„Großaspach ist Schnee von gestern“
Das Interview: Zum Start ins zweite Halbjahr trifft Drittligist SG Sonnenhof auf Kaiserslautern und damit auf Ex-Coach Hildmann
Im Sommer 2017 kam Sascha Hildmann zur SG Sonnenhof. Im Oktober 2018 war er seinen Trainerposten beim Fußball-Drittligisten Großaspach wieder los. Morgen ab 14 Uhr kommt es nun zum Wiedersehen des 46-Jährigen mit der Elf aus dem Fautenhau. Die gastiert zum Start ins zweite Halbjahr beim deutschen Ex-Meister 1. FC Kaiserslautern und damit bei dem Verein, bei dem der Pfälzer seit Dezember Chefcoach ist.
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Blickt nach dem schmerzhaften Aus im Herbst in Aspach mittlerweile ohne Wehmut aufs Wiedersehen mit der SG: Sascha Hildmann. Foto: A. Becher
Von Uwe Flegel
Herr Hildmann, schmerzt das Ende in Großaspach noch, oder ist es Schnee von gestern?
Nein, das ist für mich Schnee von gestern. Ich habe mit Großaspach abgeschlossen und konzentriere mich voll auf meine Aufgabe als Cheftrainer in Kaiserslautern.
Besteht noch Kontakt zur SG Sonnenhof?
Ja, ich habe noch Kontakt zu einigen Spielern und auch zu einigen Fans.
Nach der Trennung haben Sie sich zunächst zurückgezogen. Aus Angst, in der Wut etwas Falsches zu sagen, oder aus Enttäuschung?
Das Ende in Großaspach war schon schmerzhaft für mich, da habe ich anfangs Zeit gebraucht, das für mich persönlich zu verarbeiten.
Ist die Motivation für das Wiedersehen morgen Nachmittag deshalb besonders groß?
Das Kapitel ist, wie erwähnt, nun abgehakt und ich sehe dem morgigen Spiel entgegen wie jedem anderen Spiel auch.
Mittlerweile sind Sie in der Heimat Trainer bei dem Verein, für den Sie als Kind auf der Tribüne die Daumen gedrückt und in der Jugend sowie der Zweiten und als Profi gekickt haben. War das Ende bei der SG im Nachhinein sogar etwas Glück, da Sie ohne Verein waren, als Kaiserslautern einen Trainer suchte?
Glück würde ich nicht sagen, aber es war sicher ein glücklicher Zufall, dass sich für mich diese große Chance geboten hat, die ich auch sehr gerne ergriffen habe. Ich bin sehr froh, jetzt in Kaiserslautern zu sein und es erfüllt mich auch mit Stolz. Die tägliche Arbeit mit der Mannschaft und dem Trainerteam bereitet mir sehr viel Freude. Da passt alles.
Was die Struktur betrifft, würden Welten zwischen beiden Vereinen liegen, so heißt es. Ist das wirklich so? Sie kennen beide Klubs.
Der Unterschied ist enorm groß. Wer sich mit dem FCK beschäftigt, der kennt die großartige Historie des Vereins und weiß, wo Kaiserslautern bereits gespielt hat. Dementsprechend sind hier die Bedingungen. Die Infrastruktur ist bundesligareif, die Platzsituation ist hervorragend und auch das Nachwuchsleistungszentrum ist, auch für uns im Profibereich, ein wichtiger Baustein in diesem großen Ganzen. Der gesamte Verein ist sehr gut aufgestellt.
Wie schätzen Sie Aspachs Chancen ein, die Liga zu halten und gibt es SG-Spieler, die Ihrer jetzigen Mannschaft weiterhelfen würden?
Ich glaube, Großaspach hat große Chancen, den Klassenverbleib zu erreichen. Das Team verfügt über einige gute Spieler, von denen der eine oder andere auch gut nach Kaiserslautern passen könnte.
Sie haben die SG Sonnenhof im Test gegen Elversberg selbst unter die Lupe genommen. Gab es da etwas, was Sie noch nicht wussten?
Ich habe für mich persönlich einige wichtige Erkenntnisse mitgenommen.
Welche besondere Stärke hat Aspach, auf was muss Kaiserslautern gefasst sein?
Eine große Stärke ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Ich erwarte auch, dass Aspach extrem motiviert auf dem Betze auftreten wird, so wie alle Mannschaften, die hierherkommen.
Hat die SG mit der Verpflichtung der beiden Stürmer Dominik Martinovic und Kai Brünker an den richtigen Stellschrauben gedreht?
Das kann ich von meiner aktuellen Position aus nicht bewerten. Ich denke, die Verantwortlichen wissen, was sie tun.
Was haben Sie aus rund 16 Monaten Großaspach mitgenommen? Würden Sie rückblickend das eine oder andere anders machen?
Ich habe einiges mitgenommen, vor allem habe ich viel Erfahrung gesammelt. Und sicherlich gibt es rückblickend das eine oder andere, was ich heute anders machen würde.
Wie gehen Sie und ihre Spieler mit Kaiserslauterns finanziellen Problemen und den aktuellen Differenzen in der Führung um?
Wir sind verantwortlich für den sportlichen Bereich. Die Mannschaft kennt ihre Aufgaben und konzentriert sich zu 100 Prozent darauf. Genauso wie ich und das Trainerteam. Für das Drumherum arbeiten beim Verein erfahrene Leute, die gewissenhaft und voller Leidenschaft ihren Job machen.
Welche Ziele hat Sascha Hildmann mit dem FCK noch für diese Saison? Gilt es zuerst einmal, die Liga zu halten oder wird noch einmal zum Angriff auf die Aufstiegsplätze geblasen?
Ich möchte die Mannschaft stabilisieren, die Fans hier mitreißen, erfolgreichen Fußball spielen und so viele Spiele wie möglich gewinnen.
