Enttäuschung nach Last-Minute-Gegentor

Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach kassiert im Kellerduell gegen die Sportfreunde Lotte eine 0:1-Heimniederlage

Eine gute zweite Halbzeit hat dem Fußball-Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach nicht gereicht, um etwas Zählbares im Kellerduell mitzunehmen. Die Schwaben mussten gegen die Sportfreunde Lotte eine bittere 0:1-Heimniederlage hinnehmen und bleiben somit auf dem drittletzten Tabellenplatz, einem Abstiegsrang, stehen.

Während Aspachs Kapitän Julian Leist bitter enttäuscht ist, jubeln die Gäste aus Lotte um Keeper Steve Kroll in der Mechatronik-Arena.Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Während Aspachs Kapitän Julian Leist bitter enttäuscht ist, jubeln die Gäste aus Lotte um Keeper Steve Kroll in der Mechatronik-Arena.Foto: A. Becher

Von Heiko Schmidt

Die 90 Minuten sind in der Mechatronik-Arena in Aspach fast rum. Alles deutet auf ein torloses Unentschieden im Drittliga-Kellerduell hin. Doch die Gäste aus Lotte starten einen Konter, den der quirlige Toni Jovic zum 1:0-Siegtreffer für das Team aus dem Tecklenburger Land abschließt. Während die 20 Gäste-Fans in Blau und Weiß mit ihrem Team jubeln, ist die Enttäuschung bei der SG in Rot und Schwarz riesengroß.

„Es ist bitter, ein so spätes Tor zu schlucken und es tut weh, keinen Punkt zu holen“, wirkt SG-Trainer Florian Schnorrenberg angeschlagen. Auch an Defensivmann Kai Gehring ist die Niederlage nicht spurlos vorbeigegangen. „Ich bin erst mal sprachlos. Wenn man in der 90. Minute solch ein Ding bekommt, ist es sehr ärgerlich“, sagt der 30-Jährige. Er versucht, aber das Positive aus der Niederlage mitzunehmen. Und das ist ohne Frage bis auf den Gegentreffer die zweite Halbzeit. „Da haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt und uns klar gesteigert.“ In der Tat, denn die Großaspacher spielten nach dem Seitenwechsel besser. „In der Pause hatten wir uns viel vorgenommen“, berichtete Schnorrenberg. Die Leistung seines Teams wäre auch fast mit dem Führungstreffer belohnt worden, doch das Aluminium verhinderte nach den Schüssen von Julian Leist und Philipp Hercher den Torjubel.

Diesen gab es bei den Gästen. „Das ist wahnsinnig schön, solch einen Lucky Punch am Ende gesetzt zu haben“, freute sich Lottes Trainer Nils Drube. Er sah eine „ordentliche erste Halbzeit“ seiner Mannschaft, die aggressiver spielte und mehr Druck ausübte als der Sonnenhof. Dem Gastgeber war das fehlende Selbstvertrauen nach zuvor sechs Partien ohne Sieg deutlich anzusehen. Dabei hatte Coach Schnorrenberg gegenüber der 0:2-Niederlage in der Vorwoche in Kaiserslautern drei Veränderungen in der Startelf vorgenommen. Als linker Außenverteidiger begann Korbinian Burger für Dan-Patrick Poggenberg. Ins defensive Mittelfeld rückte der wiedergenesende Sebastian Bösel. Makana Baku nahm dafür auf der Bank Platz. In der Offensive stürmte Timo Röttger. Dominik Pelivan war hingegen gar nicht im Kader.

Doch die personellen Umstellungen in der 4:2:3:1-Grundordnung brachten nicht den gewünschten Erfolg. Lediglich ein Spieler ragte neben dem starken Schlussmann Kevin Broll bei den Gastgebern heraus: Jamil Dem. Im defensiven Mittelfeld räumte der 25-Jährige viel ab und hielt somit Bösel den Rücken für die Offensive frei. „Er hat sehr gut gespielt und viele Kopfballduelle gewonnen“, lobte Schnorrenberg. Warum hat er dann Dem nach 62 Minuten ausgewechselt? „Nach seiner Gelben Karte wollten wir kein Risiko eingehen“, antwortete der Trainer. Er brachte 28 Minuten vor dem Ende mit Zlatko Janjic auch einen Winterzugang, der erst zwei Tage vor dem Match verpflichtet wurde. „Mit seiner Erfahrung bringt er uns weiter. Er kann ein Spiel ruhig machen, das fehlte uns in der einen oder anderen Situation.“ Natürlich war Schnorrenberg auch klar, dass er von Janjic nach lediglich einer gemeinsamen Trainingseinheit keine Wunderdinge erwarten durfte.

Auf ein Wunder hoffen die Großaspacher nun in der nächsten Drittliga-Begegnung. Der Dorfklub tritt am kommenden Freitag um 19 Uhr beim Spitzenreiter VfL Osnabrück an. Die Großaspacher sind Drittletzter und brauchen jeden Punkt, um den angestrebten Ligaverbleib schaffen zu können. Der Abstand zum rettenden Ufer ist mit zwei Zählern noch nicht groß. „Wir müssen uns erst mal schütteln und werden uns dann auf die Auswärtshürde sehr gut vorbereiten“, verspricht Schnorrenberg.

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Erstellt:
4. Februar 2019, 06:00 Uhr

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