Mit großer Effizienz zum klaren Heimsieg

Die Fußballer aus Großaspach haben im Regionalliga-Kellerduell zu Hause gegen den FK Pirmasens mit sieben Chancen sieben Tore erzielt. Mit der optimalen Ausbeute gelang ein überzeugendes 7:1, mit dem die SG Sonnenhof auf Rang 14 kletterte.

Die Großaspacher Spieler um den dreifachen Torschützen Marvin Cuni (Fünfter von links) haben beim 7:1-Kantersieg allen Grund zur Freude. Foto: A. Becher

© Alexander Becher

Die Großaspacher Spieler um den dreifachen Torschützen Marvin Cuni (Fünfter von links) haben beim 7:1-Kantersieg allen Grund zur Freude. Foto: A. Becher

Von Heiko Schmidt

Auf eine hundertprozentige Chancenverwertung kommen Fußballer selten. Die SG Sonnenhof Großaspach schaffte dieses Kunststück gestern in der Regionalliga-Heimpartie gegen den FK Pirmasens. „Meine Mannschaft wollte widerlegen, dass sie so viele Chancen braucht“, sagte SG-Trainer Hans-Jürgen Boysen mit einem Schmunzeln. Damit lag der 63-Jährige aber richtig. Während seine Schützlinge im bisherigen Saisonverlauf viele Chancen ausließen, glänzten sie nun mit Effizienz und Kaltschnäuzigkeit.

Doch der Coach sah den „Schlüssel zum Erfolg“ auch in der Defensive. Boysen hatte eine Veränderung in der Startelf gegenüber dem 2:1-Heimsieg zuletzt gegen den FC Astoria Walldorf vorgenommen. Für den gesperrten Ken Gipson rückte Julian Leist in die Anfangsformation. Vincent Sadler begann auf der rechten Abwehrseite. Leist spielte auf seiner gewohnten Position des Innenverteidigers an der Seite von Kai Gehring. Hinten links lief Darius Held auf. „Die beiden kopfballstarken Innenverteidiger waren entscheidend“, sagte der Trainer. Dabei hatte er seine Mannschaft auf die Spielweise des Gegners aus Pirmasens ausgerichtet. Leist und Gehring räumten die Vorstöße der Gäste ab. Und außen in der Viererabwehrkette waren Sadler und Held schnell unterwegs.

Auch davor im gewohnten 4:2:3:1-System der Großaspacher passte fast alles. Die beiden defensiven Mittelfeldakteure Joel Gerezgiher und Nicolas Jüllich steuerten jeweils einen Treffer aus Standardsituationen – Jüllich traf per verwandelten Elfmeter und Gerezgiher per Freistoß – zum Kantersieg bei. Torgefahr strahlten zudem die vier Offensivspieler in der Großaspacher Elf aus. Marvin Cuni zeichnete sich erneut als bester Torschütze des Sonnenhofs aus. Die Sturmspitze der Großaspacher erzielte gleich drei Treffer, Er hat in dieser Saison schon 13 Tore gemacht. „Er ist unser Goalgetter Nummer eins“, stellt Boysen fest.

Die Dreieroffensivreihe hinter Cuni glänzte ebenfalls. Can Karatas traf zum ersten Mal im SG-Trikot. Der Winterzugang absolvierte seine zweite Partie hintereinander von Beginn an und fügte sich blendend ein. „Er macht einen sehr guten Eindruck und hat seine Qualitäten“, lobte Trainer Boysen. Ein weiterer Treffer ging auf das Konto von Andreas Ivan, der auch in der Defensive der Großaspacher mithalf. Einzig Mohamed Diakite trug sich beim Kantersieg nicht in die Torschützenliste ein. Dafür war der 24-Jährige der Dreh- und Angelpunkt im Großaspacher Spiel. Drei Torvorlagen bewiesen dies eindrucksvoll. Auch der Trainer hält große Stücke auf ihn. „Seine Ruhe, seine Technik und sein Auge zeichnen ihn aus“, sagt Boysen. Aus seiner Sicht hat fast alles im Heimspiel gegen Pirmasens gepasst. Zu verschmerzen war dabei, dass die Gastgeber nach dem 7:1 in der 56. Minute kein großes Risiko mehr eingingen und den klaren Vorsprung mit Ballsicherheit behaupteten.

Mit dem Kantersieg machten die Großaspacher den Sprung auf Rang 14 und verschafften sich somit ein wenig Luft im Abstiegskampf. „Der Erfolg ist fantastisch für die Platzierung, fürs Torverhältnis und fürs Selbstbewusstsein“, macht Boysen klar. Der Trainer nimmt aber noch mehr Positives aus der Heimpartie gegen die Gäste aus der Pfalz mit. „Meine Mannschaft hat wahnsinnig gute Vollstreckerqualitäten an den Tag gelegt“, lobte der Coach. Ihm ist auch nicht entgangen, dass sein Team schnell auf den frühen Rückstand die passende Antwort parat hatte. „Es war wichtig, dass wir gegen die drittstärkste Auswärtsmannschaft der Liga nicht nur schnell den Ausgleich erzielten, sondern auch gleich in Führung gingen.“ Somit stand dem Trainer das Lächeln am Ende ins Gesicht geschrieben. „So macht Fußball Spaß“, schmunzelte Boysen.

Eines wollte der Coach aber trotz aller Euphorie noch loswerden. „Ich hätte das Spiel lieber auf dem Rasen im Stadion ausgetragen.“ Warum wurde dann auf Kunstrasen im Fautenhau gespielt? „Es wurde so angeordnet“, antwortete Boysen. Im Nachhinein war dieser Wechsel auf Kunstrasen doch nicht schlecht gewesen. Und die jüngste Bilanz des Sonnenhofs auf dem künstlichen Untergrund ist doch eindrucksvoll. Zunächst gab es am vergangenen Mittwoch den 2:1-Heimsieg gegen den FC Astoria Walldorf und gestern folgte nun das deutliche 7:1 gegen den FK Pirmasens. So kann es für die Großaspacher weitergehen.

Am Mittwoch gegen Koblenz

Das gestrige Heimspiel der Großaspacher war der Rückrundenauftakt für die Schwaben in der Regionalliga. Die SG Sonnenhof nahm mit dem 7:1 eindrucksvolle Revanche für die 0:1-Niederlage beim Saisonstart in Pirmasens. Neu in der Rückrunde ist, dass jede Mannschaft nun fünfmal auswechseln darf, bislang waren nur drei Wechsel pro Team möglich. Sowohl Großaspach als auch Pirmasens machten in Hinblick auf die hohe Belastung der Spieler mit den vielen englischen Wochen von der neuen Möglichkeit Gebrauch.

Die SG Sonnenhof Großaspach hat kaum Zeit zum Durchschnaufen. Bereits am kommenden Mittwoch geht es mit der nächsten Partie in der Regionalliga weiter. Die Schwaben empfangen um 18 Uhr die TuS Rot-Weiß Koblenz. Es ist der dritte Anlauf, diese Begegnung auszutragen. Die ersten beiden Versuche wurden jeweils witterungsbedingt abgesagt.

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Erstellt:
8. Februar 2021, 06:00 Uhr

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