:
7. Februar 2020, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!