Janjic mahnt mehr Zielstrebigkeit an

Aspachs Routinier weiß, wie es mit dem Drittliga-Verbleib klappt

„Er weiß, wo das Tor steht“, sagt Florian Schnorrenberg über Zlatko Janjic, Großaspachs Last-minute-Zugang. Tatsächlich traf der Routinier schon viermal für den Fußball-Drittligisten und den Coach ficht es nicht an, dass zwei Elfmeter dabei waren: „Die muss man erst einmal so sicher verwandeln.“ Mit dem Heimspiel gegen Würzburg am Samstag (14 Uhr, Mechatronik-Arena) sind es noch neun Partien, in denen es im Abstiegskampf auch auf Janjics Kaltschnäuzigkeit ankommt.

Acht Spiele, vier Tore: Zlatko Janjic hatte einen ordentlichen Start in Aspach. Der 32-Jährige will der SG mit seiner Ruhe am Ball, seiner Kaltschnäuzigkeit und Erfahrung helfen. Foto: A. Becher

© Sportfotografie Alexander Becher

Acht Spiele, vier Tore: Zlatko Janjic hatte einen ordentlichen Start in Aspach. Der 32-Jährige will der SG mit seiner Ruhe am Ball, seiner Kaltschnäuzigkeit und Erfahrung helfen. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Jung und entwicklungsfähig sind Attribute, die üblicherweise auf Spieler zutreffen, auf die Aspach ein Auge wirft. In dieses Beuteschema passte Janjic nicht, dennoch kontaktierte Sportchef Joannis Koukoutrigas den 32-Jährigen am letzten Tag der Winter-Transferphase. Der Offensivspieler mit Wurzeln in Bosnien-Herzegowina erinnert sich an ein „gutes Gespräch, es ging alles sehr flott. Darüber bin ich froh, denn ch wollte zurück nach Deutschland.“

Das bedeutet jedoch nicht, dass ihm das Jahr in Kielce nicht gefallen hat. Im Februar 2018 war Zlatko Janjic zum Erstligisten im Südosten von Polen gewechselt. „Es hat mich gereizt, auch mal eine Auslandserfahrung zu machen.“ Wichtig war aber noch etwas anderes: „Ich wollte Spielpraxis, da ich vorher ein halbes Jahr verletzt war. Das wäre in Duisburg in der Zweiten Bundesliga vielleicht schwieriger geworden“, blickt er zurück. In Kielce traf er mit Gino Lettieri auf einen Trainer, den er aus Wiesbaden und Duisburg kannte, „das hat gepasst“. Das Kalkül ging auf, in der Ekstraklasa brachte es der 1,87 Meter große Kicker immerhin auf 31 Einsätze und ein Tor. Sein Fazit fällt daher positiv aus: „Es war eine interessante Station, der Verein ist in der vergangenen Saison auch zum zweiten Mal in die Play-offs gekommen.“

Zurück in Deutschland und damit dort, wo für Janjic im Trikot von Arminia Bielefeld unter anderem 13 Erstliga-Spiele mit einem Treffer beim 1:0 in Karlsruhe am 14. März 2009 zu Buche stehen und wo er seine Qualitäten zudem auch für den SV Wehen Wiesbaden, Erzgebirge Aue und den MSV Duisburg in der Zweiten und Dritten Liga unter Beweis gestellt hat, ist nun Abstiegskampf mit der SG Sonnenhof angesagt. Kein Problem, betont der Rechtsfuß: „Es macht einen Riesenspaß, hier zu sein. Ich wurde sehr gut aufgenommen – vom Team und vom Umfeld.“ Welchen sportlichen Wert er für seinen neuen Klub haben kann, zeigte Janjic vor allem bei den zwei überraschenden Siegen: Zum 2:0 in Osnabrück steuerte er ein Tor bei, zum 3:2 gegen Uerdingen einen Doppelpack mit einem Elfmeter. Noch einen Strafstoß verwandelte er gegen Wiesbaden, trotzdem gab es eine 2:3-Niederlage. Acht Einsätze reichen dem Routinier, um seinen vielen jüngeren Kollegen trotz des Sturzes auf einen Abstiegsplatz Mut machen zu können: „Das Potenzial ist da, wir sind schwer zu schlagen.“ Dass es vor allem die Defensive ist, die höheren Ansprüchen gerecht wird, während die Offensivabteilung nach wie vor die harmloseste der Liga ist, hat Janjic allerdings auch schon erkannt: „Wir müssen zielstrebiger nach vorne werden.“ Um im Abstiegskampf auch mal einen Sieg zu erzwingen, denn auf Dauer sind die vielen Unentschieden nichts Halbes und nichts Ganzes. „Einen Punkt zu holen, ist immer gut“, sagt die Offensivkraft, „aber in unserer Situation muss man auch mal einen Dreier holen, sonst wird es schwierig.“

Am besten schon morgen gegen Würzburg. Janjic rechnet damit, dass die Gäste offensiver zu Werke gehen, als es die letzten Rivalen getan haben. „Das liegt uns besser“, meint er und denkt an ein schnelles Umschaltspiel. Seinem Team möchte er nicht nur mit seinen fußballerischen Qualitäten helfen, sondern auch mit seiner Erfahrung: „Ich rede viel mit jungen Spielern und baue sie nach misslungenen Aktionen wieder auf, damit die Köpfe nicht zu lange unten bleiben.“ Das ist die Voraussetzung, um drinbleiben zu können. „Wir haben es selbst in der Hand und ich gehe davon aus, dass wir es auch schaffen.“ Im Sommer läuft Janjics Vertrag im Fautenhau schon wieder aus, ein längerer Verbleib sei trotzdem nicht ausgeschlossen.

Info
Termine, Ticker, Video

Der DFB hat die Termine an den Spieltagen 33 bis 36 fixiert. Aspach tritt am Samstag, 13. April, um 14 Uhr in Braunschweig an. Zur selben Zeit beginnt am Samstag drauf die Partie in Münster. Am Freitag, 26. April, 19 Uhr wird Halle im Fautenhau erwartet, am Samstag, 4. Mai, 14 Uhr geht’s nach Karlsruhe. Alle Duelle der letzten beiden Spieltage finden am 11. und 18. Mai um 13.30 Uhr statt. Aspach empfängt zunächst Zwickau und muss dann nach Köln.

Wer morgen beim SG-Heimspiel gegen Würzburg nicht vor Ort ist, dem sei der Liveticker unter www.bkz-online.de ans Herz gelegt. Ab 14 Uhr gibt es alle Infos, später kommt hier noch ein Video dazu.

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Erstellt:
22. März 2019, 06:00 Uhr

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