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Großaspachs Igeltaktik hält nur eine Stunde

Fußballer der SG Sonnenhof kassieren in der Dritten Liga beim 0:2 beim FC Bayern München II eine weitere Niederlage

Nichts wurde es mit erhofften Überraschung für den Fußball-Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach. Der Tabellenvorletzte wehrte sich zwar vehement im Spiel beim FC Bayern München II und rührte viel Beton in der Defensive an. Eine Stunde lang ging das Konzept von SG-Trainer Hans-Jürgen Boysen auf. Doch zwei Unachtsamkeiten führten zur 0:2-Niederlage des Dorfklubs.

Dennis Slamar (links) hat sich mit der SG Sonnenhof zumindest 60 Minuten gegen die Überlegenheit der Bayern, hier im Zweikampf mit dem Südkoreaner Wooyeong Jeong, gestemmt. Am Ende verlieren die Großaspacher aber mit 0:2. Foto: O. Haist

Dennis Slamar (links) hat sich mit der SG Sonnenhof zumindest 60 Minuten gegen die Überlegenheit der Bayern, hier im Zweikampf mit dem Südkoreaner Wooyeong Jeong, gestemmt. Am Ende verlieren die Großaspacher aber mit 0:2. Foto: O. Haist

Von Heiko Schmidt

Großaspachs Coach Hans-Jürgen Boysen hatte einen besonderen Plan für die Begegnung im Stadion an der Grünwalder Straße in München ausgegeben. „Es ist eine Truppe, die attraktiven Fußball spielt. Da stimmt alles beim FC Bayern“, sagte der Coach über den Gegner. Boysen kam daher zu der Erkenntnis: „Man braucht viel Glück und einen sehr guten Torwart, um hier etwas mitzunehmen.“ Den überragenden Schlussmann besaßen die Schwaben in Person von Maximilian Reule. Er hielt mit mehreren starken Paraden seine Mannschaft im Spiel.

Doch allein auf den Keeper wollte sich Boysen nicht verlassen. Deswegen nahm er gleich vier Veränderungen in der Startelf gegenüber dem 1:0-Heimsieg gegen den Halleschen FC vor. Neu in der Anfangsformation waren Dennis Slamar, Marco Hingerl, Ken Gipson und Jonas Behounek. Der grippeerkrankte Marin Sverko musste passen. Onur Ünlücifci und Kamer Krasniqi nahmen zunächst auf der Bank Platz. Timo Röttger befand sich nicht im Kader fürs Spiel. Neben den langzeitverletzten Korbinian Burger, Jamil Dem, Joel Gerezgiher, Michael Vitzthum und Jonas Meiser war auch Julian Leist aufgrund einer Grippe noch nicht einsatzfähig. Auch ohne ihn baute der Dorfklub ein Abwehrbollwerk auf. Die Gäste traten nämlich mit einer Fünferabwehrkette und davor mit einem Vierermittelfeld an. Einziger SG-Stürmer war Matthias Morys.

„Wir haben uns entschlossen, mit zwei kompakten Linien zu spielen“, erklärte Boysen. Durch die Igeltaktik des Sonnenhofs wurden für die Bayernspieler die Räume ab 30 Meter vor dem gegnerischen Gehäuse sehr eng. Und das spielten die Großaspacher in der ersten Halbzeit sehr diszipliniert. Wäre die Doppelchance von Jonas Behounek in der 32. Minute genutzt worden, dann hätten die Gäste geführt. „Das war eine hervorragende Möglichkeit“, trauerte Boysen dem verpassten Führungstreffer nach.

Die Gastgeber waren zwar klar feldüberlegen, doch ihnen gelang zunächst kein Treffer. Und das störte Bayerntrainer Sebastian Hoeneß. Er sagte: „Wir hatten in den ersten 30 Minuten eine harte Nuss zu knacken.“ Seinen Akteuren fiel gegen die kompakte Defensive der Großaspacher erst mal nicht viel ein. „Erst danach haben wir mehr über die Außen gespielt“, stellte Hoeneß fest. Er freute sich über den Führungstreffer in der 61. Minute durch Jann-Fiete Arp. „Für uns war das erste Tor enorm wichtig“, klang Hoeneß sehr erleichtert. Hingegen ärgerte sich sein Pendant Boysen über den ersten Gegentreffer. „Das war ein unnötiger Konter der Bayern“, analysierte der SG-Trainer. Schließlich waren seine Akteure in dieser Szene zu weit nach vorne aufgerückt. Und dieses Tor war auch der Knackpunkt in der Begegnung. Danach mussten die Gäste ihre Defensive etwas lockern und kassierten anschließend noch das 0:2, das der Neuseeländer Sarpreet Singh, der eingewechselt wurde, erzielte. Damit war die Partie entschieden, auch wenn die Großaspacher die eine oder andere Möglichkeit zum Anschlusstreffer besaßen. Am Ende steht somit eine 0:2-Niederlage.

„Wir sind uns alle einig, dass der Sieg der Bayern hochverdient war“, sprach Boysen das aus, was jeder gesehen hatte. Doch die Leistung des Sonnenhofs war ordentlich. „Bayern ist eine spielstarke Mannschaft, gegen die wir gut gespielt haben. Wir haben aufopferungsvoll gekämpft“, ließ SG-Torhüter Maximilian Reule die Partie Revue passieren. Trotzdem stand am Ende eine weitere Niederlage auf dem Konto des Dorfklubs. Die SG ist weiterhin Tabellenvorletzter mit 21 Punkten. Der Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz ist auf zwölf Punkte angewachsen, es stehen nur noch elf Saisonspiele an. Und die nächste Aufgabe wird mit Sicherheit nicht leichter, denn am kommenden Samstag um 14 Uhr stellt sich mit der Spvgg Unterhaching ein Aufstiegsanwärter im Fautenhau vor. „Da spielen wir gegen eine weitere Spitzenmannschaft“, wagt Boysen schon einen Ausblick. Er schiebt nach: „Wir werden die Mannschaft nach der Niederlage aufbauen und uns einen neuen Matchplan erarbeiten.“ Fest steht schon jetzt, dass eines anders werden soll. „Es gibt großes Verbesserungspotenzial im eigenen Ballbesitz. Da müssen wir zielstrebiger nach vorne spielen.“

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Erstellt:
9. März 2020, 06:00 Uhr

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