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In vielerlei Hinsicht ein gebrauchter Tag

60 mutlose Minuten und ein verweigerter Elfmeter führen zu Aspachs 0:1-Pleite in Münster, zudem verletzt sich Gerezgiher schwer

Die Fahrt nach Münster hätten sich die Großaspacher Drittliga-Fußballer in vielerlei Hinsicht sparen können. Sie kassierten eine 0:1-Pleite, die sie sich mit einem mutlosen Auftritt in der ersten Stunde zurecht einbrockten und die den Abstiegskampf erschwert. Ihnen wurde in der 83. Minute ein klarer Elfmeter verweigert, zudem verletzte sich Joel Gerezgiher in dieser Situation schwer. Ein gebrauchter Tag für die SG Sonnenhof.

Münster um Sandrino Braun obenauf, Aspach mit Kai Brünker geschlagen: Für die SG spitzt sich der Abstiegskampf weiter zu.Foto: S. Sanders

© S. Sanders

Münster um Sandrino Braun obenauf, Aspach mit Kai Brünker geschlagen: Für die SG spitzt sich der Abstiegskampf weiter zu.Foto: S. Sanders

Von Steffen Grün

Die 83. Minute im Preußen-Stadion. Der Ball segelt in Münsters Strafraum, dort gehen Joel Gerezgiher und Simon Scherder in einen Zweikampf. Was dann passiert, schildert Scherder später so: „Ich falle sehr unglücklich mit meinem vollen Gewicht auf den Knöchel meines Gegenspielers. Ich höre nur seine Schreie und sehe dann seinen Fuß.“ Der steht extrem zur Seite weg, das komplette Stadion ist geschockt. Der Aspacher wird sofort ins Krankenhaus gebracht, dort gibt es die erste Diagnose: Wadenbeinbruch. Gerezgiher wird noch vor Ort operiert, dabei wird zudem noch ein Riss der Syndesmose festgestellt. „Für ihn tut es mir unendlich leid“, sagt Scherder und wünscht seinem Kollegen aus Aspach, „dass er bald wieder auf dem Platz stehen kann“. Das hofft natürlich auch SG-Trainer Florian Schnorrenberg, dem sein erst kürzlich von einer längeren Verletzung genesener und in Münster erstmals seit Anfang Dezember wieder in einer Drittligapartie eingesetzter Spieler „unfassbar leid“ tut.

Die Situation hatte allerdings noch eine zweite Dimension, die im Schreck zunächst ein wenig unterging. So unglücklich der Zweikampf auch war, so eindeutig hätte es trotzdem einen Foulelfmeter geben müssen. Wie von Aspacher Seite am Abend zu hören war, räumte dies im Nachgang auch Schiedsrichter Eric Müller ein und entschuldigte sich für seinen ausgebliebenen Pfiff. Alleine darauf oder auf die Tatsache, dass man die Partie wegen des bereits ausgeschöpften Wechselkontingents zu zehnt beenden musste, wollte die Niederlage bei der SG aber keiner schieben, vielmehr waren selbstkritische Töne zu hören. Allen voran von Joannis Koukoutrigas, der hart mit dem Team ins Gericht ging. „Bis zur 60. Minute habe ich nicht gespürt, dass es jedem bewusst ist, dass wir gegen den Abstieg spielen“, schimpfte der Sportdirektor: „Ich war total enttäuscht von dieser Leistung.“ Die Niederlage gehe in Ordnung, „unter dem Strich war es von uns zu wenig, auch wenn wir es nach dem 0:1 noch ein bisschen probiert haben“.

Das war die Phase, die auch Julian Leist am besten gefallen hatte. „Da sind wir einigermaßen ins Spiel gekommen, so wie es eigentlich von Anfang an hätte sein sollen“, stellte der SG-Kapitän fest. Stattdessen verlieh der Innenverteidiger dem Auftritt in der ersten Halbzeit das Attribut „ängstlich – man hat gemerkt, dass unsere derzeitige Situation im Kopf ist“. Dass die Psyche eine Rolle spielte, vermutet auch der Trainer. „Ich hatte den Eindruck, dass wir nicht so spielten, als wollten wir unbedingt gewinnen, sondern auf keinen Fall verlieren“, klagte Schnorrenberg, den die zweite Halbzeit mit der einen oder anderen klaren Chance aber zumindest etwas milder stimmte.

Der Coach richtete den Blick sogleich nach vorne auf das Heimspiel gegen den neuen Tabellendritten aus Halle am Freitag (19 Uhr). „Wir brauchen den einen oder anderen Spieler zurück“, richtete er einen Appell an die medizinische Abteilung. Die besten Chancen für ein Comeback sieht der Trainer bei Sebastian Bösel und Korbinian Burger, „aber wir müssen die kommenden Tage abwarten“. Egal, wer spielt, für den Sportdirektor kommt es vor allem auf die Einstellung an. „Gegen Halle muss sich jeder den Arsch aufreißen, das verlange ich“, wandte sich Koukoutrigas mit klaren Worten ans Team: „Wir müssen punkten. Egal, wer kommt.“ Nur so kann es gelingen, auch nach dem 38. Spieltag über dem Strich zu stehen. Dass es nach dem 34. Spieltag der Fall ist, war noch die beste Nachricht nach diesem gebrauchten Tag.

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Erstellt:
23. April 2019, 06:00 Uhr

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