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Im Kellerduell soll der erste Heimsieg her

Großaspachs Drittliga-Fußballer erwarten am Samstag um 14 Uhr als Drittletzter den Vorletzten aus Chemnitz im Fautenhau

Das morgige Heimspiel gegen Chemnitz (14 Uhr, Fautenhau) ist für Großaspachs Fußballer die 200. Drittliga-Partie. Ein guter Zeitpunkt, um im fünften Versuch den ersten Dreier in dieser Runde im eigenen Stadion einzufahren, zumal die SG Sonnenhof als Drittletzter die Punkte gegen den Vorletzten dringend braucht. Trainer Oliver Zapel erinnert aber daran, „dass wir mit dem letzten Jubiläum nicht allzu viel Glück hatten“: Vor fünf Wochen gab’s am Tag vor dem 25. Vereinsgeburtstag eine 0:3-Heimpleite gegen Viktoria Köln.

Oliver Zapel sieht eine gute fußballerische Entwicklung, hadert aber mit der Torchancenverwertung und den Defensivschwächen. Foto: T. Sellmaier

© Tobias Sellmaier

Oliver Zapel sieht eine gute fußballerische Entwicklung, hadert aber mit der Torchancenverwertung und den Defensivschwächen. Foto: T. Sellmaier

Von Steffen Grün

Acht Punkte, 18. Platz: Nach neun Partien und damit knapp einem Viertel der Runde standen die Aspacher in den vorherigen fünf Drittliga-Spielzeiten niemals so schlecht da, als es dieses Mal der Fall ist. Eine einstellige Punktzahl (9) war es sonst nur in der Vorsaison, in der allerdings auch bis zum letzten Spieltag der Sturz in die Regionalliga drohte, ein Abstiegsrang noch nie. Für den Trainer ist es dennoch nur eine Momentaufnahme, „die Tabellensituation interessiert uns derzeit nicht, sie ist irrelevant“. Zapel geht’s stattdessen darum, die bisherigen Leistungen „differenziert zu bewerten und auch anzuerkennen, wie sehr sich unsere Jungs im fußballerischen Bereich schon verbessert haben“.

Probleme vorne und hinten: Ein wichtiger Indikator ist für den SG-Coach die Anzahl der erspielten klaren Torchancen. „Und da stehen wir im oberen Drittel der Dritten Liga“, rechnet der 51-Jährige vor. Weil aber alleine entscheidend ist, wie oft es im Kasten des Kontrahenten klingelt und es das in neun Punktspielen nur zehnmal getan hat, konstatiert auch Zapel: „Wir machen viel zu wenig daraus. Die Punktausbeute spricht eine andere, für uns schwer verdauliche Sprache.“ Hinzu kommt, dass die Aspacher bereits 20 Tore kassiert haben – so viele waren es nach neun Spieltagen in der Dritten Liga auch noch nie. Zum Vergleich: In der Vorsaison musste der damalige Keeper Kevin Broll bis dahin nur siebenmal hinter sich greifen – bei allerdings auch nur sechs erzielten Treffern und einer unglaublichen Serie von Unentschieden. „Wir benötigen mehr defensive Kompaktheit, Sicherheit und ein stabileres Nervenkostüm“, fordert Zapel von seinem Team.

Der Druck im Kellerduell: Handelt es sich morgen um ein Heimspiel, das Großaspach gewinnen muss? Der Trainer widerspricht und will damit wohl den Druck von seinen Schützlingen nehmen: „Wir wollen jedes Heimspiel gewinnen – vollkommen losgelöst davon, wie viele Heimspiele wir zuletzt nicht gewonnen haben und wer als Gegner kommt.“ Zapel will auch nicht von einem Kellerduell reden, für ihn ist es ein „normales Drittliga-Spiel“. Diese Haltung hat etwas mit der Ausgeglichenheit in dieser Spielklasse zu tun, die der SG-Coach ausgemacht hat. „Wir haben gegen den Tabellenführer über weite Strecken einen sehr starken Auftritt hingelegt“, blickt er auf die 0:2-Niederlage bei der Spvgg Unterhaching am vergangenen Samstag zurück: „Es war nicht zu erkennen, wer sich wo in der Tabelle befindet.“ Ebenso wenig will Zapel die Gäste aus Chemnitz alleine anhand des aktuellen 19. Platzes bewerten: „Sie werden mit viel frischem Wind in den Segeln in unseren Hafen rauschen.“ Dafür sprächen der 3:2-Heimerfolg gegen das Schlusslicht aus Jena am vergangenen Wochenende sowie der Fakt, dass der neue Trainer Patrick Glöckner in Aspach sein Debüt feiert und sich alle Spieler in solchen Momenten zeigen wollen. Ungeachtet dessen ist für Zapel klar: „Wir müssen alle Kräfte bündeln, um den ersten Heimsieg in dieser Saison vielleicht auch mal zu erzwingen und den Platz umzuwühlen.“

Das weitere Programm: Auf das Duell mit Chemnitz folgt ein weiteres Heimspiel, am Samstag in einer Woche wird Zweitliga-Absteiger Ingolstadt im Fautenhau erwartet. Nach der Länderspielpause geht es am 19. Oktober zum aktuellen 16. nach Münster, ehe Braunschweig zur SG kommt.

Hintergrund
Röttger als Co-Trainer

SG-Pressesprecher Lucca Volkmer war bereits im Begriff, die gestrige Pressekonferenz zu beenden, als ihn Trainer Oliver Zapel bremste und noch eine durchaus überraschende Personalie verkündete. Er sei zu der Entscheidung gekommen, das Trainerteam „noch einmal sinnvoll zu ergänzen“, und habe Timo Röttger „zum spielenden Co-Trainer befördert“. Mit dem 34-jährigen Stürmer stehe er ohnehin „eigentlich täglich in einem sehr, sehr konstruktiven Austausch“ und sehe, „wie er sich um die jungen Spieler kümmert“. Er sei froh, Röttger davon überzeugt zu haben, dass es für alle Seiten Sinn macht.

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Erstellt:
27. September 2019, 06:00 Uhr

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